Sprak kaputt (Teil1): Franz-Josef Wagner
4. Februar 2008Man muss Franz-Josef Wagner zu Gute halten, dass er mit seiner BILD-Kolumne “Post von Wagner” dem bisher vernachlässigten Segment der Borderline-Schreibe zu voller Blüte verholfen hat. Begierig kopfschüttelnd stößt man sich immer wieder gerne an diesem Mischmasch aus schmierigen Altmänner-Phantasien, Linken-Verachtung und nur in schwerem Alkoholrausch entstehbaren Metaphern, die einem – teils durchaus neidisch – die Tränen in die Augen steigen lassen. In der Manier jedes schlecht frisierten und zurecht außerhalb jeder moralischen Diskussionsebene gestellten Menschen sieht sich Franz-Josef Wagner als letztes Glied einer Kette, die außer ihm vor Größe nur so strotzt. Beweis gefällig? Bitte sehr.
“Der Unterschied zwischen Goethe und mir ist, dass Goethe zwar jeden Tag schrieb, aber nicht jeden Tag veröffentlichen musste.”
So sagten sie es in einem Porträt des NDR und wer in die in ihrem vom Leben angepinkelten Gesicht ruhenden Augen schaute, erkannte den Grad der Ironie: Er war schlichtweg nicht vorhanden.
Literatur,Querschläger
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4. Februar 2008 um 16:41 Uhr
Jörg Halstein sagt,
Am heutigen Rosenmontag bringen Sie, werter Herr Wagner, aus dem pappnasen- und damit humorfreien Norden den karnevalistischen Frohsinn als, nun ja, lustvollen Lebens- und Gegenentwurf in, ähem, Stellung.
“Es ist wunderbar, wenn der Mainzer eine Unbekannte an den Hüften anfasst und all die Dinge tut, die nur einem Ehemann erlaubt sind,” ergießen Sie sich – und man hört Sie dabei keuchen.
Dass die Unbekannte einen volltrunken Karnevals-Aso, der mit ihr “Ehemann spielen” will, möglicherweise weder lustig noch wunderbar findet, wird Ihnen gottlob nicht in den Sinn kommen. Sie haben ja schon zum Weltfrauentag 2007 festgestellt: “Die Welt hat sich verändert. Als Mann findest Du Dich nicht mehr zurecht.“