Du durchsuchst derzeit das munitionen Archiv von September, 2009.

Audiolith – Doin’ Our Thing

23056319Ein Label, ein Leben, ein Sound, eine Welt. Stimmt natürlich nur bedingt – denn Audiolith hat viele Gesichter und klingt ungeahnt verschieden mitunter. Clickclickdecker, Egotronic, The Dance Inc., Frittenbude, Rampue, Bratze etc. – alles: “brought you by Audiolith from HH”. Zur Jubiläumsplatte plus DVD steht ein Talk mit Lars Lewerenz an.

Wie lange gibt es Audiolith eigentlich?
Etwas über sechs Jahre. In diesen sechs Jahren bin ich gefühlte 20 gealtert, habe diverse Alben, Singles, MP3s veröffentlicht, bin auf die Schnauze gefallen und wieder aufgestanden. 2009 ist Katalognummer 50 am Start, eine CD-Compilation mit 18 exklusiven Tracks plus Bonus-DVD mit siebenundzwanzig Musikvideos, sozusagen der heiße Scheiß der Künstler, die ich so liebe.

Audiolith ist seit 2008 auch ein Verlag, eine Bookingagentur, die mein Kollege Artur Schock in Berlin leitet, und das soziale Netzwerk, in dem ich mich tagtäglich bewege. Nur gute Leute, keine Arschlöcher, und 100 % qualitativ hochwertiger Output, hinter dem ich stehe.

Was war die Idee, als du damit begonnen hast – und wie bewertest du, was in der Zeit daraus geworden ist?
Ich hab mir ein Buch auf dem Flohmarkt gekauft und mir angelesen, wie man so was Geiles wie Audiolith aufzieht. Ein paar Jahre später hat Audiolith diverse aktive Künstler im Roster, und das Konto ist dick gefüllt. So einfach ist das natürlich nicht. Ich habe meine Erfahrung aus Bands, in denen ich gespielt habe, und aus der Arbeit für Dim Mak Records mitgebracht – und gute Menschen, die mir ihr Repertoire anvertraut haben und ihre Visionen mit mir teilen, um mich gehabt. Viel hat sicher auch mit meiner Sozialisation zu tun. Punkrock, Dicker! Und na klar ist es vor allem harte Arbeit für wenig Geld, aber ich bin mein eigener Boss, und die Künstler und ich können machen, was uns passt. Das wachsende Feedback der Menschen, die unsere Veröffentlichungen und Merchandise kaufen, die Konzerte besuchen und sich mit dem, was wir tun, identifizieren, hat es eigentlich zu dem gemacht, was es heute ist.

Hand aufs Herz, kann man mit einem Indie-Label 2009 noch Geld verdienen?
Audiolith funktioniert nur als ganzheitliches Chaos aus Label, Verlag, Booking und Veranstaltungen etc. und den mafiösen Strukturen dahinter.

Falls nicht, wie klappt es dann mit der Ökonomie – für dich und deine Bands?
Einige gehen noch Fliesenlegen, in Clubs Garderoben bauen, und einige schreiben sogar Bücher. Jeder im Audiolith-Kosmos beschäftigt sich auch noch mit anderen Dingen.

Was ist deine persönlich liebste Platte unter den Audioliths so far?
Am liebsten sind mir die Momente, wenn jemand ein neues Album abliefert und ich mich dann in die Sachen reinhöre. Dann wachsen die Songs, und ich fang teilweise an zu weinen, bekomme Gänsehaut und denke oft: “Die Musik ist einfach viel zu gut für mein kleines Labelchen.” Zu verschiedenen Zeiten habe ich da meine Lieblingssongs, aber generell finde ich alles geil, sonst würde es auch nie auf Audiolith rauskommen.

