Du durchsuchst derzeit das munitionen Archiv von Juli, 2008.

CSS – Donkey

Seit einer Weile tragen die modischen Mädchen und Jungs wieder Flanellhemden und Doc Martens. Grunge is back! Und CSS spielen auf ihrem aktuellen Album “Donkey” eine konsequent moderne Version von dem, was damals als die weibliche Form der Bands aus Seattle gehandelt wurde: den Riot Grrrls.

Wie das bei Revivals so üblich ist, wurde einiges an politischem Impetus über Bord geworfen. Und man hört der Band an, dass sie sich mittlerweile auch mal zurücklehnen kann und nicht mehr so viel herumhüpfen muss wie zu Zeiten des Debüts “Cansei De Ser Sexy”. Sie waren inzwischen mit Gwen Stefani auf Tour, haben den Coolness-Stempel aus allen möglichen Ecken aufgedrückt bekommen und “Donkey” von Mark “Spike” Stent, dem Hitproduzenten von Indie- und Popgrößen wie KLF, Madonna und Björk, in L.A. mixen lassen. Schien es vor zwei Jahren noch so, als sei die Beherbergung durch Sub Pop, wenn nicht ein Versehen, dann doch ein lustiger Scherz, so haben sie sich unter dem belanglos gewordenen Grunge-Dach mittlerweile mit einer unbeschwerten und klugen Interpretation des Schrammelgitarrenrock freigespielt. Zum Hit “Left Behind” sieht man im Kopf schon würdige Corin-Tucker-Sprosse auf Festivals tanzen, die Lust auf Techno, aber gar keinen auf ordentliche Musikgeschichte haben.

“Donkey” ist am 21. Juli über Sub Pop/Cargo erschienen.

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Hellsongs – Hymns In the Key Of 666

Ist einem kalt, gucke man Vilsmaiers “Stalingrad”, da wird’s einem daheim schon wärmer; befindet man sich auf kaltem Entzug, sehe man “Spun” von Jonas Akerlund und kann sich vergewissern: Anderen geht’s noch schlechter.

Obwohl “Spun” auch einen, wenn auch melancholischen, aber ziemlich amtlichen Feelgood-Moment hat. Während die Credits zu Beginn laufen, fährt man im Auto des Hauptdarstellers Jason Schwartzman mit, und es läuft eine Akustikgitarren-Version von Iron Maidens “Number Of The Beast”, performt von Billy Corgans Zwan. Wahnsinn, unvergesslich, kein Oscar für diese Filmmusik, dafür gehört jede Academy der Welt eingerissen.

Nun, auch zwei schwedische Jungs und das eine Mädchen hingen an diesem großen Erweckungs-Moment der Drogenfilmgeschichte. So sehr, dass sie um den Style des Western-Akustik-Coverns von Metalsongs herum eine ganze Band ins Leben riefen. Band: Hellsongs. Inklusive dem von Kalle Karlsson erfundenen Genre-Begriff: Lounge-Metal. Nach der EP nun eine ganze Platte: “Hymns In The Key Of 666″, wohl dem, der mit dem Teufel scherzen kann. Auf Wiedersehen in der Hölle auf Molochs Totenkarussell. Plötzlich zu Samt werden hier u. a. “The Trooper” und “Run To The Hills” (Iron Maiden), “Rock The Night” (Europe), “Seasons In The Abyss” (Slayer) etc. Schönes Gadget und oft ein schönes Kennenlernen der Texte von Songs, die man zwar jahrelang im Ohr, aber offensichtlich nie verstanden hatte.

“Hymns In The Key Of 666″ ist am 27. Juni über Despot/Bodog erschienen.

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Jazzsteppa – 3 Gun Crime – America B

Die Berlin-Londoner Dubstep-Connection namens Jazzsteppa ist mit neuem Musikvideo “3 Gun Crime” im Netz:

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Weniger augen- als ohrenschmeichelnd.

