Hurts - Happiness

23061083Richtig Relevanz zu erzeugen in Pop wird gelinde gesagt nicht einfacher. Die letzten Jahre reichte es ja schon, öffnete man bloß die richtige Gruft. Doch mittlerweile mussten selbst bei den Mausoleen von Gang Of Four, Harold Faltermeyer und den Stones schon Drehtüren eingebaut werden. Der Andrang auf Retro-Rock bzw. Retro-Wave erzeugte neben der Übersättigung auch richtiggehend Frust über die vermeintliche Innovationsleere kontemporären Pops. Wo ist bloß das Ereignis, die Überraschung geblieben? Nun, in dem Manchester-Duo Hurts mag man auch ein Patchwork an Apropos’ finden, überstrahlt aber von einem einnehmenden Novelty-Effekt. Gerade auch, wenn sie mit die Vocals unterstützendem Opern-Pinguin auf der Bühne auftauchen und eine unglaubliche Spannung zwischen ihrer konzeptionellen Strenge und dem entfesselten Schnösel-Pop halten. Max Raabe, Propaganda, Pet Shop Boys und „Nessun Dorma“ von Paul Potts – wann konnte man zuletzt solche Kontexte aufmachen? In dieser Kombination vielleicht: noch nie. Na, also wenn das nichts ist, dann weiß ich aber auch nicht.

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“Passions” erscheint am 27. August bei Four Music/Sony.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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