Coldplay - Viva La Vida Or Death And All His Friends

Soldaten, Priester, Bibel, Himmel, Hölle. Coldplay entziehen sich dem Alltäglichen, um mit Brian Eno den Status des Epischen und Perfekten zu erreichen. Inhaltliche Auffüllung des gewohnten Falsetto-Pathos zu einem Pop-Album, das die aristotelische Mitte auf Biegen und Brechen auf die oft bemühte Spitze treibt. Jede Note sitzt, jede Gitarren-Hybris bestätigt nur mehr die Norm und am Ende könnten alle von einem schmeichlerischen und großen Album sprechen. Wenn, ja wenn die Vorhersehbarkeit von Note zu Note nicht so ermüdend konservativ wäre. Jedes Stück für sich genommen vier bis sechs Minuten unterhaltsamer Qualitäts-Pop; zusammengefügt ein Konzept des brutal herausgeputzten Status Quo. So angenehm und ärgerlich wie U2 in ihren Hochzeiten, strahlend schön wie ein Diamant, dessen Licht sich nirgendwo bricht. Soldaten, Priestern, Bibel, Himmel und Hölle zum Trotz. Schlagwörter haben den härtesten Punch und keiner zelebriert die Kunst des So-Singens-Als-Ob kunstfertiger als Chris Martin und seine Spießgesellen. Hören sie hin, wir tun so, als gebe es was zu verstehen.

“Viva La Vida…” ist am 13. Juni via Parlophone/EMI erschienen.

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