M.I.A. - Maya

mia-mayaSicherlich am auffälligsten bei dieser Platte ist, dass Mathangi Arulpragasam hier alles noch konsequenter auf der Sollbruchstelle ihrer Kunstfigur M.I.A. verhandelt. M.I.A., die smarte Dancefloorwaffe mit geschmeidigem Ethno-Touch auf treibenden Beats, vs. M.I.A., die Provokationsmaschine, die Aussagen trifft, die jegliches Clubfeeling erstarren lassen könnten. Auf “Maya” ist daher vielleicht folgerichtig nur noch semiotischer Terror. “Born Free”, das Kopfschussporn-Video, ist dabei in letzter Konsequenz ein wenig zu platt, Mathangis Aussagen in Interviews sind dagegen immer etwas zu schwammig, und auf “Maya” wird nun auch noch der Beat unbarmherziger, Industrial-lastiger, verquer dubsteppig. Was soll man jetzt noch mal mit dieser Platte anfangen? Darüber nachdenken, dass Menschen einfach nur wegen roter Haare verfolgt werden könnten? Irgendwie doch noch zu den Beats und paar smoothen Songs hochgehen? Vermutlich alles gleichzeitig. Hey, M.I.A., deine Sollbruchstelle tut mir im Kreuz weh!

“Maya” ist bereits bei XL/Beggars/Indigo erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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