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John B – Electrostepper Deluxe

john b promo 2008Gäbe es eine eigene Wikipedia für die Drum&Bass-Welt, würde der Eintrag zu “enfant terrible” wohl mit dem zu John B zusammengelegt: Der Electro-Glampunk-Rocker hat sich als großartiger Produzent und äußerst unterhaltsamer DJ sein eigenes Subgenre erschaffen. Er polarisiert, nimmt sich aber nicht zu ernst und beweist immer wieder Humor.

1996 mit den ersten Releases gestartet, produzierte er sich durch düsteres Ravegebolze zu Studentenjazz und nahm sogar den Latin-D&B-Trend zum Anfang der Jahrtausendwende voraus. Mit seinem Händchen für Tanzflur-Cheese verpasste er Metalheadz mit “Up all Night” in 2001 eine unsterbliche Clubhymne, mit hochgepitchten Rave-Vocals als klebrigem Zuckerguß über einem körnigen Beatgerüst.

Nach diesem Riesenerfolg überraschte er Anfang 2002 mit einem Drum&Bass-Stil, der sich aus 80´s New Wave, Electroclash und Trance-Elementen zusammensetzte. Den Release seiner “American Girls”-EP lancierte er geschickt mit einem trashigen Webclip der damals heiss gehandelten rathergood.com-Posse (click pic to watch):

john b - american girls

“American Girls” markierte seinen endgültigen Bruch mit Szenekonformitäten: Der gesamte Sound fiel völlig aus dem Rahmen, der Titeltrack setzte auf Humor – in einer verkopften Szene, die in weiten Teilen von düsterer Grimmigkeit beherrscht wird – und zu allem Überfluss begann sich sein Erscheinungsbild durch Kleidung und Schminke einem Glampunk aus den 80ern anzunähern.

Von der Dogmatikerfraktion erntete er dafür viel Gegenwind, auf den er humorvoll mit einem Track antwortete: Im “Blandwagon Poos”-Intro (Audio) muss sich John am Telefon so einiges anhören, u.a.: “What’s up with all this eighties shit and wearing make-up – is there something you ain’t telling us mate?” Danach geht ein Beatgewitter los, das eine Stilrichtung (und einen bestimmten Track) parodiert und zwar so übertrieben und gekonnt, dass er damit so einige Kritiker in die Schranken verwies.

Er ließ sich also nicht davon abhalten, sein eigenes Subgenre zu erschaffen, das er 2006 mit der Doppel-CD “Electrostep” zelebrierte. Neben eigenen Tracks enthält sein fünftes Album Coverversionen & Remixes von Electroclash-Combos und 80er-Größen wie Softcell, Howard Jones oder dem One-Hit-Wonder “Mickey” von Toni Basil (Clip):

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Sein Erfolg verdankt sich neben seinen Produktions- und DJ-Skills auch, dass er sehr früh begonnen hat, das Netz als Marketinginstrument zu nutzen (Albumsingle “I´ve been stalking you on MySpace”). Inzwischen hat er es nicht nur im größten D&B-Forum zu einem eigenen Smilie gebrachtjohn.gif sondern besitzt eine globale Fangemeinde.

Seine erstaunlichen Tourdates findet man auf MySpace gelistet, weitere Anlaufstellen sind sein Blog oder seine Flickr-Gallery. Im Shop seines Beta-Recordings-Labels kann man seine Musik kaufen. Umsonst gibt es regelmäßig Livemitschnitte & Radioshows auf seiner Podcast-Seite (Feed). Neben Drum&Bass präsentiert er dort auch viele dreckig-rotzige Electro/Techno-Sets.

john b

Wie ich erst kürzlich erleben durfte, wechselt er live auch gerne mal zwischen diesen Genres. Wärmstens empfohlen werden kann sein Live-Set von vergangenem Sommer in Augsburg, der gleich mit einer elektrostepifizierten Version von Flashdance-Hit “Maniac” startet.

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R.E.M/Bruce Springsteen – Man On The Moon

Eigentlich war ich ja auf der Youtube-Suche nach dem Auftritt von Pearl Jam mit Neil Young (“Keep on rocking in a free world”) bei den MTV Awards (1993?), bin dabei aber über dieses tolle Duett der Mannen um Michael Stipe mit dem Boss gestolpert. Einfach toll. Anlass war das “Vote for Change”-Konzert in Washington. Andy, did you hear about this one?

