Du durchsuchst derzeit das munitionen Archiv von März, 2012.

[Album] Xiu Xiu – Always

Jamie Stewart aka Xiu Xiu hat eine Karriere darauf aufgebaut verstörend zu sein, seine Platten fahren in die Magengrube wie das Ende von Darren Aronofskys „Requiem For A Dream”. (Nicht zu vergessen das berüchtigte Kotzvideo zu dem Song „Chocolate makes you happy”.) Sein Elektropop hat noch immer experimentelle Schärfe, ist aber im Vergleich zu den verhandelten Themen – von Kriegstraumata (“Gul Mudin”) bis Inzest („Black Drum Machine”) – regelrecht gefällig. Stewarts gequälte Stimme legt sich unkomfortabel über Störgeräusche, E-Gitarren, synthetische Avantgardestreicher und vorwärts propellernde Drumbeats. Stewart ist trotz aller Unerbittlichkeit voller Empathie: Er leidet an der Welt und zwingt den Hörer, sie mit seinen Augen zu sehen. Nett ist das nicht. Aber nötig.

“Always” ist bereits bei Bella Union/Cooperative erschienen.

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[Album] The Magnetic Fields – Love At The Bottom Of The Sea

Eine Abkehr, vielmehr eine Rückkehr: Nachdem die letzten Alben bewusst auf Keyboards und Synthesizer verzichteten, ist der leicht billige Elektroniksound von Magnetic-Fields-Alben wie „Get Lost” (1994) oder „Holiday” (1995) wieder da. Dafür wird etwas anderes vermisst: ein übergeordnetes Konzept wie auf den vergangenen Platten „i”, „Distortion” und „Realism”. „Love At The Bottom Of The Sea” hat zwar gefühlt in jedem Song unerfüllte Liebe zum Thema, aber das zählt nicht – es ist ja schließlich Popmusik. Merritt findet schöne Bilder, wie das des Schmachtenden, der dem Objekt seiner Begierde gerne so nah wäre wie dessen Mobiltelefon, macht schlechte Wortspiele („I’d Go Anywhere With Hugh”) und ist in jeder Zeile der gewohnt charmante Menschenfeind. Weiterhin ist unfassbar, mit welch nachlässiger Kunstfertigkeit der Mann Melodien und endlos zitierfähige Texte schreibt.

“Love At The Bottom Of The Sea” ist bereits bei Domino erschienen.

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[Video] Hot Chip – Flutes


HOT CHIP "Flutes" von domino

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[Album] Quantic & Alice Russell – Look Around the Corner

Gehofft hatte man auf ein gemeinsames Album von Quantic und Sängerin Alice Russell in den vergangenen Jahren immer wieder. Einzelne Songs sollen sie aufgenommen haben, in Quantics sagenumwobenem Studio im kolumbianischen Cali. Gerüchte wurden gestreut und wieder verworfen. Und jetzt ist es da: Eine Kooperation, die so swingt wie eine pilzselige Reise im schnellen Rausch durch die vergangenen fünf Jahrzehnte Musikgeschichte. Instrumentals der fabulösen Formation Combo Bárbaro, Folk- und Gospelnummern, Soul und Blues. Alles da, alles wunderbar. Alice Russels Stimme presst sich wie cremiges Wasser durch die Steine, verspricht Hoffnung, Zärtlichkeit, Erlösung. Und Will Holland alias Quantic produziert und inszeniert, als wolle er mit „Look Around The Corner“ sein Vermächtnis vorlegen, sein „White Album“. Das allerdings nicht weiß schimmert, sondern in satten Farben, die üppige Gegenden bescheinen, in die sich selbst Everybody’s Wunderfräulein Adele nicht wagen würde. Zwei Seelenverwandte knüpfen Bande und lassen uns staunend teilhaben. Wir haben zu danken.

“Look Around The Corner” erscheint am 6. April via Tru Thoughts/Groove Attack.

