Du durchsuchst derzeit das munitionen Archiv von Oktober, 2013.

[Album] RJD2 – More Is Than Isn’t

rjd2Was hat der RJD2 nicht schon alles am Rechner von links nach rechts geschoben: Von spooky HipHop-Krawallorgien bis zur “Mad Men”-Titelmelodie reicht da die Palette und sein Magnum Opus “Deadringer” hat über die vergangene Dekade tiefe Spuren an den Schnittstellen von Elektronik und Rap hinterlassen. Nun also “More Is Than Isn’t”, einem programmatischen Titel, denn RJ schlägt zum ersten Mal keine Haken, erfindet keine neuen Windungen und Wendungen, sondern sammelt seine musikalischen Episoden, um sie in einem Buch, Entschuldigung, einer Platte, zu bündeln. Der Maschinenpark brodelt wie anno dazumals, die Neo-Soul-Rakete wird ganz selbstverständlich kurz nach dem Auftritt eines vielversprechenden Rappers wie P. Blackk gezündet, der dem Southern-Bounce-Style huldigt. R&B wird gestreift, HipHop als Vermächtnis und Prognose verhandelt und die Instrumentalparts rufen bei den bisherigen Rezensenten immer den gleichen Impuls aus: Stimmungen zu beschreiben, keine Genres. Das ist bestimmt ganz nach dem Geschmack von RJ, der sich bereits vor vielen Jahren allen Einordnungen entzogen hat. Ein Best-Of nur mit neuen Tracks. Da muss man erstmal drauf kommen.

“More Is Than Isn’t” ist bereits bei Electrical Connections erschienen.

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[Konzert] Lissie – Mojo Club (31.10.)

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“Back To Forever” heißt das neue Album der Folksängerin, die mit eindringlicher Intensität in Indie-Gewässern fischt. So pluckern bedrohliche Basslinien unter traditionellen Folk-Stimmungen und produzieren so einen Sound, der Traditionalisten schmeichelt und Fans großer 4-Minuten-Popsongs allerhand Material vor die Füße wirft. “When I’m Alone” und “Little Lovin'” sind die Hits der 31-Jährigen Lissie, deren luftige Arrangements auch gerne einmal in den Rock-Schwitzkasten genommen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie das Vorprogramm von Lenny Kravitz bestreitet oder in so einem maßgeschneiderten Rahmen wie dem Mojo auftritt. Die Live-Shows der US-Amerikanerin sind immer am emotionalen Limit. Eine Überzeugungstäterin an Mikro und Gitarre.

Wann: Do, 31.10., 21 Uhr
Wo: Mojo Club
Wieviel: 29 Euro

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[Konzert] Tegan And Sara – Docks (30.10.)

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Die Zwillingsschwestern Quin sind Anfang Dreißig, aber erprobte Indierock-Veteranen, mit über einem Jahrzehnt wahrnehmbarer Karriere: Ihr Debüt „Under Feet Like Ours” erschien bereits 1999, das Album „It Was You” mit dem Minihit „I Hear Noises” war 2002 so etwas wie der Durchbruch für Tegan And Sara. Vor allem das Gespür für besonders eingängige Refrains setzte die beiden vom Mittelmaß ab, daran hat sich bis heute wenig geändert – lediglich die Darreichungsform hat sich (für einige Fans zu radikal) gewandelt: Ihre Platte „Heartthrob” aus diesem Jahr ist mit Sinn für Feinheiten produzierte Popmusik, die im Radio auf Anhieb kein Befremden auslöst – jene Art von fieseliger Feinarbeit, die man anderswo „glatt” nennt. Das Songwriting bleibt dabei nach wie vor ganz ihres – dagegen können sich im Komitee verfasste Poplieder nur schlecht behaupten.

Wann: So, 30.10., 20 Uhr
Wo: Docks
Wieviel: ab 28,20 Euro

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[Konzert] Chvrches – Mojo Club (28.10.)

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Neulich auf Facebook: „Sind Chvrches und Miley Cyrus eigentlich dasselbe?“, prangt es auf meiner Timeline. Keine sechzig Minuten und dreizehn Einträge später ist man sich im Grunde einig. Die Musik? Großer Mist. Aber immerhin Iain Cook gönnt man den Erfolg.

