The Lodger - How Vulgar
8. Juni 2008
Als 2005 “Hi-Fi High Lights - Down Low”, das Debütalbum von The Lodger aus Helsinki, erschien, stand Bassist Hannes Häyhä mehr im Interesse der Berichterstattung - er ist Animationsfil- memacher, gewann zu dem Zeitpunkt gerade massig Preise für seine Strichmännchenvideos und landete einen lukrativen Werbedeal mit einem Kosmetikunternehmen - als die Musik der Band.
Das wollen The Lodger jetzt ändern und mit dem neuen Album “How Vulgar” lieber sich selbst und ihre Musik in den Mittelpunkt rücken. Das hätten sie aber auch bleiben lassen können: Obwohl nach dem mysteriösen Londoner Nebel benannt, setzt die Band lieber auf Offensichtlichkeiten. Ihr melodischer Rock orientiert sich am längst und zu Recht verdrängten Surfpop der Neunziger, und würde ihre beliebig klingende Auswahl musikalischer Vorbilder (”Beatles, Kinks, Stones”) die Platte zu hören bekommen, sie würden sie sicherlich sogleich wieder ausschalten. Obwohl der etwas zu stark in Richtung Eingängigkeit gestimmte Rockpop so belanglos ist, dass sie vielleicht auch gar nicht merken würden, dass er überhaupt läuft.
The Lodger klingen eher wie die talentierte Schülerband, bevor sie zum ersten Mal ins richtige Studio gehen darf, als die alten Hasen, denen vom finnischen Hitproduzenten Jyri Riikonen geholfen wurde. Vielleicht kann ihnen Bassist Hannes jetzt ja mit ein paar Videos unter die Arme greifen.
PS: Noch mehr Lodger? Und genau im selben Monat? Königin Zufall hat wohl wieder einen sitzen. Diese Lodger kommen aus UK, sind (bis dato) etwas weniger bekannt als jene aus Skandinavien. Ihr routiniert bis schmeichelnder Britpop-Sound hält dabei die Möglichkeit offen, dass sich das Blatt zu ihren Gunsten wendet. Das Level von The Young Knives, We Are Scientists hält “Life Is Sweet” zumindest locker.
The Lodger - How Vulgar ist am 30. Mai via Onomato Pop / Cargo erschienen
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