Du durchsuchst derzeit das munitionen Archiv von September, 2009.

Rechtsfreier Raum Bundestag

(… um mal polemisch und inkorrekt aufzumachen)

Hoher Beamter wegen Kinderpornos verurteilt
Abgeordneter für die CSU im Bundestag und dort unter anderem in der Kinderkommission, hoher Beamter im bayerischen Sozialministerium, Spitzenämter in der Sudetendeutschen Landsmannschaft, katholisch, verheiratet: Mit dieser Vita glänzte ein heute 50-jähriger Münchner. Doch inzwischen ist er rechtskräftig per Strafbefehl verurteilt worden.”

Sueddeutsche

Die Verurteilung per Strafbefehl statt öffentlichem Strafverfahren hat dem Beamten offenbar ermöglicht, nach der Verurteilung von sich aus den Dienst zu quittieren statt automatisch den Beamtenstatus zu verlieren – wenn ich den Artikel korrekt verstehe.

Man darf gespannt sein, ob dies kurz vor der Wahl noch Wirbel verursacht. Anlass gäbe es genug: Vor Monaten hatten SPON, Tagesschau u.a. MdB Tauss aufgrund eines Verdachts (und späterer Anklage) zum Besitz von Kinderpornografie angeklagt. Unschuldsvermutung und Persönlichkeitssschutz zählten damals nicht viel (Stuttgarter Zeitung), in diesem Fall ist offenbar wieder Schonung angesagt. Damals passte es ja auch wunderbar zur gerade hochkochenden Agenda von Zensursulas Netzsperrenvorhaben und das daran aufgehangene, leidige Widergekäue um den “rechtsfreien Raum Internet”. Diese Woche dürfte das eher quer schiessen. In der Blogosphäre ist´s noch recht ruhig, Rivva zählt aber schon über 300 Tweets zum SZ-Artikel.

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Eric Idle beantwortet törichte Youtube-Kommentare

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Flextronic – Oldboyneedsadirtyrave Promo-Mix

flex_mix_coverFlextronic macht es sich schon seit über 4 Jahren als Producer in den weiten Landen des Dubstep heimisch. Wenn man Rückschlüsse von seinem Sound zulässig sind, muss er sein Lager wohl in einer eher kühlen und ungemütlichen Ecke aufgeschlagen haben. Wobble-Klischees und Formel-Dubstep gibt es bei ihm nicht, der Old Boy mit zweistelligen Jahresringen an Erfahrung im Producing und noch längerer Geschichte als Drummer hat sich seinen eigenen Dubstep-Sound erarbeitet, was ihm in diesem Jahr schon zwei Releases beim britischen Eight:FX-Label eingebracht hat. Findet ein deutscher Producer Anklang im Dubstep-Mutterland ist das ein handfester Hinweis, dass es sich lohnt, zweimal hin zu hören.

Flextronic´s 30-minütiger Mix mit aktuellen Produktionen zeigt, dass er es dreckig braucht. Der titelgebende Opener geht nach dem Technobeat-Intro grimmig stoisch nach vorne und definiert die Eckpunkte von Flextronics Sound: Absolute Sicherheit für tighte Beats ohne Baukastenformen, feine Atmosphären und nicht-vorausschaubare Arrangements. “Lush Life” nimmt dann das Tempo nochmal leicht raus, bevor´s dann endgültig vom Sofa in den nebelgeschwängerten Club zieht.

In solchen verdingt sich Flextronic nicht nur als DJ, mit seinen Dubby Friends legt er auch einen umwerfenden Live Act hin: Mit 2 MCs, DJ, Percussionist, Tänzerin und dem Meister an diversen Gerätschaften steigt der dirty Dubstep-Rave.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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Tracklist:
1. oldboyneedsadirtyrave
2. lush life
3. tferk
4. metal fetique
5. arakis
6. escape from mental planet
7. infiniti

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Die Sterne – Der Riss E.P.

coverfrontJetzt also Neo Disco. Warum nicht? Schließlich hatten Die Sterne im Gegensatz zu den vielen Schrammlern, die unflätigerweise mit ihnen in einem Atemzug genannt wurden, schon immer den Groove im Leib. Ein bisschen Angst darf man natürlich trotzdem haben, wenn sich Frank Spilker mit Mathias Modica aka Munk trifft, um Musik zu machen. Der hat als Gomma-Labelgründer zwar Namen wie Who Made Who, Telonius und Headman im Portfolio, aber was Herr Spilker selber als Aufeinanderprallen „norddeutsch protestantischer Indie-Ikone auf in Marseille lebenden Münchner Indie-Disco-DJ“ beschreibt, kann ja auch tüchtig schief gehen. Tut’s aber nicht. Den Tracks kommt kein Millimeter textlicher Konsistenz abhanden und wohnt dennoch ein veritabler Diskotheken-Ansatz inne. Gute Diskothek mit fairen Preisen, versteht sich. Der Riss“ wird zudem als instrumentale Dub-Version auch außerhalb der Landesgrenzen erscheinen. Alles dufte also? Nicht ganz: Richard von der Schulenburg wollte diesen Schritt nicht mitgehen und hat die Band verlassen.

“Der Riss” erscheint am 9. Oktober bei Gomma.

