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Interview: Jon McLure (Reverend & The Makers)

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Jon McLure hat mit seinen „Reverend & The Makers“ nicht nur ein fantastisches, neues Album gefertigt, er definiert sich auch über Electro, Rock und Pop hinaus. Ehrlich und laut sein, auch wenn die Skinheads auf ihn warten. Und am besten alles in Schutt und Asche liegt.

„Mermaids“ ist der Schlüsselsong deines neuen Albums. Was ist die Idee dahinter?
Es geht um „Transgender Dysphoria“. Die Sehnsucht danach, dem anderen Geschlecht anzugehören. Bis zu 65% dieser Jugendlichen bringen sich um, bevor sie 18 Jahre alt werden. Ich habe eine Dokumentation über einen dieser jungen Leute gesehen und war tief berührt.

Sexualität spielt als Einfluss für dich also eine große Rolle?
Es geht mir dabei nicht so sehr um explizite Sexualität. Mehr darum, etwas sein zu wollen, was man nicht ist und daran zugrunde zu gehen. Darin kann ich mich sehr gut wiederfinden.

Der Hauptunterschied zwischen deinem ersten und aktuellen Album sollen die Drogen gewesen sein, die du in der Zwischenzeit genommen hast?
Ja, hauptsächlich sehr viel MDMA. Aber ich hab’s übertrieben und bin an irgendeinem Punkt ziemlich abgedreht. Mittlerweile ist es aber wieder okay und ich bin bei mir selbst. Derzeit rauche ich nur noch ne Menge Gras.

Auf „A French Kiss In The Chaos“ versuchst du, deinen Platz als ehrlicher Mensch in einer zynischen Welt zu finden.
Und das auf eine positive Weise. Es ist hart, sich von dieser ganzen Scheiße nicht runterziehen zu lassen, aber es gibt keine Alternative dazu.

Machen dich diese apokalyptischen Visionen und die Angst vor dem Chaos, die du beschreibst, kreativer in deiner Arbeit?
Was heißt Visionen? Wir führen derzeit zwei große Kriege und die Angst ist doch überall greifbar. Vielleicht haben wir nicht mehr viel Zeit, also muss ich Songs schreiben und als Künstler und Privatmensch das tun, was wichtig ist.

Dabei beziehst du als einer der wenigen Musiker explizit politisch Stellung.
Was nichts Besonderes ist. Nur weil andere lieber ihr Maul halten und ihren Erfolg vor ihre Integrität stellen, muss ich das nicht auch noch tun. Egal, welchen Preis man dafür zahlen muss. Meine Eltern wurden telefonisch bedroht. Auf Gigs wurden unsere Fans und wir von BNP-Sympathisanten bedroht und angegriffen. In einer Toilette eingeschlossen zu sein, während draußen vier Skinheads darauf warten dich fertigzumachen, ist schrecklich. Aber ich werde deshalb meine Art nicht ändern.

Du giltst gerade deshalb als Independent-Ikone…
…was lächerlich ist. Nur weil ich ein paar Major-Angebote ausgeschlagen habe, mich politisch äußere und wie ein normaler Mensch verhalte? Das kann dir nur in einer Umgebung, in der sich andere Bands wie Angsthasen und Idioten verhalten, als außergewöhnlich lobenswert erscheinen.

Du bist während der Thatcher-Ara in Sheffield aufgewachsen…
…und ich habe John Major, Tony Blair und Gordon Brown erlebt. Diese ganzen korrumpierten Gestalten. Das System Westeuropas und der USA ist doch nicht nur finanziell bankrott, sondern auch und vor allem moralisch. Wir müssen nach neuen Wegen suchen, auch wenn dabei das Bestehende in Schutt und Asche untergeht.

“A French Kiss In The Chaos” erscheint am 21. August bei Wall Of Sound/PIAS. Foto: Chris M. Saunders

Erstveröffentlichung des Interviews bei Intro.

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Thema-Icon Interviews, Musik Kommentar-Icon 1 Kommentar

