[Festival] MS Dockville – Drei Tipps für den Festivalfreitag!

Jungle

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J und T, mehr braucht es nicht. Die beiden Londoner Musiker reduzieren ihre Namen aufs Wesentliche und beherrschen ansonsten das Spiel mit der Uneindeutigkeit perfekt. Gesichter, vermeintliche Bandstärke und Identitäten wechseln sich schneller ab als man gucken kann. Für ihren Erfolg brauchten sie gerade einmal zwei Songs: “The Heat” und “Platoon” schossen direkt in die obersten Regale der Coolnessliga und das selbst betitelte Debütalbum wird den scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg nur noch beflügeln. Jungle machen urbane Soulmusik, die sich mit minimalen Beats paart, sensationell zeitlupenhaft und cremig ist, Und mit Dub ebenso umzugehen weiß, wie mit den Soul-Klassikern. “Marvin Gaye auf Rollschuhen” nannte sie ein Kritiker und das Bild ist äußerst zutreffend. Lollis leckend rollen sie durch die verlassenen 70s-Diskotheken und definieren das Genre Psychedelic Pop auch noch nebenher neu. Tanzbar wie La Roux, innovativ wie FKA Twigs, hip wie The Acid. Mit der Kraft von vier Jahrzehnten Disco und Soul im Rücken. (via Artistxite)

Großschot, 17.20-18 Uhr

 

St. Lucia

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Das Debütalbum “When the Night” von St. Lucia hat einen Nerv getroffen. Plätzlich waren alle vernarrt in den glamourösen Disco-Pop des US-Quintetts. Jean-Philip Grobler und Kollegen lassen Eisberge schmilzen und reservieren mit einem weichen Handtuch die besten Plätze am Pool. Emotionen im Dutzend, für immer 1984. Sollte man erlebt haben. Wie praktisch, dass sie schon am Eröffnungstag des Dockville-Festivals die Diskokugel anschrauben.

Vorschot 18.50-19.40 Uhr

 

Lapalux

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Der Mitzwanziger macht laut Presseinfo “elektronische Liebeslieder für das 21. Jahrhundert”. Schöner und passender kann man die Tracks des 25-jährigen Briten Stuart Howard nicht beschreiben. Bei seinem Live-Set wird er einen Zusammenschnitt seines Schaffens präsentieren, atmosphärisch dichte Sounds, die vor Publikum und auf seinem Debütalbum “Nostalchic” gleichermaßen funktionieren und denen die Geschichte der besten Momente des Ninja-Tune-Labels innewohnt.

Klüse 20.30-21.30 Uhr

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[Album] Cold Specks – Neuroplasticity

cold29Eine gewisse Schwüle liegt über den Songs von Cold Specks, eine Stimmung wie kurz vor dem Gewitter. “Doom Soul” ist die griffige Beschreibung dessen, was Sängerin Al Spx und ihren Bandkollegen machen und dem bedrohlichen und gleichzeitig wunderschönen Sound des Erstlings “I Predict A Graceful Expulsion” geben sie auf “Neuroplasticity” eine zweite Plattform, groß und hell zu scheinen, auch wenn die meisten Stücke aus fiebrigen Träumen der Nacht entstanden zu sein scheinen. Noch kraftvoller und eindringlicher wirkt dabei die Gospel-getränkte Stimme der in London lebenden Kanadierin, die in den vergangenen beiden Jahren auf Songs von Moby und den Swans zu hören war. Der catchy Hit des Debüts “Hector” heißt dieses Mal “Bodies At Bay”, die erste Single “Absisto” ist eine verquere Nummer wie unter Wasser kurz nach der Katastrophe aufgenommen. Gegenüber der urwüchsigen Live-Gewalt von Cold Specks klingt “Neuroplasticity” zwar wieder ein wenig zu glatt, die Wucht ihres Sounds hatte aber sichtlich noch Kraft für ein zweites Album.

“Neuroplasticity” erscheint am 22. August bei Mute.

Die Rezension ist in der Szene Hamburg erschienen. Ab heute am Kiosk!