Der genießt als ehemaliges Mitglied der Postrock-Band Aereogramme und noch immer aktiver Teil von The Unwinding Hours so was wie Kultstatus bei seinen Fans. Der kommerzielle Erfolg blieb ihm hingegen immer verwehrt; O-Ton eines Diskussionsteilnehmers auf Facebook: „2003 kamen zu einem Konzert von Aereogramme nach Wiesbaden in den Schlachthof keine 30 Leute“. Schluss, aus und vorbei! Support für Depeche Mode auf ihrer „Delta Machine“-Tour, zwei hoch gelobte EPs („Recover“ und „Gun“, beide 2013 erschienen), Platz 5 auf der viel beachteten „Sound of 2013“-Liste der BBC – mit Chvrches (gesprochen: Churches) bekommt Iain Cook endlich die breite Anerkennung, die er schon lange verdient. Nur seine alten Fans bleiben dabei halt auf der Strecke. Dafür ist der Elektropop des 2011 gegründeten Trios aus Glasgow einfach zu „süß“. Die Reaktionen auf Lauren Mayberrys Gesang können zudem selbst bei Sympathisanten je nach Tagesverfassung zwischen „Gott, wie niedlich“ und „Kann die bitte jemand sofort zum Schweigen bringen“ schwanken.

Nun also das Debütalbum „The Bones of What You Believe“: Ein Dutzend Songs, die dank flächiger, alles dominierender Synthies, euphorisierender Beats und Lauren Mayberrys Vocals wie Glitzerkonfetti auf einen herniederregnet. Ach Popherz, was willst du mehr?!

Wann: Mo, 28.10., 20 Uhr
Wo: Mojo Club
Wieviel: ab 22,10 Euro

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[Album] Powerwolf – Preachers Of The Night

Apowerwolfls ich Powerwolf zum ersten Mal gewahr wurde, hätte ich so einiges gedacht, aber nicht, dass sie mal im Intro besprochen werden würde. Corpse Paint, Double Bass, hymnische Stücke über Krieg und Blut. Schöne Geschichte – aber natürlich voll Nische, nur was für Eingeweihte. Tja, und einige Jahre später lächeln die weiß geschminkten Fratzen von Platz eins der deutschen Verkaufscharts. Alter, was geht? Wurde die vollzogene Metalrevolution etwa not televised? Doch beim Hören des neuen Werks der Band aus Deutschland mit teilweise rumänischen Wurzeln überkommt einen die Erkenntnis: Kein Wunder, dass das übergreifend funktioniert, es ist viel eher die Black-Metal-Entsprechung von Mittelalter-Rock wie In Extremo und Michael Cretus Enigma. Also damit vor allem eins: typisch deutsch. Pathos, Schwulst, Kirchenchoräle, Keyboardthemen zwischen Bohlen und Wagner. Diese Referenzen lassen es vermuten: »Preachers Of The Night« ist nicht nur nahe am Trash gebaut, sondern fährt mit dem Panzer über die Grenze zum guten Geschmack. Verlässt aber nie die eigene Pose der authentischen Black-Metal-Travestie. Und ich muss gestehen, nach der vierten donnernden Mitschunkel-Hymne bin ich selbst am Haken. Ich schäme mich wirklich, es zu sagen, aber auf jeden Fall in meinen Jahres-Top-Ten.

“Preachers Of The Night” ist bereits bei Napalm Records/Universal erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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[Konzert] Die Goldenen Zitronen – Gruenspan (26.10.)

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Es bleibt schwierig: Die Verhältnisse und die musikalische Antwort auf sie. Jedenfalls bei den Diskurs-Stachelschweinen der Goldenen Zitronen um Schorsch Kamerun und Ted Gaier, deren neuer Longplayer “Who’s Bad” die Schuldfrage angenehm offen lässt. Immer nur mit dem Finger zeigen macht bequem, die geschienten und geschönten Brüche lauern ja auch in einem selber. Positionen müssen aber auch sein: Gegen die Weggaffung des Hamburger Schmutzes und den Abriss von Fingern in der Wunde bzw. Knicks in den Investorenaugen. Das ist unser Haus und die Zitronen bellen im Innenhof. Live dann auch mit dem nötigen Druck, um mit Haltung aufrecht und mitreißend zu sein und sich nicht hinter den guten Ideen zu verstecken. Das ist dann RockJazzPunk mit Aufzählungsorgien und nervösen Gesangsmodulatzionen. Kurz gesagt: Alles ziemlich geil.

