Du durchsuchst derzeit das munitionen Archiv von Oktober, 2009.

Hudson Mohawke – Butter

23057196Boss Birchard a.k.a. Hudson Mohawke a.k.a. DJ Itchy hat großes Interesse an allen Arten von Dancemusik, aber keines an geraden Beats. Oder an gebrochenen. Zumindest geht sein Interesse nicht so weit, dass er sich in die eine oder andere Richtung besonders lange festlegen wollte. Der humorvolle und respektlose Musikentwurf, den er auf seinem Warp-Debüt “Butter” hinlegt, ist trotzdem weit entfernt von verkopftem IDM, auch wenn er historisch gesehen mit seinen Zerlegungen und Neuanordnungen auf dem richtigen Label gelandet ist. “Butter” ist eine akustische Kamerafahrt durch das Hirn eines 23-Jährigen, der ideologiefrei Radiopop, R’n’B, HipHop, Dubstep und Techno collagiert, mischt, verknotet und wieder zerreißt. Die gute Nachricht für Eltern und Pädagogen: In diesem Kopf geht es sehr fröhlich zu. Computergames inklusive. Gepiepse, Bässe, Refrains und Melodien werden angespielt und abgebrochen. Die technischen Fertigkeiten hat sich Hudson Mohawke beim IDM, den Flow beim HipHop und das treibende Euphoriemoment zum richtigen Zeitpunkt beim Techno abgeschaut. Heraus kommt trotzdem etwas Neuartiges, denn niemals zuvor hat ein Künstler Schubladen mit so viel Spaß zerschmettert. “Butter” ist ein ravendes Electrofunk-Monster jenseits von Sinnzusammenhängen und Verbissenheit und garantiert ein Album für die nächsten Jahre.

“Butter” ist bereits bei Warp/Rough Trade erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Waxolutionists – We Paint Colors

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Die gute Nachricht des Tages: Das Wiener Produzenten- und DJ-Trio ist nach fünf Jahren und mehr oder minder mediokren Remixes endlich wieder mit einem kompletten Album zurück. DJ Buzz, The Bionic Kid und DJ Zuzee kehren dabei zu den Ursprüngen zurück und mischen klassisches Sampling, Turntablism und einen Schuss Elektronik zum gewohnten Sound, den ich bei dem 2002er Album der Waxolutionists, “Plastic People”, so gerne geschmeidig an mich ranließ.

“We Paint Colors” erscheint am 6. November bei Super City/ Sunshine Enterprises.

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Slayer – World Painted Blood

23057210Klar, das good old Keyword steht: “Blood”. Die ewig gewalttätige Apokalypse auch. Wie immer. Slayer, diese Katholiken und Republikaner, die eigentlich bloß versehentlich den absoluten Bürgerschreck kultivieren, haben mal wieder ihr bestes Werk seit “Reign In Blood” vorgelegt. Und wie immer stimmt das nur höchst bedingt. Slayer sind, was man ihnen wirklich anrechnen muss, trotz ihres Härtegrads auch im dritten Jahrzehnt nicht ausgewimpt. Slayer sind aber auch gerade in all dem Classic-Metal-Imperativ dieses Jahrzehnts eine ziemliche Coverband ihrer selbst geworden. Mitunter gibt’s auf “World Painted Blood” Sprechgesang, der an den legendären “Judgement Night”-Sampler der 90er erinnert, manchmal originell miauende Gitarren-Soli und schleppendere Mosh-Parts à la “South Of Heaven”. Unterm Strich bleibt aber letztlich doch nur eine weitere “Reign In Blood”-Travestie. Das ist so hart – vor allem auch, weil es festgetrocknet ist.

