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James Pants – We’re Through

James Pants schöpft mit der ganz großen Kelle ab: 80’s Soul, Electro Boogie, Early Rap, New Wave, & Post-Punk Disco. Nachzuhören auf seinem neuen Album “Welcome”, auf dem er sowohl Schlagzeug, als auch Keyboard und Gitarre spielt. Singen tut er natürlich ebenfalls. Als Appetizer des am 23. Mai via Stones Throw/Groove Attack erschienenen Albums der Track “We’re Through”. James zeigt, wer hier die Hosen anhat.

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Foto: Jake Green

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Telefonjoker

Da sitze ich also nun und bin Telefonjoker bei „Wer wird Millionär?“. Wie es dazu kam, muss ich kurz erläutern: Thomas, ein guter Bekannter, erzählte mir, dass er es zur Endrunde bei Günther Jauch geschafft habe und noch einen intelligenten, vielseitig versierten Telefonjoker brauche und ob ich denn nicht…Natürlich fühlte ich mich geschmeichelt und sagte zu. Und jetzt sitze ich hier in meiner natürlich geräuschlosen Wohnung und warte auf den Anruf. Der kann ja jederzeit kommen und ich will nicht erst noch die Anlage ausdrehen müssen. Das macht keinen guten Eindruck, wenn man erst beim sechsten Klingeln an den Apparat geht. Bilde ich mir zumindest ein. Den ganzen Tag habe ich mich mit leichter Wissens-Muse beschäftigt, um in einer gewissen „intellektuellen Anspannung“ zu stehen. Das finde ich cool von mir, denn diese Anstrengung macht sich bestimmt nicht jeder. Außerdem habe ich ALLEN Menschen, die mich in den letzten zwei Jahren telefonisch kontaktiert haben, Bescheid gesagt, heute Abend nicht doof bei mir anzurufen und mir entscheidende Sekunden kostende Gespräche über Koks oder humanitäre Interventionen zu drücken. Und jetzt muss ich aufs Klo. Geht aber nicht, denn jederzeit könnte ja der ominöse Anruf kommen. Man stelle sich vor: Thomas sitzt im Studio, hat schon irre schwierige Fragen über neuseeländische Gebirge oder den finnischen Außenminister von März bis Juli 1953 beantwortet und dann käme eine für mich total easy Fußball-Frage und er würde 500.000 Euro in den Sand setzen, weil ich pullern muss!!! Also: Verkneifen! Boah, so 2 Stunden gehen echt langsam rum. Blick an die Decke, Blick auf den Staub auf den Büchern, Blick auf die quirlige Garderobe, die ich zu diesem feierlichen Anlass aufgetragen habe. Wenn es schon Bildtelefone in einer solchen Sendung gäbe, dann hätte ich ab übermorgen eine eigene Show auf Pro Sieben. Aber das sind ja Phantastereien, denn Herr Jauch ist seriös und ärgert sich nicht mit solch neumodischem Schnickschnack wie „Bildtelefonen“ herum. Und wäre ich noch so vor mich hinsinniere, klingelt das Telefon. „Prrrriiiiiiiing“. Bloß nicht beim ersten Klingeln rangehen, sonst halten dich die Zuschauer noch für einen kontaktarmen Sonderling, der nur darauf geifert, angerufen zu werden. „Prrrrrriiiiing“. Jetzt rangehen. Nur zweimal klingeln lassen deutet Aufmerksamkeit und Interesse an. „Fuchs“, melde ich mich bestimmt und sonor. „Guten Abend Herr Fuchs, hier spricht Günther Jauch.“ Ja, wer sonst. Das sage ich natürlich nicht, sondern antworte ebenso höflich mit „Guten Abend“, um keine negativen Vibrations im Studio aufkommen zu lassen. Soweit alles richtig gemacht. „Ihr Freund Thomas sitzt hier und braucht ihre Hilfe“. Hach, wer hätte das gedacht? Außerdem ist er nicht „mein Freund“. Eher so ein Typ, mit dem man in Großgruppen sanfte Drogen konsumieren würde, aber niemals auf die Idee käme, ihn zu fragen, ob er Bock auf ‘nen Dreier hätte. Aber auch das schlucke ich im monetären Interesse „meines Freundes“ Thomas herunter. Statt dessen ein schlichtes „Aha.“ Jauch schmonzt weiter: „Ihr Freund hat per 50-50 Joker schon die Auswahl auf 2 Möglichkeiten reduziert“. Das ist jetzt natürlich einerseits gut für ihn, andererseits setzt es mich auch gehörig unter Druck. „Herr, Fuchs, halten sie sich fest“. Blödmann, quassel nicht so viel, mein Hirn wird ganz schwammig. „Es geht um…(Pause)…EINE MILLION EURO!!!“. Na super. Die Nation schaut zu, wahrscheinlich ´ne sensationell spannende Sendung, und jetzt hängt es an Herrn Fuchs. Am liebsten würde ich sofort wieder auflegen, aber ich gehe den Weg des Bewährten: „Aha.“ Jauchs Stimme überschlägt sich schon. „Ich gebe sie mal weiter.“ Das ist gut. Noch ein „Aha“ hätte ich mir nicht verziehen. Und schon während Thomas die ersten Worte sagt, ahne ich, dass die nächsten 30 Sekunden die hemmungslos peinlichsten Sekunden meines Lebens werden:

