[Album] Die Sterne – Mach’s besser: 25 Jahre Die Sterne

Die Sterne Cover

Relevanz is an Eight-Letter-Word. Zum 25. gibt’s für die Sterne fremde Interpretationen in eigener Sache.

Freunde, Weggefährten und Nachfolger verneigen sich tief vor dem lakonischen Riesen Frank Spilker und seinen Sternen. Deren Songs – man dachte es sich ja bereits – haben eine derart mächtige Substanz, dass sie auch bei den unterschiedlichsten Herangehensweisen einfach nur anders glänzend funkeln und nicht ermatten. Ausnahme: das irritierend müde »Irrlicht« von Isolation Berlin. Ansonsten klopft das Vierteljahrhundert deutscher Indie-Pop-Geschichte (so viel Pathos darf es ruhig mal sein) angenehm uneitel und mit merklich Herzblut ans Fenster: »Bis neun bist du o.k.« bringt Naked Lunch auf Deutsch (!) aufs Tapet, Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen verwandelt »Widerschein« in eine kämpferische Bläserbrigade und das bis auf die Knochen ausgezogene »Klebrig vermutlich« von Der Mann ist so sexy wie Spilkers Siebziger-Jahre-Schnurrbart. Als verlässliche Hitmaschine erweist sich Peter Licht, der »Universal Tellenwäscher« zu einem anrührenden Tränenzieher umdeutet. Raritäten und Remixes gibt’s obendrauf und mit Schleifchen drumherum gemahnt »Mach’s besser« daran, was war, ist und sein wird. Bestenfalls: Die Sterne.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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[Album] Der Ringer – Soft Kill

Der Ringer Cover

Irgendwo zwischen kosmischer Bedeutsamkeit und transparenten Fingerübungen haben Der Ringer sich selbst vergessen. Das ist schade, denn die Idee ist gut, nur die Band noch nicht bereit.

»Millionen süßer Zungen wollen mich verführen, doch ich gehöre nur mir allein« hieß es neulich erst beim gemeinsamen Song mit den Wahlverwandten Isolation Berlin. »Wer gab mir den Befehl, mich ständig um mich zu drehen? Ich will die Route selber wählen« lautet nun das Mantra auf dem Opener von »Soft Kill«, dem Rock-Anti-Rockalbum der Hamburger Band Der Ringer. Dem großen Thema selbstbestimmter Künstler vs. Die Welt gibt es schließlich immer etwas Neues hinzuzufügen, denn wenn auch der Mensch gleich bleibt, das Drumherum verschiebt sich. Bei »Soft Kill« zum Beispiel ins Digitale. Einem Umstand, dem die schwebenden Stücke Rechnung tragen, die Minuten der Stilverschmelzungen, des prog-rockigen Gestus, des wavigen Basses. Starke Momente sind das. Die im Kontrast stehen zur DNA-, Chromosom- und Laserschwert-Lyrik, den Verabredungen »im nächsten Level« und des überflüssigen Verfremdens des Gesangs. Das ist dann einfach zu viel der NDW-Deutlichkeit, des an der Moderne leidenden Rebellen in eigener Sache. So steht die Karikatur ratlos neben der guten Idee.

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[Live] Einstürzende Neubauten – Elbphilharmonie (21.1.)

Neubauten @Elbphilharmonie

Das Humor-Booking des Jahres in der frisch eröffneten Elbphilharmonie wurde ob der großen Kartennachfrage ohnehin schon von einem Abend auf zwei aufgestockt; weil jedoch immer noch viele leer ausgegangen sind (und so ein Livestream ja auch das eigene Image schön aufpoliert), überträgt die Elbphilharmonie auf ihrem Youtube-Channel den morgigen Auftritt der Einstürzenden Neubauten im teuersten Konzerthaus der Welt.

Für den Livestream am Samstag, den 21. Januar, ab 21 Uhr hier klicken:

Einstürzende Neubauten live in der Elbphilharmonie

Und wer’s dann eher klassisch-klassisch mag: Am Montag (23.1.) gibt’s das Konzert der Wiener Philharmoniker an gleicher Stelle ebenfalls im Livestream.

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[Album] A Winged Victory For The Sullen – Iris

A Winged Victory For The Sullen

Regisseur Jalil Lespart wünschte sich A Winged Victory For The Sullen als Komponisten für den Soundtrack seines neuen Films. Die Stücke sind stark genug, auch ohne Bilder zu bestehen.

