Lesen/schauen: Leanne Shapton
9. Februar 2010
Was bleibt, ist die Erinnerung. Die Momente einer großen Liebe, flüchtige Augenblicke für die Ewigkeiten. Und vielleicht das Lieblingskissen mit dem kitschigen Hund, das er damals auf der Fahrt nach München gekauft hat, damit man bequem schlafen konnte.
Ich kann sehr schwer Dinge wegschmeissen. Nicht aus Gründen des Messietums, sondern aus Angst, die an die Gegenstände gebundenen Erinnerungen für immer zu verlieren. Oft habe ich mir die Zeit und Geduld gewünscht, alles zu fotografieren, bevor ich die Regale leer räume, um Platz zu schaffen für neue Erinnerungen. Genau so muss auch Leanne Shapton gedacht haben, als sie sich auf die Spurensuche nach der vergangenen Liebe zwischen Leonore und Harold machte. In unendlicher Akribie hat sie anhand eines Auktionskataloges die Beziehung der beiden Menschen rekonstruiert, hat zusammengefügt, was vielleicht zusammengehört und so Stück für Stück ein Mosaik erschaffen, wie es wohl jede/r schon aus seinem Leben kennt. Fragmente einer fiktiven Beziehung, von Shapton erschaffen in völlig neuer Weise. Am 14. Februar 2010 kommen nun die Überbleibsel dieses gemeinsamen Stück Weges zweier Menschen unter den Hammer. Höchstgebote werden entgegengenommen!
“Bedeutende Objekte und persönliche Besitzstücke aus der Sammlung von Leonore Doolan und Harold Morris, darunter Bücher, Mode und Schmuck” ist bereits beim Berlinverlag erschienen.
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