Du durchsuchst derzeit das munitionen Archiv von September, 2009.

Element of Crime – Immer da wo du bist bin ich nie

element-of-crimeMan hat das Gefühl, dass nach seinen drei Romanen über Frank Lehmann Sven Regeners Sprache auch bei den Elements ein bisschen prosaischer geworden ist. Da wird heute über Pfanni und Cloppenburg gesungen, wo früher der Himmel ihre Augenfarbe trug. Kleiner werden die Lieder dadurch kein Stück. Auch auf „Immer da wo du bist bin ich nie” singt Regener über gebrochene Akkorde Wiegenlieder für die Welt: eine sich selbst genügende, manchmal langweilige, traurige, aber schlussendlich ganz annehmbare. Mit dem ersten Songs „Kopf aus dem Fenster” gibt es allerdings erst einmal eine saftige Schelle: Mit heiserer, verdorbener Stimme blafft Regener den Hörer an, als befände man sich schon bei der Zugabe nach zwei Stunden Konzert; beim Titelsong, einem Blues mit Slidegitarre und Mundharmonika, vermutet man sich kurz beim Kollegen Nils Koppruch und seiner Band Fink. „Immer da wo du bist bin ich nie” riecht nach Zigaretten, schmeckt nach Bier, fühlt sich nach Ellbogen auf Küchentisch an. Und klingt wie Sven Regener. Na, Gott sei Dank.

“Immer da wo du bist bin ich nie”ist bereits bei Vertigo/Universal erschienen.

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Prefab Sprout – Let’s Change The World With Music

61zx4-d8uzl_ss500_Paddy McAloon machte in den letzten Jahren vor allem mit Krankengeschichten von sich reden: Eine Augenkrankheit, die seine Sehfähigkeit zeitweise stark einschränkte und ein Tinnitus, der gleiches mit seinem Hörvermögen veranstaltete. Umso überraschender, dass zwölf Jahre nach „Andromeda Heights“ ein neues Prefab Sprout-Album erscheint. Doch leider lautet die Losung „Etikettenschwindel“. Die Songs stammen allesamt aus den Jahren 1992/1993 und verschwanden damals aus einem guten Grund im Schrank: Paddy MacAloon fand sie schlichtweg nicht gut genug. Darüber, dass er sie nach fast zwei Jahrzehnten wieder hervorgeholt hat, um sie mittels Studio-Software aufzupäppeln, darf man sich getrost freuen. Romantische und schwelgerische Songs, feinster Pop, teilweise furchtbar berührende Lyrics. Aber wer „Jordan: The Comeback“ und „Andromeda Heights“ kennt, die Alben, diev vor und nach den hier vorliegenden Songs entstanden, der greift lieber zu den Originalen. Oder am besten gleich zu „Steve McQueen“.

“Let’s Change The World With Music” ist bereits erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Kleiner Beitrag zur Feindbildpflege

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Es wird ja hier und da diskutiert, welche Leistung des Herrn Westerwelle damit belohnt wird, künftig das schwergewichtigste Ministerium leiten und Deutschland im Ausland vertreten zu dürfen. Nur soviel: Englische Sprachkenntnis dürften es nicht sein.

Edit: Dann hier doch noch der Backgroundclip, in dem der unsouveräne Souverän heute einem BBC-Reporter verweigerte, seine Frage auf Englisch zu stellen, weil “es ist Deutschland hier”. Ob auf Pressekonferenzen so üblich oder nicht: Uneleganter geht´s kaum.

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Anti-Pop Consortium – Flourescent Black

antipopAnti Pop sind Beans, M. Sayyid, Earl Blaize und High Priest vom Anti-Pop Consortium bereits qua ihres Namens. Aber auch daneben ist das Quartett aus New York so ziemlich anti jede Einordnung in Schubladen. Ihr 17 Tracks umfassendes Opus pflügt sich wie eine Walze der Innovation durch Beats, Stimmungen und klangliche Exkursionen, zusammengehalten durch stimmlich wie technisch stechend klare Raps. Sieben Jahre ist es her, dass APC ihr letztes Album herausbrachten und danach für eine Weile getrennte Wege gingen. Und auch wenn sie in der künstlerisch anspruchsvollen Nische des Leftfield-HipHop nicht die einzigen Fackelträger sind, ragten sie doch stets heraus. Daran hat sich auch nach sieben Jahren Abstinenz nichts geändert, wie das bestechend kreative „Flourescent Black“ eindrucksvoll demonstriert.

