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Die Mücke zum Elefanten: Burn After Reading

23050622Bei den letzten Filmen von Joel und Ethan Coen konnte einem das Lachen vergehen. Auch ihre neueste Komödie “Burn After Reading” spielt in der Welt des missglückten Verbrechens. Aber diesmal glücken zumindest die Slapstick-Einlagen.

Nach dem humorfreien Gewaltepos “No Country For Old Men” darf in dem neuen Streifen der Coen-Brüder wieder gelacht werden. “Burn After Reading” ist eine rabenschwarze Komödie mit vermeintlich misanthropischen Zügen. Unterm Strich bleibt nämlich festzuhalten: Der Mensch ist ein ziemlicher Idiot. Die Erkenntnis ist natürlich nicht neu. Nicht nur Thomas Bernhard hat im letzten halben Jahrhundert etliche Bücher mit ähnlicher Kernaussage geschrieben. Bei Joel und Ethan Coen stehen jedoch keinesfalls Zynismen und Hass im Vordergrund. Sie lassen ihre mit zahlreichen Beknacktheiten ausgestatteten Figuren spielen und ziehen dabei haufenweise Skurrilitäten aus dem Zylinder.

Die Figuren, allesamt mittleren Alters und erfolglos, kann man aber durchaus mögen. Weshalb davon auszugehen ist, dass die Coens auch keine Misanthropen sind, wie schon andernorts gemutmaßt wurde. Wer so liebevoll und ausgiebig an den Schrullen seiner Charaktere feilt, kann Menschen nicht hassen.

Da wäre zum Beispiel Chad, gespielt von Brad Pitt. Chad ist ein Knallkopf von einem Fitnesstrainer, stets geckenhaft tänzelnd zu den Klängen seines iPods, in rotem hautengem Trikot, kurzer Hose und mit dämlicher Frisur, sich dabei Flüssigkeit aus einer Fahrradflasche in den Mund spritzend und die Leute an den Geräten malträtierend. Kein noch so abgedroschenes Klischee des sportlichen Lackaffen wird ausgelassen. Und dennoch zweifelt man nicht eine Sekunde daran, dass Chad ein netter Kerl ist.

Zusammen mit Arbeitskollegin Linda Litzke, verkörpert von Frances McDormand, gerät er in den Besitz vermeintlich brisanter Geheiminformationen. In Wahrheit handelt es sich jedoch lediglich um die Memoiren des abgehalfterten Ex-CIA-Agenten Osborne Cox (John Malkovich), der kürzlich erst wegen permanenter Trunkenheit von der Intelligenz-Agentur gefeuert wurde.

Der folgende Erpressungsversuch scheitert an der mangelnden Professionalität der zwei Halbkriminellen. Das Opfer zeigt sich eher schlecht gelaunt als merklich beeindruckt und lässt die beiden abblitzen. Die wiederum, besessen von der Idee, das geheime Material doch irgendwie zu Geld zu machen, marschieren allen Ernstes zur russischen Botschaft. Doch auch hier steht man Lindas und Chads Plan B, den Kalten Krieg wieder aufflammen zu lassen, skeptisch gegenüber und befördert das Paar auf die Straße.

Wir befinden uns also wieder mal in der “Welt des missglückten Verbrechens”. Wer nun glaubt, das Thema hätte sich nach den deftigen Abfuhren erledigt, wird eines Besseren belehrt. Es geht, ganz in der Tradition der Screwball-Komödie, chaotisch und hektisch zur Sache.

Neben Crime gibt es in “Burn After Reading” auch jede Menge Sex, und zwar in Form des erotomanen Harry Pfarrer (George Clooney), ein Ex-Bodyguard aus einer Stadt namens Chevy Chase, den sein Donjuanismus von einem Fettnäpfchen ins nächste jagt. Nachdem Pfarrer eine Affäre mit Cox’ Frau (Tilda Swinton) sowie weitere Eskapaden mehr schlecht als recht überstanden hat, lernt er via Internetdating Linda Litzke kennen, wodurch die Ereignisse ins Schleudern geraten.

