Michael Jackson – Thriller (25th Anniversary Edition)

51n0ywceel_ss500_.jpgVor 25 Jahren kam das sechste Michael Jackson Solo-Album auf den Markt: Thriller, ein Meilenstein der Popgeschichte, zumindestens was die Verkaufszahlen betrifft, die bis dato je nach Infoquelle bei 60 bis 100 Millionen verkauften Alben liegen.

Auf dem Plattencover sah man den „Prince of Pop“ in weißem Anzug mit Schmierlocke über der Stirn und niemand ahnte, dass der hübsche schwarze Junge mit dem weißen Glitzerhandschuh, den braunen Knopfaugen und geschmacklosen Slippern von einem skrupellosen Vater zum tanzenden Goldesel hochgeprügelt worden war und später einmal zu Hautbleichmitteln, Brennschere, Nasenoperationen und kleinen Jungs greifen würde, um aus sich einen glücklicheren Menschen zu machen.

Stattdessen wurde er zu einem bemitleidenswerten Freak, dessen operierte Nasenreste von einer Atemschutzmaske zusammen gehalten werden, der seine Millionen mit einem Privatzoo und -jet, Missbrauchprozessen, Anwaltskosten und Schönheitsoperationen im Eiltempo verpulverte und sich selbst auf der Liste der 10 Personen, mit denen niemand einen Tag verbringe möchte, hinter George Bush, diversen afrikanischen Diktatoren und Roland Koch auf einen beachtlichen neunten Platz vorgearbeitet hat – dicht gefolgt allerdings von meinen Nachbarn, die immer die Polizei rufen, wenn es bei mir lustig wird.

Thriller selbst war für ein Popalbum relativ einfallsreich, wenn auch keineswegs inspirierend, und vermischte clever und produktionstechnisch erstklassig gängige musikalische Trends wie Rock, R&B und Disco zu einem sehr, sehr tanzbaren Sound (zumindestens für damalige Verhältnisse) und war auf eine Art und Weise en vogue, wie man es sich heutzutage nicht einmal mehr ansatzweise vorstellen kann – vor allen Dingen gepusht durch das 18-minütige Video zum Titelsong Thriller, das auf MTV hoch und runter lief.

Auf der Setliste von Thriller standen neben Soundmogul Quincey Jones hochkarätige Musiker wie etwa Eddie van Halen und Paul McCartney, aber auch musikalische Schwerverbrecher wie Gitarrendoofbacke Steve Lukather nebst Toto-Kollegen.

Michael Jackson schrieb eigenhändig die Megahits „Billie Jean“ und „Beat it“, weltweit berühmt wurde er allerdings durch Supertanzenkönnen (der berühmte Moonwalk) und einen kieksigen Stöhngesang, der an kleine Kinder mit hartem Stuhlgang auf dem Töpfchen erinnerte und später von Metallicafrontman James Hetfield übernommen wurde, nur eine Oktave tiefer.

Im Februar wird Thriller nochmals auf den Markt gebracht, in einer Welt fast ohne Schallplatten und Kassetten, sondern mit Downloads und rasant sinkenden CD-Verkaufszahlen und es ist Michael Jackson trotz allem in diesem Zusammenhang zu wünschen, dass er bei einem Misserfolg nicht von Epic-Auftragskillern erschossen wird – oder sich mit kleinen Jungs auf irgendwelchen Toiletten erwischen lassen und glatzköpfig in den fließenden Gegenverkehr laufen muss – um die Verkaufszahlen in annehmbare Höhen zu treiben.

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Thema-Icon Alben,Musik Kommentar-Icon 3 Kommentare

3 Kommentare bisher

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  1. 22. Januar 2008 um 09:26 Uhr

    Dirk Böhme sagt,

    “Thriller selbst war für ein Popalbum relativ einfallsreich, wenn auch keineswegs inspirierend”…
    Hört, hört!

  2. 22. Januar 2008 um 10:20 Uhr

    Jörg Halstein sagt,

    Wobei man nicht unerwähnt lassen darf, dass der bessere Michael Jackson immer schon “Weird Al” Yankovic war, was er beispielsweise mit “Eat it” eindrucksvoll unter Beweis stellte:
    http://www.youtube.com/watch?v=h9_g210N2xY

  3. 22. Januar 2008 um 11:47 Uhr

    Dirk Böhme sagt,

    “Der bessere Michael Jackson”. Das wird ja immer dreister. Da geht einem ja die Hutschnur hoch!

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