Alle gegen Alle – A Tribute to Slime

slime_alle_gegen_alleDeutschpunk hat niemals wirklich Machtverhältnisse umgedreht – nur den Bier-, Badge- und Selbstgefälligkeits-Absatz gesteigert. Jetzt aber! Wenn nicht Slime, wer dann – wie wir Handballer immer singen. Vorangegangen war bei Sunny Bastards der Tribut zur Obersten Heeresleitung, OHL. Jener verhieß (bis auf zwei Ausnahmen) für weitere Ehrerbietungen allerdings nur humorfernes entbehrliches Geknüppel. Und davon, so ehrlich muss man sein, findet sich auch so einiges auf dieser Doppel-CD hier. Dankenswerterweise ist aber auch sonst noch einiges los. Viele der Stücke besitzen einen Twist, eine Idee, eine Brechung oder was es halt so braucht, um einem Cover seine Berechtigung zu verleihen (oder man macht was ganz Eigenes wie Die Rockformation Diskokugel und “Hey Lutz, wir fahren zu Slime”). Die beiden sehr unterschiedlichen Versionen des frühen Slime-Stücks “Disco” (von I Defy und in der Techno-Buckelpiste von The Band From A Future) kann man auf jeder Punkerparty auflegen – selbst wenn alle Punks schon weg sind. Bockt trotzdem voll hundert.
Oder natürlich die aus dem Schließmuskel-Umfeld kommende Travestie-Nummer von Herr Schwers, die “Deutschland muss sterben” erst mal zu “Another Stein For The Bullenschwein” macht und den Refrain dann noch auf die Melodie von Pink Floyds “Another Brick In The Wall” ablaufen lässt. Ebenfalls Knaller: Kumpelbasis (mit Ex-Vorkriegsjugend-Beteiligten) und dem Song “Albtraum”. Aber auch Die Toten Hosen geben dem expressionistischen Spätling “Viva La Muerte” tatsächlich ein Level-up. Muss man streng genommen echt haben diese Platte.
PS: Aber als Runterbringer zum Schluss noch das hier: Wer tatsächlich denkt, man feiere mit Slime nicht nur eine Band, sondern auch ein besseres Leben(sgefühl), das freier und emanzipatorischer gelebt wurde und wird, der soll sich das Zahlenspiel der Bands mal vor Augen führen. 54 Acts, damit ungefähr 200 Beteiligte. Davon sind, das Booklet bringt es an den Tag, acht Frauen. Sonst nur Typen. Nur Typen. Deutschpunk hat niemals wirklich Machtverhältnisse umgedreht. Nur den Bier-, Badge- und Selbstgefälligkeits-Absatz gesteigert.

“Alle gegen Alle” ist bereits bei Sunny Bastards/Broken Silence erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Where is my vote, Wahlleiter?

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Wer sich die komplette Farce zur Nicht-Zulassung zur Bundestagswahl 2009 von “Die Partei” (ab ca. Minute 10) und “Freie Union” (ab 1.10h…ganz besonders absurd ab 1.30h) noch einmal anschauen möchte, kann dies unter unten stehendem Link tun. Dietmar Hipp hat bei Spiegel Online ja schon das Richtige dazu geschrieben.

Die Sitzung des Bundeswahlausschusses.

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Thema-Icon Film & Video, Politik, Rohrkrepierer Kommentar-Icon 1 Kommentar

Ben Watt – Luna Sunday Mix

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Als Teil von Everything but the Girl schrieb Ben Watt eher melancholische Musikgeschichte. Doch schon vor dem offiziellen Ende des Erfolgs-Duos, bestehend aus ihm und seiner Lebenspartnerin Tracey Thorn, widmete er sich mit den Londoner Lazy Dog Club Nights dem Partygerangel. Seit 2003 betreibt er das Buzz Flyin-Label und ist permanent als DJ unterwegs. Für Allez Allez hat er diesen feinen Mix zusammengestellt.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

tracklist:
baby oliver – primetime (uptown express)
kate bush – running up that hill (ben’s edit)
todd terje – glitterind
fleetwood mac – brown eyes (ben’s edit)
m craft – you are the music (trevor jackson remix)
david rubato – circuit (aeroplane remix)
pet shop boys – kings cross (ben’s edit)
max berlin – elle et moi (joakim remix)
bon iver – blindsided (ben’s edit)
synth 1 (ben’s FX)

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Fagget Fairys – Feed The Horse

fagget-fairys“We got the tits to make you gay”, schreit es von der MySpace-Seite der Fagget Fairys. Was für eine Ansage! Dass sich Minderheiten derjenigen Schimpfwörter annehmen, die sie tagtäglich auf der Straße an den Latz geknallt bekommen, und diese positiv umdeuten, ist nicht sonderlich neu. Der Name des Duos stellt eine Variation auf wohl zwei der gängigsten Beleidigungen für Homosexuelle dar. Die Däninnen Carla Cammilla Hjort und Elena Carli Cosovic sind privat ein Paar und haben mit “Feed The Horse” bereits einen der Electrohits des Jahres abgeliefert. Die beiden sehen sich in erster Linie als DJs und erst in zweiter als Produzentinnen. Nebenbei betreiben sie auch noch das KünstlerInnen-Netzwerk ArtRebels. Mit ihrem Mash-up aus Booty Bass, Dancehall, HipHop und Electro treiben sie sich derzeit nicht alleine auf dem Dancefloor herum: Yo Majesty, Santigold oder die umwerfende Ebony Bones sind nur einige weitere Beispiele aktueller positiver Arschwackelei. Das Album hat ein oder zwei Hänger, macht insgesamt aber riesigen Spaß. Und zur Balkanbeats-orientierten Hymne “Oci”, in der Elena auf Bosnisch toastet, da tobt der Affe wirklich im Kreis.

