Peter Fox - Stadtaffe

peterfoxDie Soloalben erfolgreicher Musiker können schnell mal in so eine obskure und verkopfte Richtung gehen. Da wird dann kontrastiert und gefrickelt, was das Zeug hält, nur damit die Songs auch bloß nicht zu nah am Sound der eigenen Band liegen. Aber das ist doch Mist! Peter Fox – aka Enuff aka Pierre Baigorry, Sänger und Produzent bei Seeed – hört man seine Wurzeln auf seinem ersten Alleingang eigentlich ständig an, und doch klingen die Tracks nicht nach einem Add-on von “Dickes B“. Fox selbst umschreibt das Album als “Filmmusik zum Tanzen“, und schon nach dem zweiten oder dritten Song wird klar, was er damit meint: An allen Ecken und Enden ertönen dicke Streicher, Pauken und Trompeten, die vom Babelsberger Filmorchester eingespielt wurden und dem Sound ordentlich Glanz und Gloria verleihen. Allerdings erdet der Rotschopf diesen musikalischen Pomp auch sogleich wieder mit satten Beats und erstklassigen urbanen Reimen: “Ich verbrenn mein Studio / schnupfe die Asche wie Koks / ich erschlag meinen Goldfisch / vergrab ihn im Hof / ich jag meine Bude hoch / alles, was ich hab, lass ich los / mein altes Leben schmeckt wie ’n labbriger Toast“, singt er etwa in “Alles Neu“, der ersten Singleauskopplung, und mit “Schwarz zu Blau“ folgt eine der schönsten, zwiegespaltenen Liebeserklärungen an seine Heimatstadt Berlin. Das klingt immer direkt und ehrlich und kommt bei aller Affinität zu Popmusik und orchestraler Pracht mit ordentlich Wumms um die Ecke. Dafür sollte MTV mal einen Moonman herausrücken!

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