Lesen/schauen: Leanne Shapton

9783827009012Was bleibt, ist die Erinnerung. Die Momente einer großen Liebe, flüchtige Augenblicke für die Ewigkeiten. Und vielleicht das Lieblingskissen mit dem kitschigen Hund, das er damals auf der Fahrt nach München gekauft hat, damit man bequem schlafen konnte.

Ich kann sehr schwer Dinge wegschmeissen. Nicht aus Gründen des Messietums, sondern aus Angst, die an die Gegenstände gebundenen Erinnerungen für immer zu verlieren. Oft habe ich mir die Zeit und Geduld gewünscht, alles zu fotografieren, bevor ich die Regale leer räume, um Platz zu schaffen für neue Erinnerungen. Genau so muss auch Leanne Shapton gedacht haben, als sie sich auf die Spurensuche nach der vergangenen Liebe zwischen Leonore und Harold machte. In unendlicher Akribie hat sie anhand eines Auktionskataloges die Beziehung der beiden Menschen rekonstruiert, hat zusammengefügt, was vielleicht zusammengehört und so Stück für Stück ein Mosaik erschaffen, wie es wohl jede/r schon aus seinem Leben kennt. Fragmente einer fiktiven Beziehung, von Shapton erschaffen in völlig neuer Weise. Am 14. Februar 2010 kommen nun die Überbleibsel dieses gemeinsamen Stück Weges zweier Menschen unter den Hammer. Höchstgebote werden entgegengenommen!

“Bedeutende Objekte und persönliche Besitzstücke aus der Sammlung von Leonore Doolan und Harold Morris, darunter Bücher, Mode und Schmuck” ist bereits beim Berlinverlag erschienen.

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1000 Names - Lowriders Mixtape 002

lowriders_mixtape_002

Abstrakte Beats und HipHop von Bibio über Inko bis Lapti. Feines Teil!

Tracklist:
1. Bibio – Great are the Piths
2. Black Monk & Ras G – Juju
3. Wankers United – Superfunky
4. Coco Bryce – bit crushing
5. Inko – Alma Parodia
6. Gards from KC – Statement
7. Robot Koch – Gorom Sen (Shlohmo rmx)
8. Kidkanevil – Mega joy
9. Lone – Arcade
10. Yoggy One – Moonwalk
11. Alan Hwakshaw – Technicolor
12. A.Rodionov – Electronic Jokey(horse races)
13. 1000names – Telephony 2000
14. Blue Daisy – Hunters
15. Shafiq Husayn – Evil Man (Flying Lotus rmx)
16. Lapti – Polar Bear

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Grasscut - Muppet

Am 15. Februar erscheint das Debütalbum von Grasscut bei Ninja Tune. Vorab schonmal den Track “Muppet”.

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Yeasayer - Odd Blood

51dfltnpwhl_sl500_aa240_Yeasayer sind angenehm unpuristisch. Whatever works, works. „Odd Blood” ist das Gegenteil von Dogma: Sphärische Elektronik, Postpunkgeklacker, World Music und sich majestätisch emporschraubende Gesangsmelodien haben alle ihren Platz neben- und aufeinander. Das ist das Klang gewordene Informationszeitalter: Die Musikgeschichte stellt sich nicht als Kontinuum dar, sondern als amorpher Songkatalog, in dem alles gleichberechtigt nebeneinander steht und aus dem sich urteilsfrei bedient wird. Das heißt nicht, dass Yeasayer nicht sehr präzise Popsongs schreiben würden. Anything goes, aber alles in eine Richtung: nur nach vorne. Auf „Odd Blood” ist eine Band zu hören, die ihre Ausdrucksmöglichkeiten virtuos beherrscht. Wenn sie sie nur nutzen würden, öfter mal abzuschweifen – das könnte spannend sein.

“Odd Blood” ist bereits bei Mute/EMI erschienen.

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Scuba - Influences Mix

weescuba-714685

Scuba hat für Allez Allez tüchtig tief in die Plattenkiste gegriffen und einige Perlen seiner musikalischen Sozialisation herausgepult.