Es gibt Tote. Natürlich nicht im brutalen Sinne, wie in “No Country For Old Men”, gestorben wird hier stets in Slapstickmanier. Am Ende weiß keiner mehr so recht, wann genau die Mücke zum Elefanten mutiert ist. Der CIA-Boss kann, unterrichtet über den bizarren Fall, nur noch genervt reagieren: “Burn the body. Get rid of it. And keep an eye on everyone … see what they do. Report back to me then … I don’t know. When it makes sense.” Doch der Sinn hat sich schon lange verabschiedet. Die finale Aufklärung erfährt der Zuschauer nur übers Hörensagen. Das Chaos ist bildlich nicht darstellbar.
Im Gegensatz zu den letzten, eher misslungenen Coen-Komödien wie “Intolerable Cruelty” oder dem “Ladykillers”-Remake besticht “Burn After Reading” durch brillante Dialoge, bösen Witz und die bewährten Schauspieler. Auch die Neuen im Ensemble machen sich gut. Brad Pitt nimmt man den Trottel sofort ab. John Malkovich ist großartig als mal cholerischer, mal melancholischer Säufer.

Angesichts der jüngsten Datenverlustspannen in Deutschland und England hat der Film natürlich eine gewisse Aktualität. Was so ein Staatsfeind mit pikanten Daten alles anstellen könnte, wird dem Zuschauer auf imposante Weise vor Augen geführt. Auch wenn die Daten keine Daten sind und der Staatsfeind gar kein Staatsfeind, sondern im Grunde genommen nur ein netter Mensch, der Geld für eine Schönheitsoperation braucht und bereit ist, alles dafür zu riskieren. Am Ende gibt es genau einen Sieger und jede Menge tote und auf der Strecke gebliebene Idioten.

Der Film wurde in nur zwei Monaten mit relativ kleinem Budget abgedreht. Die Brüder entwickeln sich scheinbar gerade zu Fließbandproduzenten. Denn als Nächstes angekündigt sind bereits die Verfilmung von Michael Chabons jüngstem Roman “Die Vereinigung jiddischer Polizisten” sowie eine schwarze Komödie namens “A Serious Man”.

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Neues aus Sankt Paulin: EINTRACHT!

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Radiohead – Reckoner (Diplo Remix)

reckonerremixMan fragt sich, wie oft man noch in die Innereien des Radiohead-Albums “In Rainbows” (Genau, das mit dem Download for Free) packen und immer noch etwas Schmackhaftes herausziehen kann. Der Remix-Wettbewerb zu dem Track “Nude” sprengte ja schon alle bekannten Ketten, Grenzen etc. und nun darf man sich am nächsten Radiohead-Werk versuchen: “Reckoner” heißt das gute Stück und u.a. hat sich jetzt auch Diplo dessen angenommen. Auf die ihm eigene Art, denn übrig geblieben ist vom Original fast nichts.

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Verstärker #358

verstaerker_ratpack.jpgVerstärker #358 schüttelt den Booty zu den Beats von Kid Sister, Yo! Majesty, Tittsworth, Afrikan Boy, Rye Rye und Genius/GZA. Und natürlich: Norman Whitfield R.I.P. Heute von 14 – 16 Uhr auf querfunk.de!

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Barbara Kalk… äh, Titzsch

barbara_titzschSie sind also 51 Jahre alt, Mitglied der CSU-Fraktion des Bezirkstages Mittelfranken, verheiratet und Hausfrau. Klar, natürlich. Und Sie sind ganz sicher, nicht “nebener”, sozusagen “nach Feierabend” noch ein paar Euro als Schauspieler und TV-Moderator dazu zu verdienen? Sind Sie? Wirklich? Also ich dachte ja nur, weil Sie ja doch eine gewisse Ähnlichkeit… wirklich nicht? Okay. Akzeptiert, Barbara Titzsch. Hahahahaha….

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Deichkind – Arbeit nervt

deichkindDeichkind haben, wie die meisten erfolgreichen Nordlicht-HipHopper mit Peak zur Jahrtausendwende, die Aggroisierung von deutschem Rap nur durch völlige Metamorphose überlebt: Fettes Brot wurden Radio, die Beginner wurden Jan Delay, Samy Deluxe Grinsekatze für GEZ- und Aids-Charity, Ferris kündigte sich gleich selbst etc. Deichkind wähnte man mit ihrem Wohnmobil eher Richtung Abstellgleis.

