Du durchsuchst derzeit das munitionen Archiv von Juni, 2009.

God Help The Girl – God Help The Girl

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Erzeugt ein Album beim Hörer besonders eindrückliche Bilder vorm inneren Auge, spricht man gerne mal vom Soundtrack zu einem Film, den es noch nicht gibt. Stimmt in diesem Fall ausnahmsweise mal: „God Help The Girl” ist ein Langzeitprojekt von Belle-&-Sebastian-Chef Stuart Murdoch, der hier seinen Musicalambitionen nachgibt. Doll viel geschmettert und plakativ gelitten wird dennoch nicht: Über weite Strecken erinnert das Album eben an ein B&S-Werk – wenn auch mit Hollywoodstreichern und einer manchmal etwas angestrengt wirkenden Dramaturgie. Eine Tweepop-Oper! Gar nicht schlecht für den ersten Eintrag ins Genre.

“God Help The Girl” ist bereits bei Rough Trade/Indigo erschienen.

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Hingehen: Santigold

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Dass Santi White mittlerweile als Santigold firmiert und nicht mehr als Santogold, haben wir einem gewissen Santo Rigatuso zu verdanken. Der obskure Schmuckdesigner hat im langwierigen Rechtsstreit schlussendlich bei der Verwendung des Namens „Santo Gold“ obsiegt und Miss White nahm ein I für ein O.

Soviel zur Juristerei, jetzt zur Musik: Und da ist auch ein gutes Jahr nach dem Erscheinen der Singles „Creator“ und „L.E.S. Artistes“ der frische Duft des Neuen, des Unbekannten, noch nicht verflogen. Auch wenn Santi White im Musikgeschäft keine Anfängerin war; für Lily Allen, Res und Ashlee Simpson betätigte sich die ehemalige Sängerin der Punkband Stiffed als Songwriterin. Doch erst auf eigene Rechnung platzte die Bombe. Natürlich kann man Nina Simone, die Bad Brains, The Cure, The Pixies und die Talking Heads als seine Einflüsse nennen, es in einen eigenen Sound kulminieren zu lassen, hat vor ihr noch niemand auf so energetische und mitreißende Art und Weise geschafft. Dub, Pop, Rock und Elektronik behalten ihre originäre Kraft, reiben sich aneinander und drücken sich am Ende stolz und voller Kraft aus den Boxen.

Maßgeblichen Anteil daran hat das feine Händchen der New Yorkerin, sich dort zu bedienen, wo der Zeitgeist am lautesten tickt: bei Switch, Disco D, Sinden, FreqNasty oder Diplo. Gerade Letztgenannter hat ja schon mit M.I.A. die letzte Style-Sau durchs Dorf gejagt. Wo sich Mathangi Arulpragasam allerdings auf höchst dünnes politisches Eis begibt, konzentriert sich Santigold auf das Kerngeschäft Pop. Pop als Bestandsaufnahme, als Inspiration. Als einen Ort, wo Groove, HipHop, Wave und Indie gemeinsam die Hüllen fallen lassen. Und immer schön basslastig angelegt, damit es live auch ordentlich was zu wummern gibt.

Tourtermine:
10.07. Leipzig – Splash!-Festival
27.07. Darmstadt – Centralstation
29.07. Hamburg – Große Freiheit 36
30.07. Köln – Live Music Hall

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Planetary Assault Systems – Temporary Suspension

23055200Der Brite Luke Slater knüppelt mittlerweile auch im Berghain, etwas mehr Gefühl hätte ihm dabei sicherlich gut gestanden. Hinter den Planetary Assault Systems verbirgt sich der Produzent Luke Slater, der mit seinem Projekt bis vor Kurzem noch auf dem legendären britischen Peacefrog-Label beheimatet war. Sein neues Album “Temporary Suspension” erscheint auf dem eng mit dem Berliner Berghainclub verbundenen Label Ostgut Ton. Unter dem Pseudonym Planetary Assault Systems produziert Slater vorzugsweise harten Techno im höheren bpm-Bereich. Die hier vorliegenden Stücke sind in erster Linie DJ-Tools für die Dettmanns und Clocks dieser Welt, die sie aber erst einmal auf minus vier runterpitchen müssten, um sie dem gängigen Berghain-Tempo anzupassen. So, wie Clock alte Robert-Hood-Platten gerne mal auf minus sechs laufen lässt, damit sie sexy klingen. Bei Slater werden hier und da ein paar Industrial-Elemente eingeschoben, vereinzelt gibt es Acidgezwitscher. Ansonsten wird bedingungslos geknüppelt. Einzig das housige “On The Def” fällt ein bisschen aus dem Rahmen. Höhentechnisch passiert nicht viel. Auf einer normalen Stereoanlage ist diese Platte fast unhörbar. Das unterscheidet “Temporary Suspension” im Wesentlichen vom ungleich pointenreicheren, vor allem lebhafteren Künstleralbum Ben Clocks, das Anfang des Jahres beim gleichen Label erschienen ist.