„Hallo Marco!“

„Hallo Thomas“

(Warum eigentlich so viel wertvolle Zeit mit solchen Floskeln verschwenden? Da gehen glatt 4 Sekunden drauf. Das sind bei 30 Sekunden Gesamtzeit 13 1/3 Prozent!!!)

Ich höre Thomas schwer atmen. Wahrscheinlich hat ihn dieser Gesichtsgulasch von Jauch in der letzten halben Stunde dermaßen durch die Mangel gedreht, dass er nicht mehr weiß, ob er Männchen oder Weibchen ist.

„Marco, welche Internetseite gibt es wirklich: >penner-treten.de< oder >dreilochstute.de<???“

„Häääääää???“ (Das denke ich natürlich nur, soweit habe ich meine sieben Murmeln noch zusammen)

Was soll das denn bitte? Mir wird heiß und kalt gleichzeitig. Das ist ja wohl ein Scherz!!!??? „Penner-treten“??? „Dreilochstute“???

„Marco? Penner-treten oder Dreilochstute? Welche Seite gibt es wirklich?“

Ich bin im falschen Film. Eindeutig. Auch wenn ich die Wahl von Günter Jauch zum intelligentesten Deutschen nur weil er unfallfrei von einem Bildschirm ablesen kann, immer für reichlich absurd befunden habe, aber so eine Frage geht ja wohl gar nicht. Und wieso um Himmels Willen ruft der Arsch ausgerechnet mich an? Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie das Gespräch zwischen den beiden vor dem Anruf abgelaufen ist: „Haben sie nicht einen Telefonjoker, der sich eventuell mit Porno-Seiten im Netz auskennen könnte?“ Und Thomas unter dem Gejohle des Publikums sagt: „Ja bestimmt! Der Herr Fuchs müsste das wissen!“. Blöder Wichser.

„Marco? Hast Du ´ne Ahnung?“

Ne, hab ich nicht. Und selbst wenn, würde ich jetzt meine Klappe halten. Jahaaaa, erst einen auf den Dicken im Studio machen und mich vor 10 Millionen Zusehern bloßstellen, und jetzt hilflos im Stuhl hin- und herrutschen. Wahrscheinlich hat er auch noch so ein niedliches Maskottchen am Pult befestigt. So was ganz süßes. Solche Kandidaten gehören ja sofort an die Wand. Ohne Ausnahme. Ja, „mein Freund“, jetzt nutzt Dir auch dein Stoffhäschen nix mehr. Verkalkuliert, mein Lieber!

„Marco???“

Seine Stimme ist von Angst zerfressen. Da klingen die entscheidenden Momente „ausgesorgt“ oder nur „Familienurlaub in der Karibik“ durch. Ich versuche, ihn hinzuhalten.

„Hm, das ist schwierig.“

Gut gemacht, Marco. Nicht das Tanzäffchen für den Mob spielen, sondern vermeintlich ernsthaftes Überlegen an den Tag legen. Wahrscheinlich blenden sie jetzt gerade das grüblerische Stirnfaltengesicht von Jauch und dann das vom blanken Entsetzen gezeichnete Antlitz von diesem „Thomas“ ein. Wahrscheinlich hat er echt noch Hoffnung. Haha, du traurige Gestalt.

„Marco, noch 5 Sekunden!!!“

Oh, noch 5 Sekunden!!! Da werde ich aber ganz unruhig. Hähähähä. Genialität bemannt sich meiner:

„Thomas! Die richtige Antwort ist…

Oh, wie kann ich mir die atemlose Spannung in diesem Studio ausmalen. Mütter und Töchter umklammern ihre bescheuerten Glücksbringer, weit aufgerissene Augen bei diesem Typen, äh, Thomas heißt er. Selbst G.Jauch ahnt, dass ihm diese Sendung eine Goldene Rose in Montreux oder sowas einbringen könnte. Oh, wie ich euch leiden sehe. Doch ich werde euer Spiel nicht mitspielen. Wenigstens einer muss sich doch mal gegen diesen Irrsinn auflehnen, wenigstens einer muss doch die Kraft haben. Absurder Gedanke, dass ausgerechnet ich derjenige sein sollte. Aber man muss die Diktatur des Profits schlagen, wenn man sie am Schlawittchen hat. Wie viele schwitzende Dialektsprecher musste ich schon ertragen? Wie viele blassierte Apothekersfrauen, die bei einer falschen Antwort und „nur“ gewonnenen 32.000 Euro beleidigt und enttäuscht die Augen verdrehten? Und jetzt ist die Zeit der Rache für den gedemütigten Besserwisser auf der Couch gekommen. Millionen von kreuzworträtselnden Rentnern werden T-Shirts mit meinem Namen tragen. RTL wird Profi-Knochenbrecher bei mir anklopfen lassen. Doch dies ist mir in dieser heroischen Sekunde gleich. Schweig, Marco, schweig. Ich weiß, es fällt dir schwer, doch schweig!

