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Booty Superstars: Crookers!

crookers

Die Crookers sind die neuen Superstars der Booty-Szene. Ihr Remix zu Kid Cudis Hit “Day N’ Night” erreichte Top-Ten-Platzierungen in den US- und UK-Charts. Und überhaupt legen die beiden Italiener in jeder Hinsicht hohes Tempo vor, wie Sebastian Ingenhoff erfahren durfte.

Andrea Fratangelo und Francesco Barbaglia haben haufenweise Freunde, zumindest bringt das der Albumtitel prahlend rüber: “Tons Of Friends”. Zählt man auf der MySpace-Seite nach, sind es gut 70.000. Und da die beiden Produzenten und DJs weder toasten noch singen können, haben sie einige zu sich ins Studio geholt: zum Beispiel Kelis, Róisín Murphy, Miike Snow, Major Lazer und Hudson Mohawke.

Die Crookers sind Teil jenes globalen Netzwerkes, das vor zwei Jahren mit dem kruden Etikett “Elektronische Weltmusik” behangen wurde. “Funk Mundial” klingt da schon griffiger. So nannte Daniel Haaksmann die auf seinem Label Man Recordings veröffentlichte Serie, welche Baile Funk nach Europa brachte. Haaksmann ist neben Diplo einer der Hauptakteure der globalen Booty-Szene; und die Crookers veröffentlichten eine ihrer ersten Singles in jener “Funk Mundial”-Reihe. Damals toasteten noch relativ unbekannte brasilianische MCs zu den hüpfenden Uptempo-Beats der Mailänder. Danach ging alles ganz schnell: Kid Cudi wollte einen Remix für seinen Hit “Day N’ Night”, der in der Crookers-Version förmlich durch die Decke ging und Top-Ten-Platzierungen in den US- und UK-Charts erreichte. Die Konsequenz waren Remixjobs für U2 und Britney.

Das eigene Album “Tons Of Friends” weiß durch slicken Dancehall und Baile Funk zu überzeugen, wobei sich die Bekanntheit der Gaststars umgekehrt proportional zur Qualität der Stücke zu verhalten scheint. Als größter Wurf könnte sich vielleicht die Zusammenarbeit mit den Franzosen Yelle erweisen, deren Ergebnis, eine entspannte Bootyschaukel, tatsächlich noch jeden Arsch in Bewegung bringt. Selbiges gilt auch für die DJ-Sets der zwei, bei denen keine Atempause gegönnt wird, die Hits im Minutentakt abgefeuert werden.

“Tons Of Friends” erscheint am 12. März bei Ministry Of Sound/Warner.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Maximilian Hecker – I Am Nothing But Emotion, No Human Being, No Son, Never Again Son

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Er rasiert sich nicht mehr, meditiert bis zu sechs Stunden täglich, trägt Jogginghosen und will nicht mehr und weniger als „eine Kampfansage an das Musikbusiness“ wagen. Verantwortlich für den radikalen Umbruch in Heckers Werk soll die Begegnung mit einer japanischen Prostituierten namens Nana sein, die sein Leben veränderte. Der Indie-Liebling mit allen Anforderungen von außen und innen war einmal, jetzt ist Hecker nur noch er selbst. Und man mag kaum glauben, was man da hört: Ein radikal reduziertes Album, das unschuldig und verletzlich vor einem steht. Und dem eine ungeheure Wahrhaftigkeit inne wohnt. Gebannt geht mit den Weg durch die Songs mit, durch die einen ein zitternder und dennoch in sich ruhender Künstler führt, der mit jeder Zeile ausstrahlt, bei sich angekommen zu sein. Wie ein Gesprächspartner, der einen mit fast schmerzend ehrlichen Augen ansieht und von sich erzählt. Diese hohe Kunst des reinen und unverfälschten Gefühls, zelebriert von Liwa, Lennon, Van Morrison und Dylan, ist jetzt Heckers Metier. Auch wenn er erst verschüttet gehen musste, um aufzuräumen.

“I Am Nothing But Emotion, No Human Being, No Son, Never Son Again” erscheint am 26. März bei Blue Soldier Records / Rough Trade Distribution.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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