“World Painted Blood” erscheint heute bei Columbia/Sony.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Speech Debelle – Spinnin’

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Robbie Williams – Reality Killed The Videostar

bild-2Eine neue Robbie-Williams-Platte wieder mal als Hingucker. Schön. Denn zuletzt hatte er selbst ja alles dafür getan, seinen Ultraschall-Ruhm zu Tal zu reiten: zu viele Platte hintereinander, mit unpassenden Songwritern arbeiten, neue doofe Soundrichtung ausprobieren. Innerhalb der Zwangspause nach diesem Ritt wandelte sich der Gossip, der ihn seit jeher umgibt, von Verehrung in Häme. Credo: Ungepflegt, depressiv, muss bald wieder bei Take That vorsprechen. Fakt dürfte auf jeden Fall sein: Die Superstar-der-Superstars-Zeiten sind vorbei. Obwohl auf “Reality Killed The Videostar” die Bemühung spürbar ist, endlich mal wieder bisschen den eigenen Fan zu bedienen. Die glorreiche Phase rund um “Supreme” wird zitiert, nur der damalige Funk-Rahmen findet sich gemorpht in kantigere Electro-Beats. Unterm Strich bleibt man allerdings ratlos zurück. Viel ist gefällig, manches nett, einiges billig. Die Erlöserfantasien, die um Robbie ranken, werden einfach nicht erfüllt. Und mit dem weniger, das die Platte anbietet, sollen sich andere rumschlagen.

“Reality Killed The Videostar” erscheint am 6. November bei EMI.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Salm – SomethingALaMode

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Thomas Roussel (Violine) und Yannick Grandjean (Cello) sind SomethingALaMode, kurz SALM. Die beiden verpflanzen die Klassik in die Club-Kultur und lassen sich dabei leider allzu gerne von diesem Mode-Quatsch (Karl Lagerfeld “singt” sogar auf dem Track “Rondo Parisiano”) einverleiben. Ob trotz der Produktion von Arnaud Rebotini mehr drin ist als nur Chanel-Hintergrundsound? Skepsis is in the House.

“SomethingALaMode” erscheint am 20.11. bei Yellow Productions.

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Editors – Papillon

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Das Pop – Never Get Enough

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Für ihr neues, selbstbetiteltes Album (erscheint am 30. Oktober bei N.E.W.S.) haben Das Pop die Synthesizer eingemottet und sich stattdessen auf einen energievollen, tanzbaren und schlichtweg infektiösen Gitarren-Pop konzentriert. Wer die Gelegenheit hat, bitte live ansehen. Zum Einstimmen das Video zu “Never Get Enough”.

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Daedelus live @ Territorios 2009

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Helgi Jonsson – For The Rest Of My Childhood

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Ein weltweit bekannter Star wolle er werden. So die Ansage von Helgi Jonsson im Jahre 2005. Man mag diesen Übermut dem Umstand zuschreiben, dass er zu dieser Zeit in Österreich wohnte und dort die Einschätzung des eigenen musikalischen Talents ja häufig etwas verquer vonstatten geht. Mittlerweile ist Helgi wieder zuhause. In Island. Und wie es sich für ein Land mit der Einwohnerzahl einer gut gefüllten Telefonzelle gehört, hat jeder schon mit jedem. So war auch Helgi Jonsson schon mit Teitur und Sigur Ros im künstlerischen Bette. Einen Link zu seinem aktuellen Album zu finden, fällt dennoch schwer. “For The Rest Of My Childhood” ist ein typisch schwermütiges Pop-Album, das die benötigte Prise Melancholie und Tragik besitzt, allerdings keine Falltüren aufstellt, nichts hinter der nächsten Ecke vermuten lässt. Dafür trägt Jonsson auf dem Cover einen Hut, den U2-Frontmann Bono Ende der 80er auch gerne spazieren trug. Und man liegt auch nicht komplett daneben, wenn man die wabernde Stimme Jonssons irgendwo zwischen eben diesem und Thom Yorke verortet. Allerdings über spacigeren Songs als der Ire und weniger beeindruckenden als der Irre.

“For The Rest Of My Childhood” ist bereits bei Sevenahalf erschienen.

Foto: Lia Saile

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