Dann die Neuerfindung, die besonders beim “Bundesvision Songcontest” sichtbar wurde: Über Gas gesenkte Stimmen erreichte der Gaga-Pop “Electric Super Dance Band” den letzten Platz. Keiner blickte die Nummer. Respekt gab’s indes aber schon für den unterhaltsamen Willen zum kollektiven Irrsinn. Der setzte sich mit Verzögerung dann auch beim Publikum durch: “Remmidemmi” wurde ein echter Hit; die Live-Auftritte, man denke nur ans Melt!, sind legendär. Aber auf Platte? Was hört man da, die Gebrüder Indie-Blattschuss auf Beats? Hilfe! Ein paar von uns sind halt noch nicht vormittags schon voll. Okay, das postulierte Besoffskitum funktioniert mittlerweile als das (neben Kapitalismus) letzte verbindende Element all der utopiefernen Einzelkämpfer-Szenarien in Pop. Da ist Affirmation auf RTL2-Frauentausch-Doku-Level sicher eine Waffe der Ironie, das aber verpufft ja, wenn man letztlich auch nur Stichwortgeber für genau dieses Bierzelt wird. Und auch eine weitere Metamorphose kann es nicht geben, denn diese Partygeister wird die Band nie mehr los. Also Prost, solange es noch Spaß macht…

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TV On The Radio – Dear Science

tvSprechen wir´s doch mal offen aus: 2008 ist ein unglaublich guter Musikjahrgang. Vielleicht der beste seit 1991. Sehr gute bis herausragende Platten von Jamie Lidell, Portishead, The Notwist, MGMT, GZA, Bon Iver, Mogwai oder The Streets usw. usf. pflastern den Weg des geschmackvollen Populärkulturanhängers wie weiland Leichen den von Klaus Kinskis Il grande silencio. Und traditionell entscheidet sich oft in den Monaten September und Oktober, wer denn nun in den so unnötigen wie beliebten Jahresendpolls vorne liegen wird.

Dieser Herbst ist gerade mal ein paar mickrige Tage alt, und schon schimmert ein sicherer Favorit stolz in der schwächer werdenden Sonne. Er heißt „Dear Science“ und ist (das Lo-Fi Debüt „OK Calculator“ nicht mitgerechnet) das dritte Album der New Yorker Coolness-Päpste TV On The Radio.

Grundsätzlich kann man eine Band, die sich aggressiv jeder Schubladisierungstendenz widersetzt, und deren Sänger darüber hinaus Tunde Adebimpe heißt, ja schon mal nicht komplett Scheiße finden. Ihr Ruf als legendäre Liveband (ich selbst habe sie auf fast schon peinliche Weise bisher immer verpasst) eilt ihnen sowieso voraus. Und außerdem waren TVOTR schon auf ihren früheren Veröffentlichungen immer für (mindestens) einen Wahnsinnssong gut (Staring At The Sun, I Was A Lover, Wolf Like Me). Dass bereits ihre letzte, „Return To Cookie Mountain“ (2006), ein Welterfolg und sowohl für David Bowie als auch die meisten Popschreiberlinge und ihre Mütter eine Offenbarung war, darf an dieser Stelle zwar nicht verschwiegen werden, mir selbst war der hibbelige Breitwandideenoverkill aber auf Albumlänge noch schlicht zu anstrengend. Also irgendwie eher etwas zum Angeben als zum wirklich Lieben.

Den kreativen Überfluss gibt es auch auf „Dear Science“ noch, auch hier entfalten sich die verschiedenen Ebenen manchmal erst beim wiedreholten Hören, aber diesmal ist das Ganze durchgehend sanft verpackt in melancholische Sexiness und unwiderstehlichen Groove. Wir haben es hier mit einer echten Soulplatte zu tun. Glänzender poliert und feingliedriger als auf „Desperate Youth, Blood Thirsty Babes“ (2004) und „Return To Cookie Mountain“, vereint David Siteks Produktion elegant New Wave-Flächen, Garagenrock, Doo Wop, glücklich machende Soul-Harmonien und Hunderte weiterer Einflüsse zu einem ganz eigenen Sound, der ab und zu an die großen Zeiten ambitionierter (und bekloppter) Weltmusikpopper wie den Talking Heads oder Coati Mundi erinnert, aber dennoch moderner kaum klingen könnte.

