Roots Manuva - Slime & Reason
28. Juli 2008
„You got to sing like no one’s listening. You gotta fart like there’s no one there to smell it!” Quietschfidelen Frohsinn versprüht Smiths ihr Rodney alias Roots Manuva im Zuge seines vierten Longplayers. Der Mann, der die Fahne des UK-HipHop in den letzten Jahren so ziemlich als einziger hoch gehalten hat, ohne dabei albern auszusehen, gerät allerdings mit „Slime & Reason“ in Gefahr, genau dort zu landen. Dabei geht es doch sogar um mehr als HipHop:
„With this record I was trying to tune into that old Channel One, Studio One aesthetic. Lord knows what they were drinking, smoking or eating or what they were doing or what was on their mind but to me that was a special period in music. Today, with the technology that’s available it’s pretty easy to make generic music, music that sounds like everything else. But to tap into an unique aesthetic, to make a long player that is of its own world is a harder job. How do we make it have an individual sound?”
Gute Fragen zu stellen, heißt aber lange noch nicht, gute Antworten zu finden. „Slime & Reason“ mag man sogar mit seiner Mischung aus Karnevalshymnen, melancholischem Funk und analogen Synthie-Attacken eine „Individualität“ zugestehen, „individuell“ ist aber nicht gleichbedeutend mit – genau – „gut“. Rodney Smith hatte für seinen neuen Tonträger scheinbar 14 annehmbare Ideen zusammen und hat diese auf exakt 14 Tracks verteilt. Manchmal funktioniert’s („It’s me oh lord“), meistens weniger, manchmal überhaupt nicht („Do nah bodda mi“). Den obligatorischen Hu-Hu-Hit gibt’s mit „Buff Nuff“, aber das hätte man auch mit einer schicken Single abhandeln können. Als langjährigen Fan befällt mich Ratlosigkeit, aber vielleicht kriegt er mich ja beim nächsten Mal wieder. Als Ein-Mann-Spaß-Combo jedoch nicht.
“Slime & Reason” erscheint am 29. August über Big Dada / Rough Trade.
Alben, Musik


