Tracklist:
toumani diabate – bafoulabe
orbital - i wish i had duck feet
fleetwood mac - brown eyes
nine inch nails – piggy
prince - computer blue
joy division – disorder
pet shop boys - i want to wake up
pete lazonby - sacred cycles
plastikman – glob
aphex twin – tha
autechre – bike
ali farka toure - allah uya
photek – conciousness
roni size - change my life
shimon & andy c – quest
roots manuva – inna
aaliyah - rock the boat
wookie – battle

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Massive Attack - Paradise Circus (Breakage’s Tight Rope Remix)

massive

Der nicht unter Steinen lebende Teil der Bevölkerung hat es schon mitbekommen:  Massive Attack veröffentlichen im Februar ihr 5. Album ‘Heligoland’. Wird man Fan ihrer Facebook-Page , lassen sich viele Remixe des Heligoland-Albums streamen. Zum Download als MP3 gibt es hier den exzellenten Dubstep-Remix von “Paradise Circus”, produziert von Breakage.

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Gigi - Maintenant

bild-11Ein großer Teil der Songs unseres kollektiven Gedächtnis sind mehr oder weniger mit der Pistole auf der Brust geschrieben. In den Sechzigerjahren entstanden im Brill Building am Broadway Klassiker im Akkord: Neil Diamond, Stoller, Burt Bacharach, Carole King saßen dort in Büros und schwitzten Texte und Harmonien. Das Projekt Gigi versucht den Arbeitsethos und den Sound dieser Zeit zu imitieren: Und alles nur weil Producer Colin Stewart diese beiden uralten Plattenhallgeräte geschossen hatte… „Maintenant” ist die große Shownummer mit Streichern, Bläsern und dem Anspruch, Songs zu vertonen, die in den Sechzigern Charthits gewesen wären. Gäste wie Owen Pallett und Mirah helfen tatkräftig. Wem das Belle-and-Sebastian-Nebenprojekt „God Help The Girl” gefiel, findet bier zwischen Girl-Group-Sound und Glitzergrandezza viel zum Lieben.

“Maintenant” ist bereits bei Tomlab/Indigo erschienen.

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Andreya Triana - Lost Where I Belong

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Ninca Leece - On The Top Of The World

http://www.vimeo.com/7307827
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Delphic - Acolyte

23058279Das Enthusiasmus-Versprechen der Enthusiasmus-Maschine Pop sah sich zuletzt immer weniger eingelöst. Klar gab und gibt es noch aufgeregte Momente in Pop, allerdings muss man sie immer mehr selbst mitproduzieren. Die Begeisterung für die bloße Musik wich also mehr der Beteiligung an einem (Hype-) Event, dem Following der Lieblingskünstler auf Plattformen wie Twitter oder Facebook, dem Finden und Runterladen einzelner Stücke etc. Mit “Acolyte”, dem Debüt der Delphics ist dieses neo-individualisierte Prinzip des modernen Fan-Arbeiters sicher nicht aufgehoben, dennoch lohnt sich hier die Pause von der ganzen anstrengenden Folgerei so richtig. Denn die Chance ist zu verlockend: einfach ein tolles Album nur mal durchhören als solches - das reicht nämlich schon zum Glück.

Von vorne bis hinten wird man bedient. Jeder Song präsentiert sich kurz, eröffnet einen Refrain, nur um sich dann aber immer noch weiter kokett bis selbstvergessen zu einem strahlenden Etwas hochzujubeln. Mehr Euphorie oder eben Enthusiasmus hat man schon lange nicht mehr auf einer einzigen Platte abgegriffen. “Acolyte” muss man ohne Wenn und Aber (möge Satan auf die Gebeine von Wolfgang Frömbergs Vorfahren pissen) in die Reihung der wirklich außergewöhnlich aufregenden Debüts nehmen, bei der der letzte Eintrag mit Phoenix’ “United” fast zehn Jahre zurückliegt. Eine Platte wie der wunderbare Moment des kopfüber Eintauchens in einen Pool, nur mit dem Luxus, dass dieser Moment CD-Länge besitzt.

“Acolyte” ist bereits bei Cooperative Music/Universal erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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