Ist das nun Leichenfledderei, Fanservice oder wirklich ein liebevolles Tribut an eine der größten Soulstimmen seit goldenen Motown-Zeiten? Es ist ein bisschen müßig, darüber überhaupt zu diskutieren – dass die Studioarchive nach dem Tod von Amy Winehouse auf der Suche nach unveröffentlichten Aufnahmen auf links gedreht würden, war schließlich unvermeidbar. Zusammengestellt von ihren Produzenten Salaam Remi und Mark Ronson und von letzterem beflissen kommentiert, ist „Lioness” nicht die befürchtete Resterampe, aber dennoch weit entfernt von einem modernen Klassiker. Winehouse strahlt vor allem bei eigentlich gut abgehangenen Stücken: Carole Kings „Will You Still Love Me Tomorrow?” oder „The Girl From Ipanema”, der Rest ist ein eher unverlangt eingeschicktes Geschenk an die Menschheit. Wer sich erinnern will, hört besser „Back To Black”.
“Lioness: Hidden Treasures” ist bereits bei Island/Universal erschienen.