Pet Shop Boys – Yes
20. März 2009
Man muss schon brutal im Unreinen mit sich und der Welt sein, um vor einem Album der Pet Shop Boys nicht auf die Knie zu gehen. Oder wie Kollege Kahl in einer Welt, bestehend aus brünftigem Moschus-Rock à la Limp Bizkit und erotisierenden Bubblegum-Versprechungen einer Christina Aguilera, leben. Denn die Pet Shop Boys klingen auch auf „Yes“, selbst ein Vierteljahrhundert nach „West End Girls“, immer noch erquickend zeitlos, so selbstbewusst androgyn wie niemand sonst. Neil Tennants sehnsuchtsvolle Stimme taugt 2009 wie eh und je als Lebensbegleiter. In euphorisierenden Momenten wie bei der ersten Single-Auskopplung „Love etc“ oder den feingliedrigen Schmerz-Zuständen, schmetterlingsgleich eingefangen bei „Boys and Girls“. Da kann man gerne krampfhaft Stillstand oder Langeweile herbeihalluzinieren, der Fakt bleibt, dass diese Pop-Blaupausen in ihrer Perfektion schlichtweg unerreicht sind. Das funktioniert in seiner Zitiertfähigkeit, textlich wie musikalisch, sowohl für schwärmerische Nostalgiker als auch für den Schönheiten der Electropop-Historie abholde Neueinsteiger. „All over the world“, „Pandemonium“ oder „Did you see me coming“ – Wer diesen Tracks sein Herz nicht öffnet, verschleudert ein nektaröses Frühjahr. Selbst schuld.
“Yes” erscheint heute über Parlophone/EMI.
Alben,Musik
1 Kommentar














Schlagwörter: 




20. März 2009 um 11:45 Uhr
Jörg sagt,
Reinhören: http://www.clearspring.com/widgets/49c1172b3de2a326?p=49c11acc9065d671