[Album] Andreas Dorau – Todesmelodien

dorauFür manche englische Redewendung gibt es keine deutsche Entsprechung, „hidíng in plain sight” etwa. Am ehesten kommt dem nahe, wenn jemand den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Die Lieder von Andreas Dorau sind ein bisschen so: Die Sätze sind schön und klar und eindeutig, und trotzdem weiß man nie ganz recht, was bei Herrn Dorau so abgeht. Die Lieder verstecken sich, obwohl sie vor einem wie aufgebahrt liegen. Die Bahre gibt das Stichwort: „Todesmelodien” hat zwar Schlagseite ins Jenseits, erstickt aber nicht an seiner Morbidität – der Schnitter klopft rhythmisch an die Tür. Doraus Bubenstimme, die ähnlich wie die von Christiane Rösinger immer ein bisschen nach Sesamstraße klingt, intoniert krude gebaute Lieder zwischen Chanson und Elektropop über Altenheime und in Diamanten gepresste Asche. Himmlisch.

“Todesmelodien” ist bereits bei Staatsakt/Rough Trade erschienen.

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