Du durchsuchst derzeit das munitionen Archiv von November, 2011.

[Album] Coldplay – Mylo Xyloto

51uaql4pa4l_sl500_aa300_Man kann Brian Eno und Rihanna auf seinem Album haben, einer der größten Rockstars der Welt sein und darüber singen, wie man bei seinem Lieblingssong weint: “Mylo Xyloto” steht stolz zu seinen Widersprüchen. Neben den übergeschnapptesten, brillantesten Popnummern, die Coldplay überhaupt im Repertoire haben, sind bewusst kleine Lieder in die erstaunliche Dramaturgie der Platte integriert. Coldplay verleihen ihren Alben unverwechselbare Identitäten, und sei es nur, weil jede Songsammlung einen Schritt von der vorangegangenen entfernt ist. Das mag bei “Viva La Vida” einer seitwärts gewesen sein, “Mylo Xyloto” geht nach vorne. Coldplay haben die Scham des Indie-Acts, der Stadien füllt, abgelegt und fühlen sich in die große Popnummer ein: Wenn man sowieso schon einmal da ist, kann man es auch gut machen. Man hört Arbeit und Zweifel in den Aufnahmen. Und dass Coldplays beste Musik vielleicht noch nicht geschrieben ist: Eine Band, die sich auf ihren Lorbeeren ausruht, schreibt nun einmal kein Science-Fiction-Graffiti-Konzeptalbum.

“Mylo Xyloto” ist bereits bei EMI erschienen.

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[Album] Blink 182 – Neighborhoods

23065560Eins ihrer frühesten Alben hieß »Enema Of The State«. Sie waren zur Jahrtausendwende so was wie die Anti-Green-Day, da sie deren fortschreitende Gesetztheit nicht mitgingen und verrotzten New-School-Punk immer noch auf Kurs hielten. Keep it asozial. Doch mit dem zunehmenden Erfolg begann natürlich auch bei ihnen der Drift. Schlagzeuger Travis wurde zum Celebrity-Trottel mit Reality-TV-Sendung, die anderen beiden verstrickten sich in diverse Nebenprojekte, und Blink 182 verschwand zuletzt völlig vom Radar. 2011 hat man sich also wieder. Aber nicht mehr als kleine smarte Punk-Pop-Band von nebenan, sondern als amtlich verkrachte Rock-Stullis, die das Album »Neighborhoods« nicht mal mehr gemeinsam im Studio aufnahmen. Verkracht, als wäre man Deep Purple. Der Musik allerdings hat das weniger geschadet, als man vermuten würde. Die verspielten Miniaturen von ganz früher sind zwar komplett off, aber das Zweitbeste, was die Band je draufhatte – also die krachigen Heuler der mittleren Phase, also zu Zeiten von »Stay Together For The Kids«. Das kann sie hier wieder richtig glaubhaft hochladen. Erstaunlich, dass »Neighborhoods« ein Album geworden ist, das nostalgischen Spaß bereiten kann, ohne dass man sich vor sich selbst oder für die Band schämen müsste.

“Neighborhoods” ist bereits bei Interscope/Universal erschienen.

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[Video] Emika – Professional Loving

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[Album+Video] Supershirt – Kunstwerk

23065617Für die drei Wahl-Berliner mit ostdeutschem Hintergrund muss man einfach mal deutlich werden: Mit »Kunstwerk«, ihrem Album nach dem kleinen Hype um ihren Szene-Hit »8000 Mark« von vor paar Jahren, mit »Kunstwerk« ist ihnen vielleicht die Audiolith-Platte des Jahres gelungen. Und das nicht, weil die anderen es versemmelt hätten oder weil die neue Egotronic erst im nächsten Monat zu hören sein wird. Nein, Supershirt haben einen äußerst pointierten Stil gefunden, den hedonistisch besoffenen und politisch motivierten Electro-Approach ihres Labels zu einer neuen Meisterschaft zu führen. Die Musik liefert eine stets tanzbare Kulisse, der Gesang indes variiert ständig und umfasst eine ziemliche Bandbreite zwischen Sprechgesang und Indie-Träller-Pop-Songs (im Refrain von »Bretter« meint man, Virginia Jetzt! seien als fröhliche Zombies wiedergekehrt). Durch diese Abwesenheit von Berührungsangst wirkt alles zugänglich, verspielt und klatscht einem so die teilweise auch ätzenden Botschaften vom Leben auf Kunst und Hartz4 nicht so freudlos um die Ohren. Das hier ist: Frittenbude auf Ecstasy; so könnten Mediengruppe Telekommander bestenfalls klingen, wenn sie die Fähigkeit besäßen, über sich selbst zu lachen.