Die Eröffnung mit Halfway Home ist nachgerade eine Wucht, vereinigt sie doch lässig alle bisherigen Stärken von TVOTR (irgendwie Sonic Youth, irgendwie elektronisch, irgendwie Soul, irgendwie Gospel) in fünfeinhalb Minuten. Dancing Choose ist irre, aber geil, und Golden Age (die Single) macht dann sowieso alles richtig, denn hier klingen TVOTR wie Prince zu „Lovesexy“-Zeiten (aber im Unterschied zu etwa Plantlife nicht wie teils in Ehrfurcht erstarrte Epigonen). Und mit Family Tree, Love Dog, DLZ und Lover´s Day wird das Niveau bequem bis zum Ende gehalten.

„Dear Science“ ist für TV On The Radio der entscheidende Schritt von „Ganz gute Platten, muss man aber live gesehen haben“ zu „Großer Pop für (mindestens) die Ewigkeit“ und setzt einem Jahr, in dem die Hits nur so vom Fließband purzeln, auf berauschende Weise die Krone auf.

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Tricky – Knowle West Boy Tour 2008

trickyNein, den Begriff “TripHop” mochte Adrian Thaws alias Tricky nie. Dennoch wurde und wird er stets als prominenteste Stimme des Bristol-Sounds gehandelt. Eine Stimme, die Gefahr ausstrahlte. Seine permanent schlechte Laune wurde irgendwann als schnöde Lebensmittelallergie diagnostiziert und behandelt und so wie seine Laune stieg, sank die Qualität seiner Veröffentlichungen. Doch 2008 ist wieder alles anders: Tricky ist keifend und röchelnd zurück und die Shows zu seinem Album „Knowle West Boy“ versprechen dank Live-Band und zahlreicher Gast-Sänger die Rückkehr der einst so gefeierten Mischung aus HipHop, Punk und Dancehall, die den über zehn Jahre lang in New York und Los Angeles lebenden Briten so berühmt werden ließ.

08.10. – Berlin – Maria
10.10. – Hamburg – Übel & Gefährlich
12.10. – Frankfurt – Mousonturm
13.10. – Köln – Stadtgarten
14.10. – Amsterdam – Paradiso
15.10. – Luxemburg – Den Atelier
16.10. – Heidelberg – Enjoy Jazz Festival

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Windy & Carl – My Love

windycarlBah. Regen, schlechte Laune, Decke über den Kopf. Zeit für ätherische Klänge, z.B. von “Windy & Carl”, deren demnächst erscheinendes Album “Songs For The Broken Hearted” gerüchteweise auf Augenhöhe mit dem 1998er Klassiker “Depths” liegen soll. Vorab der Track “My Love”, der in Sachen getragener Langsamkeit auf amtlichem “Low”-Level agiert.

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Bonaparte – Too Much

bonaparte“Do you want to party with Bona-A-Part-Eeeee?” Ein Fanal unserer irrlichternden Zeit, dass sich manche Menschen schon aufgrund eines einzigen Satzes genötigt fühlen, „Musik“ zu machen. So auch Bonaparte, der grotesk grandiose Fehlgriff des honorigen Staatsakt-Labels. Diese Mischung aus Rumpelrock mit Synthie-Geboller haben im Laufe der Geschichte bereits zweihunderttausend Bands zuvor versucht und sie waren ehrlich gesagt alle besser, als das, was einem auf „Too Much“ die Zeit stiehlt. Die wenigen catchy Slogans werden in schlimmstem Mittelstufe-Englisch immer und immer wieder repetiert, die musikalische Untermalung dessen ist mit „belanglos“ noch harmlos bezeichnet und natürlich wird der älteste aller Taschenspielertricks aus dem Ärmel geschüttelt: Keifend-quietischige Stimmen aus dem Verzerrer. Denn dies, so weiß der geneigte Vorstadtrebell, simuliert Auflehung, Protest, Anti. Oder „Ähntie-Ähntie“ wie es bei Bonaparte heißt. Das zu lange in der Sonne stehen gelassene Sahnehäubchen: Die Single „Too Much“ ist in ihrer geradezu widerwärtigen Einfältigkeit ein schlecht gerockter Anschein einer guten Idee. Dieses Album ist derart desaströs, dass man es gleich zweimal hintereinander hören muss, um sich zu vergewissern, dass man beim ersten Mal nicht schlecht geträumt hat.

“Too Much” ist am 29. August über Staatsakt/Indigo erschienen.

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