Rocken scheiße
26. Januar 2008
Inflationäre Verwendung findet zunehmend das einstmals sensige Unwort „rocken“. So rockt angeblich Joschka Fischer das Wiesbadener Kurhaus oder einfach sich selbst – „an Roland Koch hoch“ nämlich (taz), außerdem tun es Kontinente wie Europa (Die Welt), der gute alte Seitenscheitelerfinder Brian Ferry im Kraftwerk zu Wolfsburg (WAZ), das Jahr 2007 – und zwar „ordentlich“ (fussball-gundelsheim.de), Geschlechterrollen (Schwerin-News), ein gewisses „Muchstock 07“ (Kölner Stadtanzeiger), Hessen (spiegel.de) und Hamburg ja sowieso.
Nicht zu vergessen populärmusikalische Produktionen jedweder Couleur, wo „zwischen den Rillen gerockt“, „das Haus“ gerockt oder gar „die Scheiße“ bzw. „wie Scheiße“ gerockt wird.
Liebe Leute, Partyblogger, Musikhansel und Feuilleton-Spassemacken: Am Anfang war es ja noch ganz lustig, und ich selbst hab´s viel zu oft nicht lassen können, aber jetzt hören wir alle damit auf, okay?
Because it´s totally boring und zwar really.
Schluss, aus! Ein für alle Mal.
Ab jetzt wird wieder das Publikum begeistert, die Menge aufgepeitscht, Musik wie wild gespielt und dazu ordentlich auf den Putz gehauen.
Vielen Dank.
Querschläger
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