Felix Da Housecat – He Was King

23056411Mit seiner big fat kickdrum hat Felix Da Housecat wohl den kommenden DJ-Treppenwitz geschaffen. Seit dem epochalen “Kittenz And Thee Glitz” schwächelt der Kater leider etwas, die letzten Alben musste man sich nicht mehr wirklich geben. Felix Da Housecat wollte statt funktionaler Tanzmusik großen Pop schaffen: Seinem Vorbild Prince nacheifernd, erfand er eine Mädchenband, baute auf nervtötende Weise echte Instrumente ein und schrieb richtige Songs, die leider nicht selten wie die Schwundstufe von Human League klangen, manchmal auch wie Parliament ohne Groove. Von seinen Wurzeln in der Chicagoer Houseszene, der langjährigen Freundschaft mit DJ Pierre war da nicht mehr viel zu spüren. Das mit dem Popappeal wird nun auf dem größenwahnsinnigen zehnten Album “He Was King” auf die Spitze getrieben. Der Titel liest sich natürlich wie die posthume Hommage an Michael Jackson. Wobei die Stücke Namen tragen wie “We All Wanna Be Prince” oder “Elvis”. Ersteres samplet sich aus diversen Prince-Stücken zusammen, Letzteres ist der nicht ungelungene basslastige Versuch, auch die Jünger von Justice und Boys Noize zum Tanzen zu kriegen. Drei, vier richtig gute Songs gibt es auf dem Album: Das minimalistische “Kickdrum”, welches tatsächlich nur aus einer solchen Kickdrum und monotonem Sprechgesang (“my big fat kickdrum makes you go boom-boom”) besteht, hat durchaus Charme und wird wahrscheinlich der kommende DJ-Treppenwitz. Und wer “Kittenz And Thee Glitz” noch mal auflegt, wird schließlich auch feststellen, im Endeffekt immer nur dieselben drei, vier Stücke gehört zu haben.

“He Was King” ist bereits bei Nettwerk/Soulfood Music erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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