Schon seit ein paar Wochen rotiert bei mir 33 mal pro Minute “America B” von ihrer letzten Single auf MG77. Dessen Introbläser machen eine Erklärung des Titels schnell hinfällig. Gibt es auch in einer Live-Version als Vorgeschmack auf die Gigs des Trios.

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Roots Manuva – Slime & Reason

„You got to sing like no one’s listening. You gotta fart like there’s no one there to smell it!” Quietschfidelen Frohsinn versprüht Smiths ihr Rodney alias Roots Manuva im Zuge seines vierten Longplayers. Der Mann, der die Fahne des UK-HipHop in den letzten Jahren so ziemlich als einziger hoch gehalten hat, ohne dabei albern auszusehen, gerät allerdings mit „Slime & Reason“ in Gefahr, genau dort zu landen. Dabei geht es doch sogar um mehr als HipHop:

„With this record I was trying to tune into that old Channel One, Studio One aesthetic. Lord knows what they were drinking, smoking or eating or what they were doing or what was on their mind but to me that was a special period in music. Today, with the technology that’s available it’s pretty easy to make generic music, music that sounds like everything else. But to tap into an unique aesthetic, to make a long player that is of its own world is a harder job. How do we make it have an individual sound?”

Gute Fragen zu stellen, heißt aber lange noch nicht, gute Antworten zu finden. „Slime & Reason“ mag man sogar mit seiner Mischung aus Karnevalshymnen, melancholischem Funk und analogen Synthie-Attacken eine „Individualität“ zugestehen, „individuell“ ist aber nicht gleichbedeutend mit – genau – „gut“. Rodney Smith hatte für seinen neuen Tonträger scheinbar 14 annehmbare Ideen zusammen und hat diese auf exakt 14 Tracks verteilt. Manchmal funktioniert’s („It’s me oh lord“), meistens weniger, manchmal überhaupt nicht („Do nah bodda mi“). Den obligatorischen Hu-Hu-Hit gibt’s mit „Buff Nuff“, aber das hätte man auch mit einer schicken Single abhandeln können. Als langjährigen Fan befällt mich Ratlosigkeit, aber vielleicht kriegt er mich ja beim nächsten Mal wieder. Als Ein-Mann-Spaß-Combo jedoch nicht.

“Slime & Reason” erscheint am 29. August über Big Dada / Rough Trade.

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Verstärker #353

Verstärker #353 hat Sinn für Sinnlichkeit und schaltet deshalb die neuen Platten von Martina Topley Bird, Leila, Tricky und Stereolab an. Dass außerdem noch Zeit für die Remix-Platte der Türen mit dem sinnlichen Titel “Booty” ist, kann nur kaputte Typen wie Volker Kauder verwundern! Heute von 14 bis 16 Uhr auf Querfunk!

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Gas – Nah und Fern

Seit fast zwei Jahrzehnten hat Wolfgang Voigt das Gesicht der sich von Köln aus verästelnden Elektronik-Szene entscheidend geprägt. Unter dem Pseudonym “Gas” erschienen zwischen 1996 und 2000 auf Mille Plateaux vier Alben, die in ihrer verwaldeten Rausch-Brumm-Ästhetik den Begriff “Minimal” maximalisierten. 2008 gibt es “Gas”, “Zauberberg”, “Königsforst” und “Pop” zusammengefasst in einer 2LP- oder 4CD-Box unter dem Namen “Nah und Fern”. Uneingeschränkter Kaufauftrag hiermit erteilt.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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“Nah und Fern” ist am 06. Juni 2008 bei Kompakt erschienen.

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Ach Schäuble, Sie schon wieder…

Man hat Sie angesprochen und Sie haben schon wieder etwas schäubleeskes geantwortet. “Die Zeit” wollte von Ihnen ein Statement bezüglich der wachsenden sozialen Ungleichheit in Deutschland und Sie gaben Ihr wie erwartet den totalen Dreck:

Wenn wir uns anschauen, wie die Lebenschancen für Chinesen, für Inder oder für Südamerikaner sind, relativiert sich das.

