Funki Porcini - On
13. Mai 2010
Familienaufstellung first: Mitte der 90er war das Ninja Tune-Label das heiße Ding. Dunkler Downbeat, TripHop allerorten und es wurde gesampled was das Zeug hielt. Dieses Universum wurde durch zwei Alben zusammen gehalten: DJ Shadows „Endtroducing“ war das bedrohliche Massaker am einen Ende, Funki Porcinis „Hed Phone Sex“ das luftig-jazzige Gegenstück am anderen Ende. Fünfzehn Jahre später und acht Jahre nach seinem letzten Ninja Tune-Release „Fast Asleep“ ist James Braddell alias Funki Porcini erneut als Fallensteller allererster Güte zurück. Was im ersten Hördurchgang als eingängiger Jazz-Dreampop durchgeht, entwickelt bei näherer Betrachtung Widerhaken en masse: Die Jazz-Breaks sind Blaupausen für Amok-Tüftler wie Amon Tobin, die nahezu comicartigen Piano-Sequenzen schwimmen im Ozean der Boards Of Canada. Im Gegensatz zu seinen vier vorherigen Alben verzichtet Braddell weitaus stärker auf Samples zu Gunsten knackiger Live-Instrumentierung. Dennoch: Es ist nicht mehr 1995 und der Begriff Future-Jazz ist passé. Der Fluch der guten Tat, wenn man die Zukunft schon vor fünfzehn Jahren vorgezeichnet hat.
“On” erscheint am 14. Mai via Ninja Tune / Rough Trade.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
Alben, Musik



















14. Mai 2010 um 18:33 Uhr
lennock sagt,
tja, das album nach hed phone sex hiess plod und kam ende 2009, was solls makko, wa? was solls, blindgänger.de…
14. Mai 2010 um 19:52 Uhr
Marco Fuchs sagt,
Danke für den überaus freundlich formulierten Hinweis. Immer wieder schön, wenn sympathische Nutzer des Internets mit einem in Kontakt treten.
Bei “Plod” handelt es sich um Tracks, die es nicht auf das “On”-Album geschafft haben und von Funki Porcini im Eigenvertrieb veröffentlicht wurden, nicht auf Ninja Tune. “Plod” wird auch nach wie vor nicht bei den Ninja Tune-Releases gelistet.
16. Mai 2010 um 14:37 Uhr
Marcus sagt,
jo schlaubergus anonymous, das ging ja wohl nach hinten los.
hed phone sex war ja das debut, danach folgten noch diverse alben.