“Feed The Horse” erscheint am 28. August bei Music For Dreams/Edel.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Little Boots – Hands

little-boots-handsVictoria nennt sich Little Boots, machte bereits Musik bei Dead Disco und wurde vor allem bekannt durch puschelige Blog’n'YouTube-Clips, in denen sie Lo-Fi-Versionen bekannter Clubhits nachmusizierte. In den meisten Netz-Videos verwendet sie ein aufregend retro-futuristisches Board, eine Mischung aus Theremin, dem Mattel-Klassiker Senso und einem tragbaren “Space Invaders”-Automaten. Genauer will ich es auch gar nicht wissen respektive sagen, denn gerade die Skurrilität von Situation und Instrumentarium machen den Reiz ihrer kleinen Homemade-Clip-Serie im Netz aus. Aber keine Sorge, bei ihrer Debütplatte handelt es sich nicht um Lo-Fi’s Finest plus bisschen Katy-Perry-Appeal für den Drive. Little Boots setzt musikalisch weit höher an, fast wird einem schwindelig, so nah traut sich ihr Pop mitunter sogar an den Frank-Farian-Mainstream dran. Bleibt aber immer eine Messerspitze drunter und hat dadurch allen Platz der Welt, um halbnaiv und vollclever abzugehen. “Hands” ist auf jeden Fall das Robyn-Album dieses Jahres. Und falls Robyn 2009 tatsächlich selbst noch abfeuert, muss sie sich echt Mühe geben, über Stücke wie “Earthquake” oder “Remedy” drüber zu kommen. Und dem ganz unerschrockenen Leser gebe ich sogar noch folgenden Verweis an die Hand: Manch ein Refrain klingt wie eine upgedatete Version von C.C. Catch. Positiv gemeint! Doch, kann man auf jeden Fall glauben. Und sich zulegen. Es wird dein Schaden nicht sein.

“Hands” ist bereits bei 679/Atlantic/Warner erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Die Armutsindustrie

Sehenswerte ARD-Reportage von Eva Müller über die “Armutsmärkte” rund um 1-Euro-Jobs und Hartz IV.

Teil 1:

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Teil 2:

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Teil 3:

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Thomas Pynchon – Inherent Vice

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Hat es sein letztes Opus “Against the Day” / “Gegen den Tag” hierzulande gerade erst durch die Übersetzung geschafft, erscheint entgegen seinen üblichen Schaffenszyklen bereits ein neues Werk von Thomas Pynchon, dem großen Unbekannten der literarischen Postmoderne. Der obige Buchtrailer zu “Inherent Vice” lässt auf ein Buch hoffen, das an “Vineland” und einige seiner früheren Werke anknüpft.  Meine akute Frage nach Urlaubslektüre hat sich somit gelöst.

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Nathan Fake – Podcast Series Part Thirteen

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Tracklist:
1. Julian Fane – Disaster Location (Planet Mu)
2. Ex-pylon – Prolotouswings (n/a)
3. Avus – Wide Mouth Frog (n/a)
4. Four Tet – Ribbons (Domino)
5. Autechre – Basscadet (Warp)
6. Boards of Canada – ? (?)
7. Ariel Pink – For Kate I Wait (Paw Tracks)
8. AFX – I’m Self Employed (Rephlex)
9. Arthur Russell – Arm Around You (Audika)
10. Carl Lozito Jr. – The Great Bear (n/a)
11. Matmos – Polychords (Matador)
12. Angel Rada – Basheeba Uranium Records
13. Black Dice – Things Will Never be the Same (Fatcat Records)

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Luke Vibert – Bang Face Mix July 2009

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Tracklist:
shades of rhythm – homicidal
HHFD – total confusion
blapps posse – don’t hold back
DHS – number 9 bad acid
mundo muzique – acid pandemonium
white label, mate!
see above…
perfect rhythm – trip into the future
friends of matthew – the calling
ragga twins – wipe the needle
code 071 – stand together
rum & black – wicked
after dark – RAW
hackney hardcore – dancehall dangerous
white labia, sorry
and again…
prodigy – your love
bloody white label
ibiza – music with a beat
JJ frost – pornography
ghetto people – static substance
jonny l – more life
higher sense – cold fresh air
N.U.T. 10 – soundboy
jonny L – sam
bizzy B – check one
remarc – ice cream and syrup
don of dons – babylon
alec empire – the destroyer
lowkey – chopsticks
white lab
DJ SS – rollers convention pt.3l
white lab coat

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