Manic Street Preachers – Postcards From A Young Man

manic-street-preachersDie Waliser um Frontmann James Dean Bradfield waren und sind immer mehr als die Summe ihrer Songs. Welche Band hat es schon geschafft, auch beim zehnten Album noch die Kraft zu entwickeln, eine musikalische Geste zu sein? Es war ein langer Weg vom aufrührerischen Glamrock des Debüts „Generation Terrorists“ über die dunkle Seite der Macht, „The Holy Bible“, bis hin zum hymnischen Erfolg von „Everything Must Go“. Das ist jetzt auch schon wieder fast 15 Jahre her, aber die Manic Street Preachers versammeln auf ihrem jüngsten Werk so etwas wie einen Kanon der eigenen, teils bitteren Geschichte. Der Pathos brandet wieder an den Strand, die Zitate von Schriftstellern und Selbstmördern flechten einen kehlenabschnürenden Strick und nach wie vor ist Herr Bradfield der einzige, der 2010 noch ungestraft Gitarrensoli anschlagen darf. Von großer Stattlichkeit, Trauer und Melancholie sind die zwölf vom alten Weggefährten Dave Eringa produzierten Songs, die dem Gesamtwerk der Band keine neue Facette verleihen, aber in den vergangene zwei Jahrzehnten angespielte Ideen zu Ende bringen.

“Postcards From A Young Man” ist bereits bei Sony erschienen.

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