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Dark Dark Dark – Junk Bones (Odd Nosdam Remix)

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Die Goldenen Zitronen – Die Entstehung der Nacht

goldenen-zitronenKurze Redaktionsdiskussion: Darf man noch „Punk“ über eine neue Platte der Goldenen Zitronen schreiben? Bei kaum einer Band divergiert das, was sie verkörpert, so sehr von dem, was sie macht. Es würde sich richtig anfühlen, aber wir nennen es mal lieber… Elektro? Krautrock? Avantgarde? Pop? Wenn man seine Karriere damit verbracht hat, Schubladen kaputtzuschlagen, sind eben von allem nur noch die Splitter übrig. Kleine, gemeine Dinger, die sich tief unter die Haut graben: „Ja, der Silbermond in dieser schnellen Zeit sucht Beständigkeit, die beim alten bleibt“ krakeelt ein gedoppelter Schorsch Kamerun in Richtung schwarz-gelben Gesinnungspops. Ansonsten: 50 Minuten Musik ungeklärter Herkunft, mit einer Gesinnung, die eindeutig bestimmbar von links schmerzhaft in die Seite fährt. Darum: siehe oben.

“Die Entstehung der Nacht” erscheint am 16. Oktober bei Buback/Indigo.

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Why? – Eskimo Snow

why-eskimo-snow-2009“I want to speak at an intimate decibel/ with the precision of an infinite decimal/ to listen up and send back a true echo/ of something forever felt but never heard/ I want that sharpened steel of truth in every word.“ Die Lyrics von Yoni Wolf sind eine Pracht, der Album-Nachfolger von „Alopecia“ eine Offenbarung. Die HipHop-Elemente, das Piano und der Bass sind seltener geworden und werden von einer akustischen Herangehensweise ersetzt, die jemand, der es besonders gut oder schlecht mit Why? meint, als „Indie“ bezeichnen würde. Doch erscheinen solche Klassifizierungen als schal, denn „Eskimo Snow“ strahlt eine alles überlagernde Klarheit einer musikalischen Vision, eines textlich kohärenten Standpunkts aus. Bittersüße Symphonien.

“Eskimo Snow” erscheint am 2. Oktober via Tomlab.

The Blackest Purse

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Voicst – A Tale Of Two Devils

615mhtvfzll_sl500_aa240_Tjeerd Bomhof (Gesang, Gitarre), Sven Woodside (Bass, Gesang) und Joppe Molenaar (Drums) sind keine Wunderkinder, die plötzlich ins Rampenlicht treten und alles verändern. Schließlich hat die Band schon zig Jahre auf dem Buckel und selbst ihr Deutschland-Debüt „A Tale Of Two Devils“ ist bereits vergangenes Jahr in ihrer Heimat, den Niederlanden, erschienen. Warum also trotzdem der Aufruhr? Einfache Frage, einfache Antwort: Peter Katis. Der Mann, der bereits Alben von Interpol und The National als Produzent veredelte, hat Voicst bei ihren Aufnahmen in New York den tiefen Indie-Schliff gegeben, der ihnen in der langen Zeit ihrer Karriere immer fehlte und so den Durchbruch vermasselt hat. Dieses Problem ist somit behoben und Songs wie „Everyday I Work On the Road“ und „High As An Amsterdam Tourist“ dürften jetzt den verdienten Applaus einfahren.

„A Tale Of Two Devils“ ist bereits bei Goodbusy Records erschienen.

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Jochen Distelmeyer – Heavy: CD-Verlosung und warme Worte

distelmeyer

Werte Gemeinde, noch eine Woche bis zum offiziellen Release von “Heavy”, dem ersten Soloalbum von Jochen Distelmeyer. Ausführliche Worte dazu werden folgen. Denn es gibt einiges zu sagen: Hass, Prefab Sprout, Bienenjäger. Drei Schlagworte, die mit Inhalt gefüllt werden müssen.

Und weil der Anlass ein so spezieller ist, gibt’s auch erstmals auf Munitionen was zu gewinnen: Bitte schreibt uns bis zum 25. September einfach einen Kommentar unter diesen Beitrag mit dem Stichwort “Heavy” und unter Ausschluss des Rechtsweges und Familienanghörigen gibt’s dann für den/die Gewinner(in) ein kleines Paket inklusive CD, einem Jochen-Poster und der Vinyl-EP “Lass uns Liebe sein”. Ausgelost wird am 25. September, der Gewinner wird per Mail nach seiner Anschrift gefragt und das Paket geht dann auf dem Postweg raus.

Um die sieben Tage bis zum Release noch angenehm zu verkürzen, hier noch einmal die Videos zu “Wohin mit dem Hass” und “Lass uns Liebe sein”.

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Die Yes Men regeln die Welt

Gestern glücklichwerweise nicht auf Arte verpasst und tollerweise noch ein paar Tage online: Der neueste Film der großartigen Yes Men. Wenn ich das erste Werk auch besser fand: Unbedingt zu empfehlen für alle mit Sinn für Culture Jamming und Reality Hacking. Hintergrundinfos auch bei arte, da kann ich mir das Formulieren sparen.

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Der Film endet übrigens mit der New York Times-Aktion über die wir seinerzeit schrieben.

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