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[Track] Low – I’m On Fire (Bruce Springsteen Cover)

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[Video] Trümmer – Wo ist die Euphorie?

Am 22. August erscheint das selbst betitelte Debütalbum der Hamburger Band Trümmer. Das erste Video “Wo ist die Euphorie?” wurde im u.a. Golden Pudel Club gedreht und macht dann schon ein bisschen feuchte Hände.

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[Live] The Afghan Whigs – When we two parted / Over my dead body (Drake-Cover)

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So, endlich mal noch ein paar Zeilen zum Konzert der Afghan Whigs im Berliner C-Club am 2.Juli: Laut war’s, sehr laut. Jörg Wunder war’s zu laut und auch sonst fand er’s ausgesprochen “nicht gut”. Mir gefiel’s. Starke Setlist, das “Comeback”-Album “Do To The Beast” hat sich ja als unerwartet stark herausgestellt und nach den anfänglichen Unsicherheiten bei den ersten 1-2 Songs kam Dulli dann auch von Song zu Song besser in Form. Von Vorteil ist’s vor der Bühne natürlich auch, wenn 30-40 Polen und Tschechen ihre Idee eines begeisterten Publikums realisieren. Das ist dann schon etwas “offensiver” als der mitwippende Deutsche. Die “Gentleman”-Songs waren erwartungsgemäß das Highlight, “Faded” ein irrer Rausschmeißer und die Bobby-Womack-Hommage für mich eher zu Tränen rührend als doof (vgl. Jörg Wunder). Großer Abend.

Setlist:

Parked Outside
Matamoros
Fountain and Fairfax
Going to Town
I’m Her Slave
When We Two Parted / Dead Body
Debonair
On the Corner
(The Twilight Singers cover)
John the Baptist
Algiers
Royal Cream
I Am Fire
(Lyrics from Tusk by Fleetwood Mac over outro)
Gentlemen
It Kills
Heaven on Their Minds
(Andrew Lloyd Webber & Tim Rice cover)
Somethin’ Hot
My Enemy
Lost in the Woods
Encore:
Bulletproof
Summer’s Kiss
Faded
(1st verse & chorus of Across 110th Street by Bobby Womack over Faded piano intro)

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[NEU] Garden City Movement

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Aus der Reihe “Neue Acts, von denen man total begeistert ist und dann feststellt, dass sie vor 3 Wochen 500 Meter Luftlinie gespielt haben”: Garden City Movement. In der Astra-Stube habe ich sie verpasst, aber Fusion-Besucher können sie ja am Wochenende abgreifen. Ich gedulde mich dann noch ein bisschen, aber lange kann es eigentlich nicht mehr dauern, bis sie in größeren Zusammenhängen wiedr auf Tor gehen. Dafür sind die Tracks ihrer dieser Tage erschienenen EP “Bengali Cinema” einfach zu gut. Hier der Titeltrack “Terracotta”.

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[Konzert] Banks – Mojo Club (24.6.)

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Das Debütalbum von Jillian Banks soll “Goddess” heißen. Pure Hybris bei jedem anderen Act, bei ihr scheint es nur folgerichtig. Seit der Debüt-EP “Fall Over” im vergangenen Jahr rollt die Bassmaschine mit dem sehnsuchtsvollen Gesang unaufhaltsam die Straße herunter und Dank prominenter Hilfe von Sohn, TEED und The Weeknd ist die Kalifornierin binnen weniger Monate zum Gesicht eines Sounds geworden. Ironischerweise macht sie mit elektronischen Songwriter-Pop-Songs wie “Waiting Game” oder “Warm Water” zwar Stücke so nah am Puls der Zeit wie niemand sonst, ihre Vorbilder und musikalischen Einflüsse sind aber unverdächtig des flüchtigen Ruhms: Lauryn Hill und Fiona Apple. Packen wir noch Feist dazu, haben wir ein Referenzsystem, das Jillian Banks gerecht wird. Eine Göttin auf dem Weg nach ganz oben. Schweben wir mit.

