[Album] Xiu Xiu – Always
31. März 2012
Jamie Stewart aka Xiu Xiu hat eine Karriere darauf aufgebaut verstörend zu sein, seine Platten fahren in die Magengrube wie das Ende von Darren Aronofskys „Requiem For A Dream”. (Nicht zu vergessen das berüchtigte Kotzvideo zu dem Song „Chocolate makes you happy”.) Sein Elektropop hat noch immer experimentelle Schärfe, ist aber im Vergleich zu den verhandelten Themen – von Kriegstraumata (“Gul Mudin”) bis Inzest („Black Drum Machine”) – regelrecht gefällig. Stewarts gequälte Stimme legt sich unkomfortabel über Störgeräusche, E-Gitarren, synthetische Avantgardestreicher und vorwärts propellernde Drumbeats. Stewart ist trotz aller Unerbittlichkeit voller Empathie: Er leidet an der Welt und zwingt den Hörer, sie mit seinen Augen zu sehen. Nett ist das nicht. Aber nötig.
“Always” ist bereits bei Bella Union/Cooperative erschienen.
Alben, Musik
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Eine Abkehr, vielmehr eine Rückkehr: Nachdem die letzten Alben bewusst auf Keyboards und Synthesizer verzichteten, ist der leicht billige Elektroniksound von Magnetic-Fields-Alben wie „Get Lost” (1994) oder „Holiday” (1995) wieder da. Dafür wird etwas anderes vermisst: ein übergeordnetes Konzept wie auf den vergangenen Platten „i”, „Distortion” und „Realism”. „Love At The Bottom Of The Sea” hat zwar gefühlt in jedem Song unerfüllte Liebe zum Thema, aber das zählt nicht – es ist ja schließlich Popmusik. Merritt findet schöne Bilder, wie das des Schmachtenden, der dem Objekt seiner Begierde gerne so nah wäre wie dessen Mobiltelefon, macht schlechte Wortspiele („I’d Go Anywhere With Hugh”) und ist in jeder Zeile der gewohnt charmante Menschenfeind. Weiterhin ist unfassbar, mit welch nachlässiger Kunstfertigkeit der Mann Melodien und endlos zitierfähige Texte schreibt.
Gehofft hatte man auf ein gemeinsames Album von
Wie schon
Wenn man das Phänomen 
»Turtle, Stop Running!« ist nicht einfach ein Bilderwitz aus dem inoffiziellen Nachlass des Cartoonisten 