Wann: Sa, 26.10., 20 Uhr
Wo: Gruenspan
Wieviel: ab 19,70 Euro

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[Album] Okkervil River – The Silver Gymnasium

okkervil-riverAusgerechnet wenn der rotbärtige Okkervil River-Frontmann Will Sheff ins Autobiographische gerät, wird seine Musik leichter: Dabei legten Alben wie „Black Sheep Boy” oder zuletzt „I Am Very Far” eine geschundene Künstlerseele nahe, die sich da an popkulturellen, historischen oder schlicht erfundenen Geschicken abarbeitete. „The Silver Gymnasium”, das sich in folkigen Vignetten seiner frühen Jugend im US-Städtchen Meriden annimmt, ist gewiss nicht ohne Kummer, aber mit einer bittersüßen Nostalgie überzuckert, die die bittere Pille bekömmlich macht. Das hat ein bisschen was von Charles M. Schultz’ Peanuts, nur nicht ganz so niedlich. „The Silver Gymnasium” ist beschwingter Classic-Rock, bläserdurchsetzter Kammerpop, mit kitschigen Keyboards angedickte Eighties-Verehrung. Sheff hat nicht die eindrucksvollste Stimme, aber Junge, kann er singen. Und er hat was zu erzählen.

“The Silver Gymnasium” erscheint am 8. November bei ATO/PIAS/Cooperative.

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[Konzert] Miles Kane – Knust (24.10.)

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Dass Miles Kane dieses Jahr bei seinem Glastonbury-Gig den Union Jack als Trainingsjacke trug, ist so unironisch, dass es beinahe wehtut. Solche Farbdetails bräuchte es nun wirklich nicht, um den Musiker als Briten zu identifizieren: Diese Form galoppierender Gitarrenmusik kommt in derart bewährter Qualität eben nur von der Insel. (An seiner Frisur hätte man es aber auch erkannt.) Als Teil der Last Shadow Puppets mit Kumpel Alex Turner von den Arctic Monkeys ließ Kane seine schwelgerische Seite blicken, als Solokünstler wildert er in allen Regalen, die der englische Markt mit Rockmusik füllte, von Paul Weller über Libertines bis Kasabian. Produziert hat sein zweites Album „Don’t Forget Who You Are” Ian Broudie, mit den Lightning Seeds selbst Britpop-Legende. Das sind mitreißende Songs, die er da spielt, sind sie nicht?

Wann: Do, 24.10., 21 Uhr
Wo: Knust
Wieviel: 20 Euro

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[Festival] Überjazz-Festival (25.-27.10., Kampnagel) mit Ticketverlosung

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Hamburgs vielleicht sympathischstes Festival geht in die nächste Runde: Das Überjazz-Festival präsentiert vom 25. bis 27. Oktober nationale und internationale Jazz-Acts mit Widerhaken in der kontemporären Popularmusik. So sind unter anderem The Brandt Brauer Frick Ensemble in 10köpfiger Besetzung und Nils Petter-Molvaer in Kombination mit Moritz von Oswald zu sehen.

Das komplette Programm und die Running Order für die drei Tage bekommt ihr auf der Festivalhomepage.

Zur Einstimmung könnt ihr euch das Überjazz-Festival-Mixtape auf Mixcloud anhören.

Tickets gibt’s hier.

Bei uns könnt ihr 2×2 Tickets für den Freitagabend gewinnen. Schickt uns bis Donnerstag, 12 Uhr, eine Mail mit dem Betreff “Überjazz” an fuchs@munitionen.de – Die Gewinner werden direkt per Mail benachrichtigt. Rechtsweg & Co sind ausgeschlossen.

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[Konzert] The Thermals – Knust (21.10.)

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An schlechten Tagen schreibt Hutch Harris blutgetränkte, bildhafte Punkrocksongs – in den vergangenen Jahren wurden die wohl irgendwie zur Regel. Die Thermals waren vielleicht nie die Spaßkapelle, auf die Pogopopstücke wie „No Culture Icons” hindeuteten, aber eine unverrückbare Grund-Grimmigkeit ist spätestens seit „The Body, the Blood, the Machine” von 2006 feste Konstante im Selbstverständnis der Band. Ihr aktuelles Album „Desperate Ground” erscheint auf dem ehemaligen Bright-Eyes-Label Saddle Creek, da kennt man sich mit sowas immerhin aus. Statt in die Ecke zu greinen, stehen die Thermals – Harris, Kathy Foster und ein relativ austauschbarer Schlagzeuger – allerdings derart unter Spannung, dass man immer mit dem Knall rechnet. Und wenn’s der eigene ist: Der geballten Faust zum Trotz will man bei dem eingängigen Drei-Akkord-Indiepunk live doch häufig vor Vergnügen platzen.

Wann: Mo, 21.10., 21 Uhr
Wo: Knust
Wieviel: 17 Euro

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