“Temporary Suspension” ist bereits bei Ostgut Ton/Kompakt erschienen.

Mit freundlicher Genehmigung von Intro.

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Chali 2na – Fish Outta Water

chali2naDiese Stimme vergisst, einmal gehört, keiner so schnell: deep, dunkel und unglaublich charismatisch. Schon als Chali 2na noch Teil von Jurassic 5 war, drängte seine Stimme sämtliche Raps der drei anderen MCs in den Hintergrund, und auch auf seinem Solodebüt „Fish Outta Water“ ist sie es nun, die unsere volle Aufmerksamkeit erhält. Ärgerlich nur, dass die Beats über die gesamte Distanz der fünfzehn Tracks kaum der Qualität seiner Raps standhalten können. Licht und Schatten halten sich hier stets die Waage: Dem wirklich gelungen Intro „Get Focused“ folgt eine wenig funzende Kollaboration mit dem seit einiger Zeit negativ in die Schlagzeilen geratenen Beenie Man („International“); das eher pissed klingende „So Crazy“ überzeugt dann wieder mit dunkler und schleppender Atmosphäre, bevor „Lock Shit Down“ unspektakulär und mit einem lustlosen Talib Kweli um die Ecke kommt. Und so geht das das ganze Album über weiter. „Controlled Coincidence“ featuring dem kongenialen Kanetic Source zeigt Chali 2na dann gegen Ende zwar noch mal von seiner besten bouncigen Seite, mehr als ein gut gemeinter 45°-Daumen ist für „Fish Outta Water“ aber dennoch nicht drin.

“Fish Outta Water” erscheint am 3. Juli bei Decon/Grove Attack.

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La Roux – La Roux

23055253Weibliche Popsensationen, die sich beim Synthesizerpop der grellen Achtziger bedienen, gab es zuletzt reichlich. Aktuell dominiert Elly Jackson mit ihrer androgynen rostroten Bübchenfrisur die Mode- und Musikgazetten dieser Welt und läuft Gefahr, zur nächsten großen Stilikone erhoben zu werden. Nach der letztjährigen Kitsuné-Debütsingle “Quicksand” und einer Tour im Vorprogramm von Lily Allen hat sie mit dem jungen unverbrauchten Produzenten Ben Langmaid ein Album zusammengezaubert, das sich irgendwo zwischen Achtziger-Retrosounds und aktuellen Haudruff-Elektronikproduktionen bewegt. Zwar hat die Hitmaschine zwischendurch auch den einen oder anderen Aussetzer gehabt, teilweise haben wir es aber mit elektronischen Popperlen zu tun, wie man sie zuletzt auf den Alben von Robyn und Ladyhawke gehört hat, so zum Beispiel die aktuelle Single “Bulletproof”. Das ist zwar keine wahrhaftige Sensation, aber immerhin eine gute Popplatte, die mindestens einen Sommer lang halten wird.

“La Roux” erscheint heute bei Polydor/Universal.

Mit freundlicher Genehmigung von Intro.


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Resident Advisor #159: Manuel Tur

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Essen’s Manuel Tur is the definition of a wunderkind. After starting to listen to electronic music at a young age, he stuck his head into the production game at the ripe age of 16, and hasn’t looked back since—releasing records under his own name, Arcade Mode, Blackbird, Jermaine Jones, Tweeq and as part of Knabberbox, Dplay, Ribn and Ufoboys. To put it bluntly, the kid has had a lot of practice in a very short time.