Ganz genau. Wer 4,- Euro die Stunde verdient, sollte einfach mal nach Indien schauen. Denen geht’s noch schlechter. Und die hysterischen Weiber sollen sich bei einer ausgerutschten Hand nicht so anstellen, sondern lieber mal zum Muselmanen gucken. Gegen eine zünftige Steinigung ist eine Backpfeife doch so relativ gesehen gar nix. Und wenn hier wieder mal ein Schwarzer totgeschlagen wird, soll er doch mal seinen Blick nach Afrika richten; Da sterben die Neger täglich wie die Fliegen! Einfach so! Alles relativ. Und gegenüber Hitler, Kerner oder Helmut Schmidt sind sogar Sie relativ sympathisch. Irgendeinen, der mehr Dreck am Backen oder Stecken hat, gibt’s immer.

Foto: www.bundestag.de

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Thema-Icon Politik, Rohrkrepierer Kommentar-Icon 2 Kommentare

TheCureTheCureTheCure!

Um uns die Zeit bis zum Album-Release im September zu vertreiben, veröffentlichen The Cure ja munter jeden 13. eine neue Single. Wer sich’s leisten kann – Bitte schön. Zudem scheint es ja derzeit schwer in Mode zu sein, sich mit den Federn der Düster-Könige zu schmücken. Die bezaubernde Scarlett Johansson hat sich z.B. dem Alltime-Fave “Boy’s dont cry” angenommen. Schwere durch Langsamkeit wird hierbei propagiert; exakt der Gegenentwurf von Far East Movement, die das “Lovesong”-Original in einen veritablen Westcoast-Hit mit Namen “Lowridin” verwandelt haben. Punktsieger: Far East Movement!

Scarlett Johansson – Boy’s don’t cry:

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Far East Movement – Lowridin

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Foto: Andy Vella

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Radovan Karadzic!

Cathrin Schütz schrieb heute in der “Junge Welt” zu Ihrem demnächst vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag anstehenden Prozess u.a. folgendes:

Erst dieser Tage hat die Berufungsinstanz des Tribunals das sowieso schon aberwitzig milde Urteil von zwei Jahren Haft gegen den früheren bosnisch-muslimischen Stadtkommandanten von Srebrenica, Naser Oric, aufgehoben. Oric, der sich in den frühen 1990ern vor Journalisten mit Videofilmen brüstete, die von seiner Hand getötete und massakrierte serbische Zivilisten zeigte, wurde vom ICTY »von jeder Schuld« freigesprochen. Bei Angriffen aus der offiziell entmilitarisierten UN-Schutzzone Srebrenica auf die umliegenden Dörfer war unter seinem Kommando die serbische Zivilbevölkerung getötet oder vertrieben worden. Orics Freispruch erfolgte, kurz nachdem das Haager Tribunal Ramus Haradinaj, früher Kommandeur der kosovo-albanischen Separatistenguerilla UCK, wieder eine weiße Weste verpaßt hatte. Mehrere kosovo-albanische Belastungszeugen waren im Verlauf des Verfahrens auf ungeklärte Weise ums Leben gekommen – das ICTY hatte schlußendlich kein Problem, Haradinaj freizulassen.

Was Naser Oric und Ramus Haradinaj mit Ihnen zu tun haben, Radovan Karadzic? Nichts…Haha…

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Plump DJs – Data Transmission-Podcast

Die Plump DJs sind wohl mit den Stanton Warriors das erfolgreichste Breakbeat-Duo überhaupt. Gerade haben sie ihr neues Album “Headtrash” veröffentlicht und promoten es im BBC und diversen Webradios mit DJ-Sets. Hier gibt es einen Mix für den Data Transmission-Podcast zum Download.

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