3-2-1…“tuuuuuuuuuuuuuuuuut“

Aus, vorbei. Nassgeschwitzt lasse ich den Hörer in Zeitlupe auf die Station sinken. Ich schließe meine Augen und genieße die körperliche Schwäche, die mich durchdringt. Marco, du bist der Größte. Und jetzt geh‘ ich pullern.

(Anm.: Ein uralter Text, den ich die Tage wiederentdeckt habe und der – zumindest bei mir – dann doch für den einen oder anderen Lacher gesorgt hat. Geil, wenn man selber nicht mehr erinnert, was man da mal hingesaut hat…)

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Four Tet – Resident Advisor Mix

Kieran Hebdens Tage scheinen derzeit ja mehr als 24 Stunden zu haben. Aus der warmen Erde des Netzes stoßen permanent geile Mixe von ihm ans Tageslicht (u.a. hier), seine EP “Ringer” (siehe hier) überrascht und begeistert ob ihres stringenten, knochentrockenen Ansatzes und – um zum Anfang zurückzukehren – für Resident Advisor knallt er mal eben einen bemerkenswerten Mix heraus, der feucht und dreckig hinter den Ohren ist. Achso, und mit Steve Reid arbeitet er schon an einem neuen Album, das im Herbst rauskommen soll. Held der Arbeit. Oder so.

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Tracklist
01. Guillaume & the Coutu Dumonts – Ocre – Oslo
02. Martin Buttrich – Stoned Autopilot – Planet E
03. Delia Gonzales and Gavin Russom – Rise (DFA Remix) – DFA
04. Ricardo Villalobos – Enfants (Chants) – Sei Es Drum
05. Plastikman – Kiropraktor – Plus 8
06. Harold Björk – Brus – Traum Schallplatten
07. Hot Chip – No Fit State (Audion Remix) – EMI
08. A Number of Names – Sharevari – Capriccio
09. Alex Smoke – A Moment to Myself – Soma Quality Recordings
10. Aril Brikha – Groove la Chord – Fragile Records
11. X-Ray – Let’s Go (Dub Mix) – Transmat
12. Crazy Bald Heards – First Born – On A Tick
13. MJ Cole – Sincere (Dubb 2000) – AM:PM
14. Inner City – Good Life (Mathew Jonson Remix) – KMS
15. Benga – Z – Tempa
16. Lindstrom – Breakfast in Heaven (Arp Remix) – Feedelity
17. Sam Clarence – Sextant Daktari – Remake Music
18. Matt John – Olga Dancekowski – BAR25
19. Thom Yorke – Black Swan (Cristian Vogel Remix) – XL
20. Sound Stream – Love Jam – Sound Stream
21. Nightlife Unlimited – Peaches and Prunes (Ron Hardy Re-Edit 1) – Partehardy Records
22. C++ – Angie’s Fucked – Music For Freaks
23. Four Tet – Swimmer – Domino Recording Company Ltd.
24. Born Ruffians – I Need a Life (Four Tet Remix) – Warp

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Ein Friedhof am Ende der Welt – Die Strafe ist zurück

Und welches Wurmloch ist jetzt noch mal kollabiert, dass 2008 eine CD von Die Strafe auf Beri Beri Records auftaucht? Pardon, ich wollte dem Betrachter sicher nicht unterstellen, so alt zu sein, dass er sich auch über diesen Umstand wundern müsste. Also mal ganz von vorn, Opa: Von Die Strafe aus Mönchengladbach und dem Label hat man mitunter zehn Jahre nichts mehr gehört. Man dachte, sie sind verzogen, vergangen, durch, äh, tot. Davon will „Schwarz“ aber nichts wissen. Düsterer Punk jenseits der Scheiße und dabei von der Vielseitigkeit einer guten Boxhamsters-Platte. Schnelle Stücke, ruhige, Slogans, Humor, Power. Aufgenommen wurde das alles von Junge von EA80. Und man durfte das Schlagzeug von Nico (ebenfalls EA 80) leihen. Geil mit Küsschen drauf, würde ich sagen.

Die Strafe “Schwarz” (Beri Beri / Broken Silence)

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Bon Iver – Skinny Love

“I told you to be patient
I told you to be fine
I told you to be balanced
I told you to be kind
Now all your love is wasted?
Then who the hell was I?
Now I’m breaking at the britches
And at the end of all your lines”

Bon Iver. Skinny Love. Live at Jools Holland. Fantastisch.

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