Pro-Move: Einen Soundtrack immer anhören, bevor man den Film dazu sieht. So wird die Kraft der Musik nicht nur die Wucht der Bilder angereichert oder gar überlagert und bleibt der Fokus auf den Songs; In diesem Falle die mit einem 40-köpfigen Orchester im Magyar Radio in Budapest aufgenommenen Soundlandschaften von Adam Bryanbaum Wiltzie und Dustin O’Halloran, deren drittes Album gleichzeitig die musikalische Begleitung von Jalil Lesperts »Iris« ist. Immer wieder gefüttert von neuen Szenen des Streifens entstand der elektronische Hintergrund zu »Iris« im Gleichschritt mit den Filmaufnahmen. Mit modularen Synthesizern entworfen wurden die Stücke über Monate hinweg überarbeitet, bis hin zu den finalen Orchestersessions. Atmosphärisch dicht provozieren so die Tracks zu den noch nicht gesehenen Sequenzen eigene Bilder und Gefühle, die von Liebe und Verrat künden, Schmerz und Hoffnung. Immer mit leichter Hand an den Sümpfen des unangenehmen Pathos vorbei geführt, schwelgt und leidet »Iris« in unvertrauten Höhen und ehrfurchtgebietenden Tiefen.

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Munitionen-Albumcharts 2016: Platz 1-20

cover_anohni

Da sind sie, die Bestplatzierten der Munitionen-Jahrescharts 2016. Vielen Dank an alle, die ihre Favoriten genannt haben: Andrea Wienck, Thomas Venker, André Sorgenfrei, Dirk Böhme, Michael Weiland, Tim Pommerenke, Jan Kahl, Jan Paersch, Heiko Gogolin und Marco Fuchs.

01. ANOHNI – Hopelessness
02. Kate Tempest – Let Them Eat Chaos
03. Jamila Woods – HEAVN
04. Danny Brown – Atrocity Exhibition
05. Susso – Keira
06. Jacques Palminger & 440hz Trio – Spanky
07. Radiohead – A Moon Shaped Pool
08. Bon Iver – 22, A Million
09. A Tribe Called Quest – We got it from Here… Thank You 4 Your Service
10. Sarathy Korwar – Day To Day
11. BadBadNotGood (BBNG) – IV
12. Vanishing Twin – Choose Your Own Adventure
13. Die Heiterkeit – Pop & Tod I+II
14. Anderson. Paak – Malibu
15. Show Me The Body – Body War
16. Angel Olsen – My Woman
17. Frank Ocean – Blonde
18. M.RUX – Edits & Cuts
19. JaKönigJa – Emanzipation im Wald
20. Tindersticks – The Waiting Room

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Munitionen-Albumcharts 2016: Platz 21-40

cover_pj_harvey

21. PJ Harvey – The Hope Six Demolition Project
22. James Blake – The Colour In Anything
23. Isaiah Rashad – The Sun’s Tirade
24. GoGo Penguin – Man Made Object
25. Oddisee – The Odd Tape
26. JaJa – Tropical Bird Club
27. Solange – A Seat At The Table
28. Devendra Banhart – Ape in Pink Marble
29. Warhaus – We Fucked A Flame Into Being
30. Gruff Rhys – Set Fire To The Stars
31. Shabaka And The Ancestors – Wisdom Of Elders
32. Mogwai – Atomic
33. NXWorries – Yes Lawd
34. Omer Avital – Abutbul Music
35. Steve Gunn – Eyes on the Line
36. Common – Black America Again
37. M.I.A. – Aim
38. Preoccupations – Preoccupations
39. Leonard Cohen – You Want It Darker
40. Nicolas Jaar – Sirens

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Munitionen Albumcharts 2016: Platz 41-60

cover_ctr

41. Chance The Rapper – Coloring Book
42. Car Seat Headrest – Teens Of Denial
43. Johann Johannsson – Orphee
44. Pavo Pavo – Young Narrator In The Breakers
45. Whitney – Light Upon The Lake
46. Eleanor Friedberger – New View
47. Homeboy Sandman – Kindness For Weakness
48. Kamaiyah – A Good Night In The Ghetto
49. Christian Naujocks – Wave
50. Kendrick Lamar – untitled unmastered.
51. Ryuichi Sakamoto – Nagasaki: Memories of My Son
52. Lapsley – Long Way Home
53. Daughter – Not To Disappear
54. Ida Gard – Womb
55. Brian Eno – The Ship
56. Schoolboy Q – Blank Face LP
57. Michael Kiwanuka – Love & Hate
58. Lando Chill – For Mark, Your Son
59. Allah-Las – Calico Review
60. Jenny Hval – Blood Bitch