Du hast ja selbst eine Band (gehabt). Die Oi-Skin-Gruppe Smegma. Warum veröffentlichst du selbst so auffallend wenig Musik in der Art?
Weil ich keinen Bock auf Leute hab, die in ihrer musikalischen Wahrnehmung beschränkt sind. Und leider muss ich sagen, dass ich nicht nur im Punkbereich, sondern auch bei vielen anderen Musikrichtungen einfach nicht mit den Leuten klarkomme, die sich irgendeine Szene auf die Fahne schreiben und nicht offen für andere Sachen sind. Aber das beste Erlebnis hatte ich dazu in Wolfsburg. Ein Skinhead steht vor mir, und ich frag ihn, was er für Musik hört. “Ska und Egotronic” – recht so! Verschiedene Musik. Das will ich sehen. Verschiedene Menschen.

Stimmt es, dass es ein Smegma-Re-Release geben wird?
Die Sammlung “Gehalt, Hab und Gut” kommt demnächst auf True Rebel Records aus Hamburg raus.

Was ist deine Utopie davon, wie es mit Audiolith weitergehen sollte?
Mein Traum ist, das Ding so zum Laufen zu bekommen, dass wir ein paar Leute einstellen können. Das Audiolith-Ding an die jüngere Generation weiterzugeben.

Und wie, denkst du, geht es in echt aus?
Es wird sich in 50 Jahren ein schwarzes Loch auftun und alles verschlingen. Das ist nur die Ruhe vor dem Sturm 2009. Alles wird untergehen, und es wird still werden.

“Doin’ Our Thing” ist bereits bei Audiolith/ Broken Silence erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Interviews, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

Free Download: Sole & The Skyrider Band – Battlefields EP

battlefields-cover-300x298

As an introduction to Sole & The Skyrider Band’s full length LP Plastique (coming out October 13th on Fake Four) we are giving away a free digital version of the brand new Battlefields EP! The EP features one track from the album (w/ Markus Acher of the Notwist), 3 exclusive non-album Sole & Skyrider Band tracks , and 2 remixes by Tobacco of Black Moth Super Rainbow and B.Fleischmann of Morr Music!

Hier klicken, Mailadresse eingeben und downloaden.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Downloads, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

Schön ausgedacht: Sally Shapiro

1359065539_l

Nicht nur über Labels wie Italians Do It Better erfährt Italo Disco seit geraumer Zeit eine skurrile Renaissance. Die Szeneprotagonisten scheinen von überallher aus der Welt zu stammen – nur nicht aus Italien. Der rheinische Südländer von Intro, Sebastian Ingenhoff, weiß mehr darüber.

Auch die Schwedin Sally Shapiro hat sich mit ihrem Produzenten Johan Agebjörn eine warmblütige Tanzmusik ausgedacht, die ihr bereits Kollaborationen mit Bands wie den Junior Boys oder Holy Ghost einbrachte und das hellwache Permanent-Vacation-Label auf den Plan rief. Dort erscheint ihr zweites großartiges Album “My Guilty Pleasure”.

Du hast Sally Shapiro als reine Kunstfigur entworfen. Über dich selbst erfährt man so gut wie nichts, auch deinen richtigen Namen möchtest du nicht verraten. Warum so viel Geheimniskrämerei?
Sally: Ich betreibe die Musik ja nicht hauptberuflich, sondern habe einen ganz normalen Job. Da wir nicht live spielen, gibt es Sally Shapiro eben nur auf Platte. Das soll auch so bleiben. Ich finde es schön, jemand anders sein zu können, das macht es ein bisschen mysteriöser. In meinen Texten geht es hauptsächlich um Dinge, die jeder kennt. Ich versuche eben, das möglichst von mir selbst zu abstrahieren, sodass immer nur die Kunstfigur Sally Shapiro spricht.
Johan: Natürlich steckt in unseren Texten auch immer etwas Eigenes drin, aber es ist eben nie die ganze Wahrheit. Das tatsächlich Erlebte wird immer um irgendwas Fiktionales ergänzt.
S: Du musst dir also keine Sorgen machen, dass ich die ganze Zeit lovesick wäre. Wenn ich Musik konsumiere, möchte ich mich und meine Gefühle einfach in der Musik wiederfinden können. Ein Song muss mir als Hörerin immer diesen Spielraum geben. Ich möchte dabei gar nicht alles über den jeweiligen Künstler selbst wissen. Ein Künstler sollte sich gewisse Geheimnisse bewahren, das macht ihn ja gerade zu einem besonderen Wesen.

