Ja, Panik – The Angst And The Money
2. Oktober 2009
Sich der unvermittelten Wucht von Ja, Panik entziehen zu wollen, erscheint frevelhaft. Wohlwollendes Tätscheln der kredibilen Granden und hüpfende Begeisterung des Publikums versprechen doch so viel. Und dennoch kommt das Gefühl näher, dass es sich dabei um das von der nicht minder hoch gelobten Band Karpatenhund beschworene „Die Hälfte unserer kleinen Welt besteht aus Referenzen, die andere aus purem Hass“ handelt. Nur, dass der Hass aufgesetzt wirkt. Ein „ja, ich gehör’ nicht hierher“ bezieht seine Tragik bei Ja, Panik nicht aus dem glaubwürdigen Zustand, sondern aus bedeutungsschwanger heraus gequietschtem Pathos. Die bierselige Verzweiflung kam bei Superpunk nachvollziehbarer rüber, die Vermischung von verwelkten Blütengeldträumen und Dada-Zitaten der Pop-Geschichte bei der Berliner Band Die Türen (bei deren Staatsakt-Label Ja, Panik ironischerweise veröffentlichen). Aber kein Grund für enttäuschtes Abwenden: Ja, Panik haben sicherlich ihre großen Momente: „Alles Hin, Hin, Hin“ ist ein perfekter Pop-Song. Weit ausbrechend aus der deutschsprachigen Schrammel-Landschaft, denen die aus dem Burgenland stammende und mittlerweile in Wien lebende Band bei aller Zuneigung zugerechnet werden muss. Am Ende des Albums bleibt: Anwesenheit von Entertainment, Abwesenheit von Tiefe. Ob einem das genügt, möge jeder für sich entscheiden.
“The Angst And the Money” erscheint am 25. September bei Staatsakt.
Alben, Musik
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