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Munitionen Albumcharts 2016: Platz 61-80

cover_nails

61. Nails – You Will Never Be One Of Us
62. Andy Cooper – Room To Breathe
63. Moksha – The Beauty of An Arbitrary Moment
64. Noname – Telefone
65. John Ellis – Evolution: Seeds & Streams
66. Audio 88 & Yassin – Halleluja
67. Nick Cave & The Bad Seeds – Skeleton Tree
68. Mop Mop – Lunar Love
69. Jimmy Eat World – Integrity Blues
70. Secret School – Heal
71. Blood Orange – Freetown Sound
72. Crack Ignaz & Wandl .- Geld Leben
73. The Notwist – Superheroes, Ghost-Villains + Stuff
74. Dijf Sanders – Moonlit Planetarium
75. Melanie de Biasio – Blackened Cities
76. Anenon – Petrol
77. Hannah Williams – Late Nights & Heartbreak
78. Vince Staples – Prima Donna
79. Case/Lang/Veirs – Same
80. Karl Blau – Introducing

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Munitionen Albumcharts 2016: Platz 81-100

Cover_Babyfather

Der traditionelle Abschluss des Munitionen-Jahres: die von der illustren Jury des Munitionen-Freundeskreises zusammengestellte (ab kommendem Jahr schreibe ich “kuratierte”, das klingt noch geiler) Liste der besten Alben des abgelaufenen Jahres. Los geht’s mit den Plätzen 81-100.

81. Babyfather – BBF
82. Karies – Es geht sich aus
83. Andy Shauf – The Party
84. The Radio Dept. – Running Out Of Love
85. Shirley Sollins – Lodestar
86. Kevin Gates – Islah
87. Gold Panda – Good Luck And Do Your Best
88. Dubokaj – Alpine Dub
89. Cavern Of Anti-Matter – Void Beats / Invocation Trex
90. Tortoise – The Catastrophist
91. Itasca – Open To Chance
92. Alien Ensemble – Alien Ensemble 2
93. Den Sorte Skole – Indians & Cowboys
94. Nick Waterhouse – Never Twice
95. Drangsal – Harieschaim
96. Kanttoripoika & Coco Bryce – Space Nuggets
97. Mitski – Puberty 2
98. Jochen Distelmeyer – Songs From The Bottom, Vol. 1
99. Ryley Walker – Golden Sings That Have Been Sung
100. Human Abfall – Form & Zweck

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[Album] Sido – Das goldene Album

Sido Das goldene Album Cover

Wenn alles gesagt und getan ist, dann kann man sich ja auch wieder auf pure Klasse konzentrieren. Tut Sido dann auch. Brillantes Ding.

Ach, es hätte so schön sein können: Einen witzigen Bogen vom »Arschficksong« zum Sparkasse-Rap à la Cro spannen, Abgesang, Hohnparolen, gute Nacht. Rezensent zufrieden, einmal die Sau durchs Twitter-Dorf getrieben. Doch jetzt das: Sido verbrennt das ganze Gedöns und packt radikal Qualität aufs Tapet. »Hamdullah« belebt »A Friend« von KRS-One nach fast 20 Jahren neu, »Bljiad« ist eine grüne Wolke deluxe, selbst eine Außenseiterhymne wie »Ganz unten« nimmt man ihm 1:1 ab. Als Kontrast: »Männaz mit Vaginaz« ist ein freies, funkiges Stück, wie wir es aus der Endphase des Streets-Skinners (die Twitter-Songs-Phase) kennen. Knochentrocken ist der fast durchgängige Beat-Aggregatzustand, drohende Schwaden ziehen ab und an durch (»Striche zählen«) und bei all den Verlierergeschichten baut sich unweigerlich die Frage auf: Die soziale Frage jetzt ausgerechnet bei Sido und so gut gestellt auch noch? Are You Kiddin’ Me? Dem können wir uns dann ja mal widmen, wenn die unvermeidlichen Diskussionen über – das musikalisch überragende – »Geuner« abgeklungen sind.

»Das goldene Album« ist bereits bei Universal erschienen.

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