[Album] White Rabbits – Milk Famous

„Percussion Gun“, der Opener des letzten White-Rabbits-Albums „It’s Frightening“, trug im Titel nicht etwa, worüber Stephen Patterson sang (eine überhaupt eklige Popkonvention). Der Song hieß, wie er klang: Trommeln als Waffe – Textur trumpft bei der Indieband aus Brooklyn gewohnheitsmäßig über den Text. Auch Nachfolger “Milk Famous” bezieht seine Stärke eher aus Sound und Struktur als aus Melodie und Reimschema. Auf dem dritten Album gibt es Brüche und falsche Ausblenden, die Songs schlingern von geübter Hand gelenkt durch einen komplexen Indierockparcours ohne jemals gegen die Bande zu rummsen. Im Anfang von „Hold It To The Fire“ kann man Groove-orientierte Radiohead heraushören und immer wieder die Freunde und Förderer von Spoon, deren Kopf Britt Daniel ihr letztes Album produzierte. Was geistige Väter angeht, könnte die Genetik kaum gnädiger sein, da lässt es sich auch mit dem Verweis auf die Inspiration leben. Eine Vielzahl von Ideen kann ein Album zerfasern lassen, „Milk Famous“ wirkt zu jeder Zeit präzise. Es müssen eben die richtigen Einfälle sein. Kann man durchaus von genannten Bands lernen.

“Milk Famous” ist bereits bei Mute erschienen.

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