Nationalkonservative Wichsvorlage Robert Harting (Diskus/Berlin-Hohenschönhausen)
20. August 2009“Diebisch gefreut” hat sich Gerhard-Löwenthal-Preisträger Thorsten Hinz also, wie er in der Jungen Freiheit zu Protokoll gab. Ja was war denn passiert? Die Linke endlich verboten, alle Muselmanen aus Deutschland rausgekickt? Nein, Sportsoldat Robert Harting hatte bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften Gold im Diskuswerfen gewonnen. Einen Tag, nachdem er wegen verbaler Ausfälle gegenüber Doping-Opfern “in die Diskussion geraten war” (Wolf-Dieter Poschmann).
Erst am Vortag hatte ich überhaupt von Harting erfahren. Der mediale Aufruhr, den er mit dem Wunsch ausgelöst hatte, sein Diskus möge den protestierenden Doping-Opfern und Anti-Doping-Aktivisten ins Gesicht springen, war unüberhörbar. Der Satz war weder intelligent noch besonders witzig und trotzdem eine Wohltat, weil er einen typischen Betroffenheitsdiskurs souverän vom Tisch fegte.
Und erst einmal in Schwätzchenlaune lobpreisen sie den von ihnen apostrophierten “Sieger” wie folgt:
Ein Antityp also, blond, blauäuig, zwei Meter groß, ein Kraftpaket wie von Breker gemeißelt, der sein Hemd vor der Brust zerreißt, mit der Deutschlandfahne rumläuft, nicht schwul ist, nicht mal eine versteckte Weiblichkeit aus sich rauslassen muß. Der vor dem Wettkampf sein Hausrecht verkündet: „Ich werde meine Stadt verteidigen. Da will jemand kommen und hier Weltmeister werden“, und nach vollbrachtem Sieg triumphiert: „Ich bin absolut zufrieden, ich habe mein Stadion verteidigt.“
Wenn das der Führer noch hätte erleben dürfen…
Querschläger
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