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[Track] NAS – The Don

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[Album] Masha Qrella – Analogies

Wie schon Masha Qrellas Indie-Umdeutung von Musicalsongs auf „Speak Low“ klingt „Analogies“ wie halb zufällig mitgeschnitten – zumindest sind die Arrangements ohne Probleme live reproduzierbar. Der Instrumentenpark ist eher ein Schrebergarten, aber genauso gepflegt: ein, zwei Gitarren, Bass, Keyboard, Schlagzeug, keine Raketenwissenschaft. Qrellas Pop ist streng und stimmig, halbgare Ideen kommen nicht vor – das letzte propere Album „Unsolved Remained“ ist schließlich bereits sieben Jahre alt, mit Skizzen braucht die Berliner Musikerin niemanden zu kommen. „Analogies“ hat ein stet pulsierendes Herz aus Rhythmus, das ähnlich dem der postrockigen Tracks ihrer Bands Mina und Contriva schlägt, die Musik gruppiert sich in passgenauen Modulen drumherum zu Liedern: Dass man zu jeder Zeit weiß, wer was macht, hat etwas geradezu Bühnenhaftes. Das ist so entmystifizierend wie zauberhaft: Warum ihr Gesang zugleich naiv und weltmüde klingt, hat man dann nämlich immer noch nicht verstanden.

“Analogies” erscheint am 4. Mai bei Morr Music/Indigo.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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[Video] St. Vincent – Cheerleader

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[Album+Video] Die Antwoord – Ten$ion

Wenn man das Phänomen Die Antwoord schon in ein referenzhuberndes Gulasch gießen möchte, es müsste ungefähr so formuliert werden: Der Straßenslang von The Streets macht sich gemein mit der lustvollen Monster-Überzeichnung von Gwar, das Ganze eingefasst in einen obszön überdrehten HipHop-Blingbling-Materialismus mit sauoffensiven Billo-Beats. Ach ja, und der Spielort ist eine gruselige südafrikanische Gegenwelt. Was man für einen Witz für ein Album halten konnte, trumpft auf Nummer zwei aber erst richtig auf: »The harder they come the harder they fall!« postuliert der hagere Rapper mit den lächerlichen Knasttattoos und den zu vielen Sonderzeichen im Namen, als dass man ihn freiwillig wiedergeben wollte. Warum sollte man auch? Das Album, die drei Figuren sind ohnehin nur Show. Allerdings eine so glaubwürdige Show von Afrikaans-White-Trash-Außenseiterkunst, dass die Grenzen letztlich doch verschwimmen. »Ten$ion« reiht zudem nur noch Highlights aneinander: gepitchte Airdrums, Reel2Real-Quatsch, Tollwut-Ragga, Kindchenschema und immer wieder Melodien, Refrains, Hits. Großmäulig behauptet diese Platte, die allerkrasseste zu sein – und behält … recht. »I think you’re freaky and I like you a lot!«

“Ten$ion” ist bereits bei Coop/Universal erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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[Video] Emika – 3 Hours

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[Album] Gary – Hey Turtle, Stop Running!

»Turtle, Stop Running!« ist nicht einfach ein Bilderwitz aus dem inoffiziellen Nachlass des Cartoonisten Gary Larson – der verdächtigen Namensgleichheit mit der Band aus Hamburg/Berlin/Sonstwo zum Trotze. Vielmehr liefert die Band um den feingliedrigen Ewig-Jungschauspieler Rasmus Engler und den antideutschen, schnapsaffinen Punkkanzler Robert Stadlober (oder ist es doch umgekehrt?) zu der Schildkröte ein sinnloses, rührendes Manifest. Gegen Bewegung, für die Abschaffung des Kalenders. Selbst für den Weltuntergang 2012 nach Lehren der Maya scheinen die referenzbepackten Indiechefs zu faul. Dabei hat das letzte Album die Band doch endlich auf die Füße und in die Herzen der vielen Schildkröten des Landes gesetzt. »Beards Of Pompeji« (da ging die Welt noch unter) glänzte mit großem Guided-By-Voices- und Evan-Dando-Weltwissen und tollen Songs. Den Weg geht man nun weiter, traut sich spürbar raus aus dem bandeigenen »Copy Loves Music«-Movement. Gary auf dem Weg zu sich selbst – natürlich in kokettem Schneckentempo. Aber wer genau hinhört, merkt, dass die beiden Boys und das Mädchen weite Wege zurückgelegt haben. Um das zu sein, was sie 2012 sind: einer der besten englischsprachigen Indie-Acts, die es seit Slut und Miles hier gab.

“Hey Turtle, Stop Running!” ist bereits bei Siluh/Al!ve erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikel bei Intro.

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