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Neues aus Sankt Paulin (2): Herrgott, Antenne West…

Dein herrlich absurdes Online-Angebot, das sich hauptsächlich aus schief zurecht geschriebenen Polizei-Meldungen, kruden “Erfahrungsberichten” und allerlei mehr belustigendem Zeugs ohne Sinnzusammenhang aus der “Großregion Trier und Luxemburg” besteht, ist immer mal wieder gut für augenkrebserregende Headlines. Als Beispiel nehmen wir doch einmal diese:

“Frau wirft Mann aus dem Auto – Happyend”

Knackstark.

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Süddeutsche!

Ribery, Sagnol, Sarkozy – Franzosen überall! Da wird man ganz schnell ein bisschen Uh-La-La und schreibt dann sowas:

“Sagnol, der seit fast acht Jahren in München ist, war zu Saisonbeginn ein halbes Jahr wegen eines Knorpelschadens im Knie und zuletzt wegen eines Bandscheibenvorfalls ausgefallen. Trotz der langen Pause und seiner Formschwäche (“Ich versuche auf mein Top-Niveau zu kommen, aber das dauert noch Wochen”) hofft der Nationalspieler auf die Teilnahme an der EM in Österreich und Frankreich (7. bis 29. Juni).” (Quelle)

Ohne über die Mitbewerber von Willy Sagnol komplett im Bilde zu sein – DIE Hoffnung kann er ganz schnell wieder begraben.

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Das Internet ist in Deutschland angekommen

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Zweifelt noch jemand?

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Thema-Icon Musikvideo, Sonstiges Kommentar-Icon 1 Kommentar

Verstärker #346

verstaerker_ratpack.jpgVerstärker #346 präsentiert den barocken Pop der Last Shadow Puppets und ansonsten mal mehr, mal weniger traurige Männer in den besten Jahren: The Notwist, Spiritualized, Elbow, The Fall, Tindersticks, Bon Iver. Außerdem ist bekanntlich Al Wilson gestorben. Heute auf Querfunk, ab 14 Uhr!

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Thema-Icon Webradio Kommentar-Icon Keine Kommentare

Schnuffel das total süße Eichhörnchen – Leben auf der Überholspur

image.jpgDer Name beinhaltet eigentlich schon die Antwort, doch nur noch mal zur Sicherheit: Nein, hier geht es nicht um den Dreckshasen Schnuffel und seinen „Kuschelsong“, sondern um Schnuffel das total süße Eichhörnchen. Das ist deshalb so wichtig zu betonen, weil der Dreckshase exakt das verkörpert, weshalb unser süßes Eichhörnchen nun sein Debüt „Leben auf der Überholspur“ exklusiv für 10 Euro über seine Homepage veröffentlicht. Das da wäre: Fassungslosigkeit! Grenzenlose Fassungslosigkeit. Worüber? Über unsere Gesellschaft und der Dinge, die sie so mit sich bringt; wie besserwisserische „X-Perte“-n, die zu allem und jedem Scheiß ’ne fundierte Meinung haben, die fehlende Gabe zur Reflexion oder diese typisch deutsche Nörglermentalität, alles zu kritisieren, selber aber nie den Arsch von der Couch hochzukriegen. Damit spielt das Album in einer ähnlichen Liga wie einst DJ Kozes Geniestreich „Zuviel Zeit“. Musikalisch verpackt Schnuffel seine Songs mit Hilfe von Christopher Dierks und Sven Mikolajewicz (Ex-Fischmob) in ein zum Teil mehr als fragwürdiges Klanggebilde aus Beats, Punk-Rock, fiesen Billig-Synthesizersounds und Drehorgelklängen. Aber bei dem Album geht es schließlich auch nicht um die Musik, als vielmehr um die Auffassungsgabe von Schnuffel und wie es seine Wahrnehmungen in sensationelle Reime verpackt. Mein ganz persönlicher Favorit: „Nicht der Springer-Presse trauen / und Nazis ruhig mal auf die Fresse hauen / das ist wichtig / wichtig und zentral / und der Rest ist scheißegal“. Schön, dass es noch couragierte Eichhörnchen wie Schnuffel gibt, die keine Angst davor haben, so was zu sagen.

