[Album] Metronomy – The English Riviera
11. Juni 2011
Kleine Dissonanzen tauchen unvermittelt in den Songs der rundum überholten Metronomy auf wie kurze, warme Regenschauer, die an die Fensterscheibe klopfen. Für ein Sommeralbum, das es zweifellos sein will, klingt „The English Riviera“ nämlich bemerkenswert häuslich und lichtscheu. Aus dem Laptop-Pop vom Vorgänger „Nights Out“ ist eine richtige Band gewachsen, die mit herrlich unfetter Achtziger-Effekterei eine Art Softrock spielt, beflügelt von einer spät erwachten Liebe zu Fleetwood Mac und Steely Dan. Mit denen haben Metronomy auf „The English Riviera“ allerdings so viel gemein wie der Ikea-Katalog mit einer Sitzgelegenheit: Schlüsselreize wie die unverzerrte Gitarre und der in den Vordergrund gemischte melodische Bass hat man sich eher flüchtig abgeschaut. Das dritte Album von Songschreiber Joseph Mount gibt sich zwar den Anschein einer abgezirkelten Ästhetik, die Band haut aber immer wieder absichtsvoll Klinken in die Fahrbahn – „The English Riviera“ macht dank dieses Gekurves erst Spaß. Zumindest mehr, als man eingangs vermutet hatte.
“The English Riviera” ist bereits bei Warner erschienen.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
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