“Kunstwerk” ist bereits bei Audiolith/Broken Silence erschienen.

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[Track] DJ Food – Prey (feat. J.G. Thirlwell)

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“Prey” feat. J.G. Thirlwell taken from DJ Food’s latest EP “Magpies, Maps & Moons”, out 7 Nov on Ninja Tune.
Available on 12″ vinyl including poster by 2000AD artist Henry Flint and download.

DJ Food – ‘Prey’ feat. J.G. Thirlwell by Ninja Tune

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[Live] Rainald Grebe – Das Hongkongkonzert (3satfestival 2010)

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[Album] David Lynch – Crazy Clown Time

51anrjdpml_sl500_aa300_David Lynch legt hier zwar sein Solodebüt als Musiker vor, musikalische Fallen stellt er mit Komponist Angelo Badalamenti jedoch schon seit Jahren, gar Jahrzehnten. Zur Erinnerung: Bei manchen Sequenzen aus „Twin Peaks“ rollen sich heute noch zurecht die Fußnägel hoch. Weil das Erwartbare plötzlich aus dem Sinnzusammenhang fällt, die Erwartung schaudern lässt. Schaudern lässt bei „Crazy Clown Time“ leider alles, was nach dem schlüpfrigen Opener „Pinky’s Dream“ (gemeinsam mit Karen O von den Yeah Yeah Yeahs) vor sich hin wummert. Dass Lynch nicht singen kann – geschenkt. Allerdings ermüdet das monotone Gewisper, das mal tiefer mal höher geraunte Geraune binnen Minuten. Blick zur Armbanduhr. Ach, so wenig Zeit ist erst rum? Na dann eben noch eine blöde Rockgitarre, die Gutmeinende unter dem Attribut „klassisch“ ablegen, Leute mit noch zwei bis drei Zielen im Leben hingegen als „gestrig bis zum Umfallen“. Aber die Texte, die Texte! Nun gut, dann soll er eben Hörbücher einlesen, Malen und Fotografieren tut er in den Drehpausen doch auch. Aber nein, es muss ja gedudelt werden. Zu Geschichten über Außenseiter, düstere Gestalten, zwielichtige Fantasien. Furchtbar langweiliges Zeugs, das ohne den Namen Lynch auf dem Flohmarkt nicht einmal im Tausch gegen einen abgeknabberten Apfel wegginge. Verstören alleine ist noch keine Leistung, verstörend schlecht sind auch massig Leute ohne gute Frisur. Die hat Lynch definitiv, das muss man ihm lassen.

“Crazy Clown Time” ist bereits bei Pias/Rough Trade erschienen.

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[Video] Die Türen – Rentner und Studenten

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[Album] Mediengruppe Telekommander – Die Elite der Nächstenliebe

23065588“We take the Howard-Carpendale-way out”, oder was? Verrückt. Während die gefühligen R.E.M. die Fans mit ihrer Auflösung einfach vor vollendete Tatsachen gestellt haben, annonciert die stets bis zur Unsympathie abgebrüht posierende Mediengruppe eine letzte Platte, eine sentimentale Abschiedstour. Kitsch pur. Kitsch, den man auf dem letzten Werk allen anderen natürlich mal wieder nicht durchgehen lässt. Da bekommen alle nämlich ihr Fett weg: der Eventcharakter, die Corporate Identity, der Raver, die Gutmenschen, die Berufsjugendlichen und und und. Hinter den zeitgenössisch aufgeladenen Phrasen und Begriffen verbirgt sich dabei wieder die schlecht gelaunte bandeigene Medienkritik, deren emanzipatorischer Erkenntnisgewinn sich trotz allen Gewusels einfach nicht mehr erschließen mag. Und die in den wenigen konkreten Momenten fast schon erschreckend anachronistisch anmutet. Neben aller Protest-Routine zerfasern bewusst billige Beats die Songs, das klingt manchmal richtig gut, kann aber diese Platte auch nicht davor retten, das zu sein, was sie ist: angestrengt, vorwurfsvoll und nicht toll.

“Die Elite der Nächstenliebe” ist bereits bei Audioakt/Rough Trade erschienen.

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[Video] Mount Kimbie – Carbonated

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