He puts it to good use on his forthcoming debut album for Freerange, 0201, which takes advantage of the LP format by cobbling together a collection of tracks that complement one another beautifully. It’s a cliché, but it’s most assuredly an album—not a rushed status report of where Tur is at in 2009.

Consider his RA podcast the same. Tur downplays the mix by saying it’s simply what he’s been digging of late—and what you might be able to expect from his set at the RA by day Sonar party coming up later this week. But we know better. Tur has crafted a beautiful set that takes in deep house, techno and a couple of nice surprises along the way.


Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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Asher Roth – Asleep In The Bread Aisle

asherrothAsher Roth – der neue Eminem? Mitnichten! Und trotzdem werden sich derartige Vergleiche in der nächsten Zeit vermutlich häufen. Doch es bedarf schon mehr als nur die gleiche Hautfarbe und einen sich ähnelnden Rapstyle, um in die Fußstapfen von Marshall Mathers zu treten. „Asleep in The Bread Aisle“, das Debüt vom 23-jährigen Grundschullehrer mit Collegeabschluss (kein Scherz!), verfügt mit „Lark On My Go Kart“ und seinem unverschämten Wortwitz über genau einen Smashhit. Ansonsten ist das Album maximal gehobene Standardware ohne nennenswert aufregende Beats, das mit Gastfeatures von unter anderen Cee-Lo (Gnarls Barkley) und Busta Rhymes Höhenluft schnuppert, welche es gar nicht verträgt.

“Asleep In The Bread Aisle” ist bereits bei SRC/Universal erschienen.

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Telefon Tel Aviv – What Is It Without The Hand That Wields It

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Major Lazer – Guns Don’t Kill People… Lazers Do

61ha2nhzrvl_sl500_aa240_Das musste ja passieren: Nachdem Wesley Pentz alias Diplo bereits mit der Verschmelzung von HipHop, Elektronik und Baile Funk alle Register gezogen zu haben schien, verbeißt er sich jetzt in Dancehall. Gemeinsam mit Subside-Head Switch ist er nach Kingston gefahren, um dort in den Tuff Gong Studios einen futuristischen Wegweiser ins Musikjahr 2009 zu rammen. Dabei spielen die Gäste wie VYBZ Kartel, Ms Thing, Mr. Vegas und Santigold (mit der Switch ja bereits bei ihrem Debüt zusammen arbeitete) eine große, aber nicht die entscheidende Rolle. Diese haben sich Diplo und Dave Taylor selber zugedacht, indem sie den tradierten Dancehall-Vibe bis aufs Wesentliche entkernen: die Tanzbarkeit. Und in einen glasklaren Pop-Entwurf transferieren, der – und das darf nach dem M.I.A.-Hype angenommen werden – ihnen den Sprung über die Ränder des Mainstreams hinweg, ermöglichen wird. Ironischerweise dehnen sie dabei Jamaikas angesagteste Acts nicht aus dem Status Quo heraus auf die nächstmögliche technische Ebene, sondern bedienen sich der Kraft des 80er Digital-Dancehalls. Und werfen uns eine aufregende Vision vor die Füße, die ähnlich revolutionär anmutet wie Mathangi Arulpragasams „Galang“ vor fünf Jahren.

“Guns Don’t Kill People…” erscheint am 3. Juli bei Downtown/Cooperative/Universal.

Mit freundlicher Genehmigung von Intro.

Reinhören ins Album kann man hier. Und obendrauf noch das Video zu “Hold The Line”

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Mulatu Astatke & The Heliocentrics – Inspiration Information

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Die Hauptfigur in Jarmusch´s  “Broken Flowers” erhält für ihre Reise vom besten Freund eine CD mit Musik von Mulatu Astatke, einer äthiopischen Jazzlegende der 6oer/70er Jahre. Im Rahmen der Albumreihe “Inspiration Information” trifft Astatke auf den spannendsten Live-Act im Umfeld des HipHop-Labels Stones Throw: Die Heliocentrics. Innerhalb von nur einer Studiowoche wurde ein Album geschaffen, auf dem der kongeniale Jazzer an den swingenden ostafrikanischen Jazzfunk der 70er reminisziert und die Band für den Warp ins 21. Jahrhundert sorgt. Der für mich schönste Jazz-Release des bisherigen Jahres.

Site zum Album

Download von ‘Masenqo -Radio Edit”

Interview:

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