“Flourescent Black” ist bereits bei Big Dada/Rough Trade erschienen.

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Jimi Berlin: Monsterpopelalarm!

Heute stellt das deutsche Wahlvolk die Weichen, wer es durch die bestehende und erst recht durch die noch kommende Krise mit ruhiger Hand und poltischem Geschick führen soll. Munitionen-Hauscartoonist Jimi Berlin hat sich seine Gedanken über entfesselte Finanzmärkte, Afghanistan-Falle und politische Legitimationskrisen gemacht. Und das ist dabei herausgekommen.

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Munitionen-Presseklub

So, mal schön bisschen was zum Schmökern am Wochenende:

1. Ein grauenhaftes Interview bei sueddeutsche.de mit Jochen Distelmeyer. Eine Idee, die grandios “scheitert” und der Interviewer dennoch nicht davon ablassen kann, sie immer und immer wieder aufs Tablett zu bringen.

2. Kaum sieht Ulf Poschardt die Felle für Schwarz-Gelb scheinbar davonschwimmen, wird er pampig. “Aber: Sie, die im Job und im Leben Verantwortung übernehmen, verwechseln diese Geschmacksurteile nicht mit der politischen Richtungsentscheidung dieser Wahl. Gemüts- und Distinktionswähler haben weniger zu verlieren: Sie können in ihren zu überlebensgroßen Spiellandschaften angewachsenen Szenevierteln die Regression zum Kuscheltier vollenden. Wer wirklich etwas zu verlieren hat, kann nicht anders als mit der Erststimme Union und mit der Zweitstimme FDP zu wählen ­– und wenn Sky Dumont Außenminister wird.” Den ganzen Wahnsinn gibt’s auf welt.de nachzulesen.

3. Merkel-Biograph und “Politologe” Gerd Langguth darf im Spiegel noch einmal Kampagnen-Journalismus vom Feinsten vom Stapel lassen. Sein “Plädoyer für die Entzauberung der Linkspartei” ist selbst für SPON-Verhältnisse ein starkes Stück, denn unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Betrachtung darf sich hier ein ehemaliger RCDS-Vorsitzender und Bundestagsabgeordneter der CDU (ohne dass diese Informationen dem Leser mitgegeben werden) am politischen Gegner abarbeiten.

4. No, we can’t. Interessante Inneneinsicht des Online-Wahlkampfs der SPD. Und wie sie ihn verloren hat. Auf freitag.de erzählt ein Insider.

5. Und noch die fast untergegangene Dreistigkeit schlechthin der letzten Tage: Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn wechselt laut Managermagazin in die Wirtschaft. Und zwar nicht irgendwohin, sondern zu Morgan Stanley, der Bank, die den Börsengang der Bahn maßgeblich begleiten sollte.

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Passion Pit – Manners

passion-pitAnlauf genommen, Puste angehalten – und mit vollem Schwung hinein in die Passion Pit, die „Leidenschaftsgrube“. Die Band erwartet uns bereits, noch während wir mit den Armen wedelnd in der Luft schweben, werden wir von einem aufregenden Sound begrüßt. Energiegeladen erzählt die glockenklare Falsett-Stimme des Sängers von seiner letzten Beziehung und wieso es dann doch nicht geklappt hat mit diesem eigentlich doch so perfekten Girl, ekstatisch hüpfen Synthie, Drums und Gitarren dazu, elektrisiert rufen Stimmen im Hintergrund. Passion Pit aus Massachusetts machen auf ihrem Debütalbum „Manners“ frischen, experimentierfreudigen Elektropop, der mal an MGMT erinnert, mal an Temper Trap und auch an wenig an die Teenagers. Und einmal sogar an Take That, als sie schon cool und noch mit Robbie waren. Aber das liegt sicher nur daran, dass der Kinderchor im Hintergrund klingt wie in „Never Forget“.

“Manners” ist bereits bei Columbia erschienen.

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Spaß am Sonntag mit dem Wahlshitbingo

wahlshitbingo

Um die langen Gesichter am Wahlsonntag etwas aufzuhellen, gibt es nun das Wahlshitbingo, eine Variante des Bullshitbingo: Jeder Spieler erhält einen Wahlzettel mit 5*5 Feldern. Sobald eines der beschriebenen Ergeinisse eintritt (“Jörg Schönenbirn muss husten”) oder eine Phrase gesagt wird (“stabile, handlungsfähige Regierung”) wird ein Kreuz gemacht. Wer zuerst 5 Kreuze in einer Reihe hat, gewinnt.