Wann: Di, 24.6., 21 Uhr
Wo: Mojo Club
Weviel: ab 23,30 Euro

(Den Text gibt’s auch auf Papier: In der Juniausgabe der SZENE Hamburg)

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Manifest für Lampedusa in Hamburg

Wir, die Unterzeichnenden, erleben seit dem Frühjahr 2013 mit, wie eine Gruppe von afrikanischen Flüchtlingen, die in Libyen gearbeitet haben und 2011 vor dem Krieg geflüchtet sind, hier in Hamburg für ihre Rechte kämpft. Wir unterstützen den Kampf dieser Gruppe, aus den unterschiedlichsten Gründen. Die einen sind aus christlicher Nächstenliebe dabei, andere aus humanitären oder politischen Gründen, manche sind als Nachbarin oder Nachbar dazugekommen, andere von uns vertreten soziale, kulturelle oder politische Institutionen. Was uns eint, ist die Überzeugung, dass diese Menschen eine Zukunft haben müssen – und zwar hier, in dieser Stadt. Wir meinen, dass sie alle Gründe haben, sich gegen die EU-Flüchtlingspolitik zu stellen, die der Senat an ihnen zu exekutieren versucht. Wir sind froh, dass sie den Mut und die Ausdauer haben, sich dagegen zu stellen.

So beginnt das Manifest für Lampedusa in Hamburg, das am 16. Juni mit 200 prominenten Erstunterzeichner/Innen veröffentlicht wurde. Details und weitere Informationen gibt es hier.

Bitte unterzeichnen und weiterverbreiten:

Manifest für Lampedusa

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[Album] Taylor McFerrin – Early Riser

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Ja, er ist der Sohn. Vater Bobby ist auf Taylor McFerrins Debütalbum ebenso zu hören wie Robert Glasper, Nai Palm, Emily King, Thundercat und RYAT. 60s/70s-Soul, HipHop-Anleihen, Jazz und Electronica machen das Album zu einem kleinen Schatz. Eine kleine Review zu “Early Riser” aus meiner Feder gibt’s hier.

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[Konzert] The National – Stadtpark (4.6.)

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Als The National vor knapp vier Jahren das letzte Mal im Hamburgr Stadtpark auftraten, kam das Ende abrupt. So ganz schien die Band diesem “Um 22 Uhr ist hier definitiv Schluss”-Ding nicht geglaubt zu haben, aber nach “Terrible Love” dem ersten von vier geplanten Songs der Zugabe, war Schluss. Das sollte ihnen (und ihren Fans) dieses Mal also nicht passieren. Seither haben Matt Berninger, die Dessner-Zwillinge und die Devendorf-Brüder gerade einmal ein neues Album (“Trouble Will Find Me”) veröffentlicht und sich im Doku-Streifen “Mistaken For Strangers” auf Tour begleiten lassen. Immer schön ruhig, besser zweimal überlegen als einmal zu schnell schießen. Man weiß es zu schätzen, wenn eine zu Ruhm & Geld gekommene (Indie-)Band ihren gefragten Sound zwischen Cohen & Cave nicht permanent gewinnbringend anpreisen. Stattdessen setzen sie nahezu ununterbrochen auf den Live-Kontakt. Konzert um Konzert reißen die Melancholiker aus – mittlerweile – New York City ab und Songs wie “Fake Empire” oder “Mr. November” verlieren auch bei der tausendsten Wiederholung nicht an magischer Kraft. Nur auf die Uhr zu gucken, das müssen The National bei ihrem zweiten Stadtpark-Auftritt etwas konzentrierter angehen. Support ist übrigens die wunderbare Annie Clark alias St. Vincent. Die Multiinstrumentalistin changiert textlich zwischen Euphorie und Traurigkeit und kleidet ihre bezaubernden Songs in Kammperpop-Kleider mit Piano- und Streicher-Spitzen. Schade, dass sie zu früher Stunde noch nicht gegen den Mond ansingen kann.

Wann: Mi, 4.6., 19 Uhr
Wo: Stadtpark
Wieviel: ab 42,60 Euro

(Den Text gibt’s auch auf Papier: In der Juniausgabe der SZENE Hamburg)

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