The Raconteurs - Consolers Of The Lonely
6. Mai 2008
Oje, muss jetzt bei jeder Differenz zum regulären Album-VÖ-Betrieb die begleitende große Feuilleton-Welle durchgegähnt werden? Also zumindest, wenn die Protagonisten zu den oberen Einhundert der Amazon-Charts zählen? CD-Gott bewahre! Gerade bei den Raconteurs ist das (Nicht-) Brimborium hier doch weniger Programm denn bloß Faulheit und latente Nicht-Identifikation mit dem Ergebnis. Die Allstar-Haarigen trafen sich erneut zum gepflegten Jam in einer ihrer Hütten. Und natürlich, natürlich kam wieder etwas heraus, was der restlichen Welt nicht vorenthalten werden darf. Die Unmittelbarkeit des Raushauens kann dabei aber eben getrost schon als realistische Selbsteinschätzung gewertet werden. “Hier, nehmt. Vielleicht findet ihr was drinnen. Wir machen dafür nicht große Promo-Tour, so wichtig ist es uns jetzt auch nicht.”
Und das hört man - bei aller Liebe zu abgehangenem Chef-Indie-Country - auch. Das Songwriting ist nicht annähernd so zwingend wie beim Debüt “Broken Boy Soldier”, der richtige Hit fehlt, einzig hochgeschraubt ist der Jukebox-Effekt. So geht’s eben beim Jammen, man guckt mal, wie nah man an seine alten Helden soundmäßig rankommt. Auf einem Song wie “Hold Up” meint man, das seien lustigerweise sogar AC/DC, der Rest zitiert eher 60s- und 70s-Garage oder bemüht auch mal die bei “DSDS” so herbeigesehnte Show mit der Bigband (”Many Shades Of Black”).
Stylish: ja; clever umgesetzt: klar; bringt es dich irgendwohin, wo man nicht seit den Strokes und hundert anderen staubtrockenen Neo-Typen-Rockbands schon war? Absolut nicht. Befriedigender ist nur noch Petting, wenn das Telefon klingelt - und der Partner abnimmt.
Alben, Musik


