Die Wahlzettel zum Ausdrucken werden dynamisch generiert, nach einigen Sekunden liefet also ein erneuter Klick ein anderes PDF. Es gibt auch gleich Partysets mit 5 oder 20 Zetteln. Gespielt wird am Wahlsonntag ab 17.30 Uhr auch im Frankfurter Kunstverein.

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Schlachthofbronx – Album

Das Schlachthofbronx Album von Schlachthofbronx dem Münchner Trio, das in diesem Jahr gehörig die Clubs umpflügt, erscheint heute digital und auf Vinyl. Einige ältere Tracks von Schlachthofbronx hatten wir euch vor einigen Monaten zum Download gereicht.


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Jochen Distelmeyer – In Zukunft alles offen

jochen

Mit seiner Band Blumfeld hat Jochen Distelmeyer deutschem Indierock in den Neunzigern eine unverwechselbare, hochkomplexe Sprache geschenkt, um nach und nach zu einem modernen Liedermachertum der klaren Worte zu
finden. Sein erstes Soloalbum „Heavy“ ist eine bruchlose Fortführung seiner Karriere: Ein Album über Trennungsschmerz und Liebe, das unumwunden Pop ist, an emotionaler Tiefe seinem Titel aber alle Ehre macht. Unser Mann Michael Weiland war im Auftrag von Hamburg:Pur ganz nah am Mann.

Man erwartet von Soloalben oft so eine Art emanzipatorischen Akt: dass man sich mit Nachdruck vom Alten löst. Das Gefühl hat man bei „Heavy“ überhaupt nicht.

Mir ging es auch nicht um Emanzipation oder Abkehr von irgendetwas, sondern darum bei mir, mit mir weitermachen – unter anderen Vorzeichen. Es gibt in den 16 Jahren Blumfeld nichts, was ich nicht gut fände, wovon ich mich distanzieren müsste. Das ist eine sehr wichtige, schöne, prägende Zeit gewesen, die mich dahin geführt hat, wo ich jetzt eben bin, mit einem veränderten Verständnis von mir als Musiker und als Mensch.

Welche veränderten Vorzeichen wären das denn?

Ich hab das Gefühl, dass ich mit dem, was ich versuche als Musiker und als Typ zu tun, alleine bin. Dass es dafür keine Role Models oder Instanzen zur Orientierung für mich gibt. Ich hab meine Dämonen aufgebraucht. Diese Strecke ist niemand vor mir gegangen, das ist mein Weg.

Als ersten neuen Song von dir hörte man „Wohin mit dem Hass?“ mit Zeilen wie „Lasst ihre Wagen brennen“ oder „Macht etwas Schönes kaputt“. Ist dir dieses Gefühl sehr vertraut?

Mir war so, als läge etwas in der Luft, etwas Gärendes, was darauf drängt, sich in irgendeiner Form entladen zu können. Und mich hat gereizt und beschäftigt, durch welche Stadien man damit geht. Und ich verstehe die Strophen so, dass, auch wenn es möglicherweise nachvollziehbare Gründe gibt die Wagen brennen zu lassen, das aber nichts mit dem Überwinden dieses Gefühls zu tun.

In der aktuellen SPEX-Titelgeschichte wird von Seiten der Goldenen Zitronen der leise Wunsch geäußert, du könntest dich musikalisch mehr trauen. Hattest du selbst im Vorfeld der Aufnahmen schonmal die Überlegung, das Ganze wieder etwas „edgier“ zu machen?

Och, ich finde es schon ziemlich edgy, was ich da mache. Ich glaube, diese Einschätzung ist abhängig davon, was man denkt, dass Mut erfordert. Und vordergründig edgigere Sounds zu fahren, finde ich zwar auch gut, hat für mich aber nichts mit „sich was trauen“ zu tun. Da geht es am Ende des Tages um ganz andere Sachen.

Was nach „Old Nobody“ kaum mehr in deinen Songs auftauchte, sind die synthetischen, elektronischen Elemente. Hast du überhaupt noch ein Interesse an Tracks, als Gegensatz zu Songs?

Ich finde auch Tracks nach wie vor super, und das ist auch etwas was mich immer noch interessiert. Aber für dieses Album mit diesen Songs, die im Laufe der Zeit entstanden sind, schien mir das nicht angezeigt zu sein. „Hiob“ hat ja auch noch so ein „trackiges“ Gefühl. Für die Zukunft ist alles offen.

Jochen Distelmeyers Solo-Album “Heavy” erscheint heute bei Columbia.

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