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Thema-Icon Alben, Musik Kommentar-Icon 1 Kommentar

Musik Zwo Null

music 2.0Wieder eine Fußnote mehr im zähen Epos der strauchelnden Musikindustrie und rigiden Copyrightverfechter: Microsoft schalten den Lizensierungsserver ihres MSN-Music-Stores ab. Im Store hat man durch DRM (Digitales Rechtemanagement) geschützte MP3s verkauft. Wenn man ein solches MP3 auf seinem Rechner abspielen will, fragt der Windows Media-Player einmalig bei einem zentralen Server nach, ob man das denn auch darf. Diesen Lizensierungsserver schaltet Microsoft aber Ende August ab. Ab dann steht man als Kunde nach einem Betriebssystemwechsel, Festplattencrash oder Rechneraustausch dumm da. Empfohlen wird seitens Microsoft nun das Brennen als Audio-CD und anschliessendes Rippen.

Was bei Betroffenen Ärger, bei Anderen nur Häme oder ein müdes hab-ich-schon-immer-gesagt-Schulterzucken hervorruft, markiert doch ein Scheitern der Strategie, digitale Kopien unterbinden zu wollen. Derzeit liebäugeln die großen Player mit einer DRM-gesicherten Musik-Flatrate als einer Art Bezahl-Radio (listen only). Nicht nur die MSN-Schliessung deutet aber darauf hin: Andere Konzepte sind gefragt.

Wie diese aussehen könnten, darüber lässt sich der Wahl-Schweizer Gerd Leonhard in seinem Buch “Music 2.0″ aus. Die als pay-what-you-want unter Creative Commons-Lizenz veröffentlichte Essay-Sammlung bringt einige seiner Thesen zu verschiedenen Aspekten des Themas zusammen. Wem 220-Seiten-PDFs nicht liegen, bekommt die zentralen Aussagen auch komprimiert in einem Video in seinem Blog serviert.

Wenn er das Thema auch interessant und querlesenswert aufbereitet, halte ich manches doch für verkürzt und plakativ, anderes verwechselt Spekulation und Vision: So ist die Macht der Konsumenten keine qualitativ andere, die “Abstimmung per Kaufentscheid” gab es schon immer. Betrachtet man Aufmerksamkeit als Ware, so kann man festhalten, dass zwar unzählige Angebote wie auch munitionen.de einfache Einstiegspunkte in vormals nur schwierig zugängliche Nischen liefern. Aber die Massen der Netzuser konzentrieren sich auf virtuelle Entsprechungen bereits im “Meatspace” etablierter Angebote. Crossmedia wirkt besser als “web only”.

Ein weiterer Kurzschluss: Die Distributionskosten von Musik sind höher als 0 – dies verdeutlicht die neuerdings verstärkt geführte Diskussion von Netzwerkbetreibern, die Netzneutralität für trafficintensive Dienste aufzuheben.

Zuletzt erscheinen mir die von ihm angeführten neuen Revenues nicht sehr überzeugend, bzw. stehen im Widerspruch zu den proklamierten sinkenden Marketingkosten. Will man diese Revenues realisieren, ist nach wie vor Marketing gefragt. Aktuell erscheinen Künstler, insbesondere in Nischen, nicht die Profiteure zu sein dieses Umschwungs zu sein. Hohe Konjunktur hat unter Musikern 2.0 wohl hauptsächlich die alte 1.0-Frage: “Und wovon lebst du?”.

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Thema-Icon Literatur, Musik Kommentar-Icon 3 Kommentare

Black Moth Super Rainbow

black moth super rainbowSehr schön schwurbeliger Psychedelic-Pop-Electronic-Folk aus Pennsylvanien. Wenn man, wie derzeit, die ersten sonnigen Nachmittage des Jahres verleben darf, der ideale Sound zum runterkommen vom daily grind und abschalten von der 9-5-Mühle.

Hier der Track “Forever Heavy” vom Album “Dandelion Gum”:

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