Du durchsuchst derzeit das munitionen Archiv von Mai, 2009.

John Vanderslice – Too Much Time

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Schau an, den kannte ich noch gar nicht: John Vanderslice aus Gainesville, Florida, macht angenehmen Singer-Songwriter-Pop. Keine Weltrevolution, aber ein feines Stück Musik. Nachzuhören auf seinem aktuellen Album “Romanian Names”. Vom 2007er-Album “Emerald City” hat mir ein sehr geschätzter Freund zwei Jahre lang vorgeschwärmt… da muss wohl nochmals nachgehört werden.

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Myom – Feierwerk

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Nomen est omen … 80 Minuten bassiger Tanzbodenbelag auf 135 bpm … Ghetto-Booty-Baltimore-Breaks-Fidget-Elektro-House-Spaßmusik …  den Feingeist mal neben die Depression in den Schrank hängen und bewegen wie auf Echtholzimitat gefallener Flummi, nur länger. Mehr Worte.

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Hingehen: The Wrestler German Version

Ram! Jam! Heute abend ist die exklusive Weltpremiere des authentischen Wrestler-Remakes mit internationaler Starbesetzung. Ort: Golden Pudel Club/Hamburg. Nächste Chance: Am 23. Mai im Karlsruher Carambolage. Weitere Aufführungen und weltweiter DVD-Vetrieb sind gerüchteweise in Planung.

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Gallows – Grey Britain

51vsnyyjwjl_sl500_aa240_Als die britischen Gallows 2007 mit ihrem Debüt „Orchestra Of Wolves“ einer Walzmaschine ähnlich auf der globalen Musiklandkarte erschienen, roch alles noch ein bisschen sehr nach Hypemaschine: den einen Tag hui, den nächsten Tag wieder pfui, und noch einen Tag später kann sich schon kein Schwein mehr auch nur an den Namen der Band erinnern. Dazu kam, dass Hardcore per se nicht gerade zu den vermarktungstechnischsten Musikgenres für die breite Masse zählt. Aber drauf geschissen! Die Gallows sind wieder da und klingen – und das ist diesmal tatsächlich keine blöde Bandfloskel – noch brachialer und stinkiger als auf ihrem ersten Album. „Grey Britain“ ist musikalische Urgewalt: ultralaut, extrem aggressiv und (fast) durchgehend erbarmungslos treibend. Und das liegt nicht mal nur an der Musik, sondern auch an Frontman Frank Carter, der seine sozialkritischen Vocals wie scharfkantige Rasierklingen aus seinem schlaksigen Körper presst. Als wahnwitziger Kontrast dagegen erklingen gegen Ende von „Death Voices“ zwar kurz mal ein paar knarzige Streicher und Klavierklänge, und die erste Hälfte der Singleauskopplung „The Vulture [Acts I & II]“ wird von einer akustischen Gitarre bestimmt, aber dadurch erscheint das Album kein bisschen kompromissbereiter oder gar kommerzieller. Ein dickes, fettes „Fuck you!“ für alle!

“Grey Britain” ist bereits bei Warner erschienen.

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Phantom Ghost – Thrown Out Of Drama School

phWissen kann eine Bürde sein. Der intellektuelle Überbau, der implizit und explizit in Phantom Ghosts Musik herauszuhören ist, verträgt sich auf den ersten Blick eher schlecht mit ihrem Anspruch, einfach Popmusik zu machen. „Thrown Out Of Drama School”, das vierte gemeinsame Album von Thies Mynter und Dirk von Lowtzow, lässt sich wieder einmal als Konzeptalbum voll obskurer Referenzen lesen, vor allem auch dank einer musikalischen Klammer: Das Klavier klingt mal nach Honky Tonk, ist dann wieder präparierte Avantgarde – mehr Instrument geben uns Phantom Ghost dennoch nicht. Elektronik meint hier nur noch Vor- und Nachbereitung. Dass „Thrown Out Of Drama School” auf dem Minimal-Label Dial erscheint, ist absolut folgerichtig. Reduzierter kann ein Duo kaum arbeiten. Umso erstaunlicher, dass aller Selbstsabotage zum Trotz schon wieder ein Popalbum voller Songs mit universellem Appeal herausgekommen ist: Too cool for school.