Das widerspricht natürlich dem Trend, dass man über jeden Popstar alles weiß. Lily Allen bloggt sogar, wann sie auf der Toilette war.
S: Ich finde das schade, da werden ganze Mythen zerstört. Das meiste, was man in diesen Blogs liest, ist ja wirklich stinklangweilig. Da fragt man sich manchmal: “Ihr seid Popstars, und das hier soll wirklich euer Leben sein?” Da fahre ich lieber den Computer wieder herunter und lasse im Kopf meine eigenen Bilder entstehen.

“My Guilty Pleasure” ist bereits bei Permanent Vacation/Groove Attack erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Interviews, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

Jochen Distelmeyer – Lass uns Liebe sein

YouTube Preview Image
  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Musik, Musikvideo Kommentar-Icon Keine Kommentare

Mos Def – The Ecstatic

23056201Fuck, welcher big player des original HipHop-Katechismus kann denn eigentlich noch? Die Ex-Provokateure des Mainstream in Text und Story wie Eminem, Public Enemy oder 50 Cent haben längst einen Platz als Business-Idioten und Celeb-Trottel eingenommen, das Conscious Movement stirbt als Accessoire eher in Schönheit, als dass wirklich noch mehr denn Rückzugsgefechte drin wären (selbst Talib Kweli lieferte zuletzt nur Durchschnitt ab) – und der Rest wird sowieso eingequarkt in schändlicher R’n'B-Schönheit aus der Mülltonne der Soundprogramme. Warum sollte Mos Def 2009 von diesem Unbill verschont geblieben sein? Nun, keine Ahnung, aber es ist so.

Der schmale, immer wieder überraschend unbedrohliche MC von der East Coast hat immer noch mehr zu sagen als andere, ohne dabei Sound und Catchiness aus den Augen zu verlieren. Bush ließ er bei dessen zögerlichem Handeln nach dem Hurrikan Katrina (“Katrina Klap”) noch schlechter aussehen, als der es ohnehin schon tat, und auch seine Konvertierung zum Islam zeigt, dass Mos Def eben nicht nur den eigenen Blockbuster-Status-quo verwalten möchte.

Und so wirkt das ganze neue Album – die Texte schneiden genauso wie die Tracks dazu. Allein schon der Opener “The Ecstatic”: So exzessiv kann man also doch noch klingen – das Stück wirkt fast wie ein Hybrid aus älteren D’n'B-Sounds Marke Roni Size und orientalischen Inspiriertheiten. Und trotz aller amtlichen Innovation, die die Musik sofort derart – Achtung BWL-Talk – unique erscheinen lässt, ist Mos Def weiterhin kein “schwieriger” Album-Autor. Man kommt immer mit, wird blendend unterhalten, das alles ist HipHop zum Mögen. Die Tatsache, dass es inhaltlich wie soundmäßig darüber hinaus noch so viel zu entdecken gibt, macht die Platte aber erst zu einem wirklichen Genre-Highlight des Jahres.

“The Ecstatic” ist bereits bei Cooperative/Universal erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

Ghislain Poirier – Trust none of dem & Enemies

bear-ghisMonsieur Poirier gibt zwei Tracks seines kommenden Albums “Run The Riddim” (Ninja Tune) raus.

Download – Trust non of dem feat. Burru Banton

Download – Enemies feat. Face T

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Downloads, Musik, Tracks Kommentar-Icon Keine Kommentare