[Album] Alexander Marcus – Glanz und Gloria
16. Februar 2012
Zwischen den Stühlen ist ja mal wieder einiges los. Alexander Marcus tauchte 2008 mit »Electrolore« ziemlich unvermittelt, überaus wahrnehmungsreich, letztlich aber auch wenig nachhaltig als YouTube-Phänomen im ironischen Popgeschehen auf. 2012 wähnte man ihn bereits aufgelöst. In schlagereskes Wohlgefallen, war eben ein guter Witz für eine Nacht. Umso erstaunlicher, dass sein nun doch erscheinendes zweites Album nicht einfach als bescheidenes Follow-up des Hypes unter »ferner liefen« einen auf Fade-out macht, nein, Alexander Marcus kommt noch mal mit einem Projekt reinsten Größenwahns um die Ecke: »Glanz und Gloria« ist nämlich der Soundtrack zu einem Film mit ihm. What the fuck? Der Trailer vermittelt dabei den Eindruck, das Werk müsse zwischen Helge Schneiders Frühwerk, Dieter »Thomas« Kuhn und einer grellen Sauf-Studi-Motto-Party verortet werden. Nervfaktor extrem hoch. Die Songs orientieren sich an ähnlichem Overacting, was gleichermaßen dazugehört, aber auch schade ist, haben sie doch musikalisch einen ziemlichen Sprung gemacht. Beat und Bass erinnern an Kozes kongenialen Mash-up-Mix, in dem er einst »Tausend Tränen tief« von Blumfeld in Steve Bug verschränkte. Respekt vor dem Größenwahn der ganzen Geschichte hier, dennoch in seiner Gesamtheit nur für sehr starke Nerven.
“Glanz und Gloria” ist bereits bei Kontor/Edel erschienen.
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