“Thrown Out Of Drama School” ist bereits bei Dial/Kompakt/Rough Trade erschienen.

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Ubik – Voxel

Wer sich nach einem Philip K. Dick-Roman benennt, muss einfach tolle Sachen produzieren: Voxel ist ein experimenteller Kurzfilm des Londoner Duos Ubik. Er entstand für das f5-Festival in NYC und zeigt animierte “3d-Pixel” (Voxel) die  organische Formen bilden. “Huh?” – “Einfach ansehen!”.

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Peaches – I Feel Cream

peEs kommt drauf an, welchen Maßstab man anlegt: Im Vergleich mit der üblichen Elektropopklitsche legt Merill Nisker ein irres Energieniveau vor, in ihrer eigenen Diskographie als Peaches dürfte „I Feel Cream” eher wie ein Verschnaufpause wirken. Die Herren von Soulwax, Simian Mobile Disco und Digitalism treten abwechselnd als Produzenten auf, das kann man durchaus als Ausweitung der Kampfzone auffassen. Peaches 2009 ist weniger arty und frönt einem volksnäheren Verständnis von Hedonismus. Wir sprechen hierbei allerdings immer noch von Clubs und nicht vom Bierzelt. Den hysterischsten Moment der Platte hat demnach auch nicht sie, sondern Shunda K. von Yo Majesty, beim grandiosen Rap auf „Billionaire”. Mit „Lose You” wird es sogar beinahe sentimental – steht ihr aber ganz gut.

“I Feel Cream” ist bereits bei XL/Beggars/Indigo erschienen.

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Mike Skinner a.k.a. Weihnachtsmann

twittermikeWie schon bereits zweimal vermerkt: Mike Skinner nutzt das Web massivst für Promo und verschenkte inzwischen via Twitter ganze 10 Tracks, die´s  einzeln und  als Paket zum als Paket (Merci für den Lesertipp zu Letzerem). Wer mehr kann als nur hören, darf sich auch an einem Remix-Contest beteiligen.

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Make The Girl Dance – Baby Baby Baby

http://www.dailymotion.com/video/x99ein

Ein Clip von Make the Girl Dance, den wir hier natürlich nur posten, weil der Song so fantastisch und die Lyrics so elaboriert sind.

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Jarvis Cocker – Further Complications

jaDas Leben ist nicht einfach und nicht einfach zu erklären. Bei dem Versuch ist für Pulp eine langjährige Karriere herausgesprungen; der Titel von Jarvis Cockers zweiter Soloplatte deutet an, dass er zum Thema immer noch einige Anmerkungen hätte. „Further Complications” lässt zu Beginn den Einfluss von Produzent Steve Albini (Nirvana, Pixies, mclusky) deutlich spüren: Der setzt bei „Angela” Motownbeats kongenial in Indierock-kompatibles Geradeausgestampfe um, irre laut, doch glasklar und präzise. „Leftovers” ist ein wunderschönes Blue-Eyed-Soul-Stück, bevor der Höhepunkt des Albums die Welt umher zum Erliegen bringt: „I Never Said I Was Deep” ist in seiner resignierten Selbstbezichtigung, gegossen in eine perfekte Popnummer, ein echter Showstopper – Cockers persönliches „My Way”. Der Teufel steckt im Detail – „Further Complications” ist dank Albinis Regie weder puristisch noch überladen. Es gibt Chöre und Ex-Pulp-Bassist Steve Mackey spielt Saxophon, dennoch klingt alles live und unmittelbar. Soviel wie nötig, so wenig wie möglich. Im Großen und Ganzen ist „Further Complications” Rockmusik: ein lakonisches Meisterwerk, das sich herzlich wenig um Erwartungen schert, und gerade deswegen das Solodebüt „Jarvis” hinter sich lässt.

“Further Complications” erscheint am 15. Mai bei Rough Trade.

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