Boys Noize - Power
10. Oktober 2009
Auf dem zweiten Album nimmt sich Alexander Ridha etwas zurück. “Power” bietet zwar wieder mal gute In-yer-face-Tanzunterhaltung, aber eben nicht mehr ganz so rockbürstig wie der Vorgänger “Oi Oi Oi”. Justice, Ed Banger und Konsorten haben mittlerweile auch wirklich alles gesagt, was sie sagen konnten, Filter rein/raus + Brochbollerbumm + x ist irgendwann nun mal ausgereizt. “Power” klingt streckenweise einfach wie ein ganz normales Technoalbum, teilweise sogar mit Neunzigerverweisen. Eins der Highlights ist das humoristische “Nott”, wo eine Roboterstimme in der Art, wie sie zuletzt von U96 benutzt wurde, mantraartig den Satz “I am not techno” wiederholt und dazu Ravebeats erdröhnen, die Westbam schon vor zehn Jahren in der Abstellkammer versteckt hätte. Das soll aber nicht heißen, dass wir es hier mit einem reinen Retro-Album zu tun haben, denn natürlich bewegt sich Boys Noize als Paradehipster immer am Puls der Zeit. Highlight ist das reduzierte “In Sweet Light”, das den aktuell obligatorischen “Township Funk”-Beat ziemlich locker zitiert und auf ein minimalistisches Electronica-Stück prallen lässt. Boys Noize hat sich vom Krach also ein Stück weit erholt, und das steht ihm gut. Nach Arbeiten mit den Black Eyed Peas produziert er nun auch Gonzales’ neues Album mit. Der Tourkalender ist für dieses Jahr ausgebucht. Es geht wohl voran.
“Power” ist bereits bei Word and Sound erschienen.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
Einen 60-minütigen Mix von Alex Ridha aka Boys Noize kann man hier auf seiner Seite anhören.
Alben, Musik


















