Azure Ray – Drawing Down The Moon

azure-rayDie neuen Abenteuer von Sepia und Weichzeichner: Orenda Fink und Maria Taylor haben sich nach sieben Jahren Auszeit wieder als Azure Ray zusammengefunden. “Drawing Down The Moon” ist dabei mehr Rückbesinnung als Fortschreibung. Ein stets etwas unfertig vor sich hinklopfender Beat gibt den Takt für zwei ineinander verschränkte Stimmen, ein musikalisches Flimmern, Grummeln und Beben: erlaubt ist, was nicht trennscharf ist. Der jeweilige Solo-Output der beiden Damen war dagegen unvermutet ziemlich abwechslungsreich. Das letzte Maria-Taylor-Album “Lady Luck” bot sehr beherzte Popmusik, Orenda Fink experientierte mit haitianischen Mystizismus. Den atemleisen Progfolk von Azure Ray lässt das alles kalt. Taylor und Fink haben mutmaßlich eine deutlich vorgefertigtere Meinung, wie Azure Ray zu sein hat, als ihre Hörer. Sie können auch anders, sie wollen nur nicht mehr. “Drawing Down The Moon” ist ein bezauberndes Album, aber beileibe kein spannendes. In Äther erstarrte Regenmusik für Herbst und Winter, zu schön um warm zu sein.

“Drawing Down The Moon” ist bereits bei Saddle Creek/Cargo Records erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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