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[Album] Gang Gang Dance – Eye Contact
8. Juni 2011
Nachdem die New Yorker Gang Gang Dance mit ihrem letzten Album „Saint Dymphna“ poppigere Wege eingeschlagen hatten und damit auch Bands wie Florence + The Machine zum, sagen wir, Ideenklau inspirierten, geben sie sich auf ihrem fünften Album wieder etwas verspulter. Schon der Einstieg „Glass Jar“ ist eine gut elf Minuten andauernde Geräuschorgie aus arabischen Rhythmen und psychedelischen Synthesizergeräuschen. Doch mit zunehmender Spielzeit wird das Tempo angezogen. Das hektische „Mindkilla“ wird von einem Beat untermalt, der Assoziationen an DJ Mujavas „Township Funk“-Hymne weckt. Lizzi Bougatsos’ Gesang erinnert in seiner Hysterie immer weniger an Kate Bush (der Vergleich ist ja in der Vergangenheit oft bemüht worden) und immer mehr an die Sängerin von Rainbow Arabia. Überhaupt scheint sich die Band aus dem Animal-Collective/Black-Dice-Umfeld in der jüngeren Vergangenheit ausführlich mit arabischen Sounds und Künstlern wie Omar Souleyman beschäftigt zu haben. Ein Ausnahmehit wie „House Jam“ will sich auf Anhieb jedoch nicht finden.
“Eye Contact” ist bereits bei Beggars/Indigo erschienen.
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Alben, Musik
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[Album] Björn Kleinhenz – Djago Brak
5. Juni 2011
Björn Kleinhenz ist Schwede, das darf bei dem Namen ja gern noch mal erinnert werden. Nicht dass sich der eine oder andere wundert, warum man jenen Typen trotz fünf Alben bisher noch nicht beim „Bundesvision Song Contest“ von Stefan Raab gesehen hat. Darum eben. Ansonsten könnte man sich Kleinhenz schon passend für alles Mögliche vorstellen. Schließlich können er und seine Leute ja alles so gut. Was einem aber auf „Djago Brak“ auch mal zu viel werden kann: Was wollt ihr bloß von mir mit eurem scheiß perfekten Indie-Kunsthandwerk? Glaubt ihr, der Hörer erreicht Auslösung, nur weil das Fingerpicking an der Gitarre so ästhetisch immer wieder eingesetzt und hörbar gemacht wird? Und dann die zweite Stimme oder wenn Björn selbst in die Kopfstimme wechselt. Eure Perfektion ödet mich an. Gerade weil die Songs einen eigentlich erreichen könnten. Aber so letztlich auf der Hälfte zwischen Engineer und Fleiß irgendwo unterwegs verstorben sind. Der genialische, (angeblich) melancholische schwedische Songwriter, dessen Freundin auch immer mal Percussion macht und Backings singt. Tut mir leid. Es fehlt das Drama. Und das lässt sich nicht mit antrainierter Folk-Wehmut ersetzen.
“Djago Brak” ist bereits bei DevildDuck/Indigo erschienen.
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Alben, Musik
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[Album] Box Codax – Hellabuster
4. Juni 2011
Die beste Art, ein nur mittelgroßes Genie zu tarnen, ist Nachlässigkeit: Weltformeln unleserlich auf Papierservietten schmieren zum Beispiel. Nick McCarthy, sonst bei Franz Ferdinand als Gitarrist tätig, weiß das genau. „Hellabuster“, das zweite Album mit Alex Ragnew als Box Codax und das erste mit seiner Frau Manuela Gernedel, ist dank dessen immens frustrierend. Der Psychofolk von „Inanimate Inamorato“ etwa würde unweigerlich am Herzen zupfen, wäre das zungenbrecherische Requiem nicht von so friedlicher Beschränktheit. Die blöde Idee, Ragnew mit deutschem Akzent singen zu lassen, ist auch eine solche Verschleierungstaktik. Box Codax können ganz offensichtlich Songs schreiben, in so ziemlich jedem Genre – mit einem Kräfteüberschuss bei Barockpop und Vaselines-artigem Lo-Fi-Punkrock. Das Hingeworfene und die Albernheit des Ganzen lassen eine eingehende Beschäftigung mit den Songs allerdings nicht zu, das stete Ironisieren wirkt, als würden sie selbst das Album nur mit spitzen Fingern anfassen. Ja verdammt, dann hat es eben Potenzial – eine gute Platte ist „Hellabuster“ darum nicht.
“Hellabuster” ist bereits bei Gomma/Groove Attack erschienen.
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[Album+Stream+Video] Dominik Eulberg – Diorama
2. Juni 2011
Ein Händchen für bescheuerte Songtitel hatte der begeisterte Fan von Flora und Fauna Dominik Eulberg ja immer schon. So auch auf seinem neuen Album „Diorama“, das sich thematisch den „elf größten Naturwundern unserer heimischen Gefilde“ widmet. „Heimische Gefilde“ hieß sogar mal ein Album von ihm. Da sträuben sich den einen vielleicht nicht ganz zu Unrecht die Nackenhaare, die anderen geben sich eben den kompletten Natur-Rave. Die Tracks des Ziehsohns von Sven Väth und Riley Reinhold tragen diesmal Namen wie „Teddy Tausendtod“, „Die 3 Millionen Musketiere“ oder „Islandmuschel 400“. Letzterer ist ein treibendes Peaktime-Brett mit druckvoller Bassline, das man diesen Sommer vermutlich noch öfter hören wird. Doch am besten ist der nicht mehr ganz so junge Naturbursche nach wie vor in seinen verträumten Momenten, wenn er zeigt, dass Trance nicht immer Käse sein muss und Ambient eben ein dehnbarer Begriff ist. Dann tanzen tatsächlich die Glühwürmchen.
“Diorama” ist bereits bei Traum/Kompakt erschienen.
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Dominik Eulberg – Aeronaut by newnickname
Alben, Musik, Musikvideo, Tracks
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[Album+Video] We Are Enfant Terrible – Explicit Pictures
1. Juni 2011
Der Oktavbass lässt sich vergleichen mit der Afterhour. Jeder, der was auf sich hält, muss hin. Und es schadet ganz sicher nicht, wenn man schon einiges an Derangiertheit mitbringt. Doch wurden in den letzten Jahren schon einige Afterhours sowie unzählige Stunden Oktavbass zurückgelegt. Das heißt, man muss sich irgendwie auch mal was Neues einfallen lassen, während man mal wieder das Alte macht. We Are Enfant Terrible haben sich dafür entschieden, der Abfahrt eine gewisse Melancholie zu verabreichen. Das macht sie teilweise zu einer Art Indie-Atzen in Moll. Mit, klar, mehr Schulbildung, aber trotzdem noch irgendwie asozial. Vielleicht ziehen sie aber auch Party-Bekenner wie Plemo oder Egotronic mit dem unkaputtbaren Trend zur Joy-Division-Aufarbeitung zusammen. Oder Deichkind mit Depressionen? Oder mal besser Schluss mit dieser Verweis-Borderline hier?
“Explicit Pictures” ist bereits bei Last Gang/Warner erschienen.
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Alben, Musik, Musikvideo
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