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[Konzert] The National – Stadtpark (4.6.)

National kl

Als The National vor knapp vier Jahren das letzte Mal im Hamburgr Stadtpark auftraten, kam das Ende abrupt. So ganz schien die Band diesem “Um 22 Uhr ist hier definitiv Schluss”-Ding nicht geglaubt zu haben, aber nach “Terrible Love” dem ersten von vier geplanten Songs der Zugabe, war Schluss. Das sollte ihnen (und ihren Fans) dieses Mal also nicht passieren. Seither haben Matt Berninger, die Dessner-Zwillinge und die Devendorf-Brüder gerade einmal ein neues Album (“Trouble Will Find Me”) veröffentlicht und sich im Doku-Streifen “Mistaken For Strangers” auf Tour begleiten lassen. Immer schön ruhig, besser zweimal überlegen als einmal zu schnell schießen. Man weiß es zu schätzen, wenn eine zu Ruhm & Geld gekommene (Indie-)Band ihren gefragten Sound zwischen Cohen & Cave nicht permanent gewinnbringend anpreisen. Stattdessen setzen sie nahezu ununterbrochen auf den Live-Kontakt. Konzert um Konzert reißen die Melancholiker aus – mittlerweile – New York City ab und Songs wie “Fake Empire” oder “Mr. November” verlieren auch bei der tausendsten Wiederholung nicht an magischer Kraft. Nur auf die Uhr zu gucken, das müssen The National bei ihrem zweiten Stadtpark-Auftritt etwas konzentrierter angehen. Support ist übrigens die wunderbare Annie Clark alias St. Vincent. Die Multiinstrumentalistin changiert textlich zwischen Euphorie und Traurigkeit und kleidet ihre bezaubernden Songs in Kammperpop-Kleider mit Piano- und Streicher-Spitzen. Schade, dass sie zu früher Stunde noch nicht gegen den Mond ansingen kann.

Wann: Mi, 4.6., 19 Uhr
Wo: Stadtpark
Wieviel: ab 42,60 Euro

(Den Text gibt’s auch auf Papier: In der Juniausgabe der SZENE Hamburg)

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[Konzert] The Sisters Of Mercy – Docks (26.5.)

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“Under The Gun” war 1993 die letzte Veröffentlichung, die von Andrew Eldritchs Wahnsinnsprojekt The Sisters Of Mercy erschienen ist. Seit 1999 rumort es, die Gothic-Rock-Götter könnten doch eventuell doch noch einmal und überhaupt. Doch Pustekuchen. Eldritch geht ab und an mit Spießgesellen auf Tour, nebelt Hallen und Clubs ein und singt die Songs, die schon Ende der 80er und Anfang der 90er zu den besten ihrer Zeit gehörten und bis heute nichts von ihrer wuchtigen Genialität verloren haben. “Temple Of Love” sollte man einmal live gehört haben, “Lucretia My Reflection” ebenfalls. “Under The Gun” spielen sie live übrigens selten. Ist wahrscheinlich noch zu frisch, der Song …

Wann: Mo, 26.5., 20 Uhr
Wo: Docks
Wieviel: N.N.

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[Roman] Jasper Nicolaisen – Winteraustreiben

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Lange hat es gedauert, aber irgendwann hatte ich „Winteraustreiben“ durchgelesen. Wieso brauchte es so lange? War es mangelnde Spannung? Gefiel mir einfach die Geschichte nicht? Nein, es war viel einfacher: ich lese am liebsten in der Badewanne und im Bett. Da „Winteraustreiben“ aber bislang nur als E-Book vorliegt und ich keinen handlichen E-Book-Reader besitze, blieb mir nur übrig, mich an den Küchentisch zu setzen und den Laptop aufzuklappen. Und das mache ich nicht sehr oft, um dort konzentriert zu lesen. Als Buch wäre ich viel eher mit Mika und Sam beim Weihnachtsmann gelandet und hätte mich in die Faune im Dschungel verliebt.
Denn Jasper Nicolaisen hat etwas ganz Spezielles geschaffen, jedenfalls habe ich noch nie vorher so eine Art Geschichte gelesen. Es beginnt wie eine Art modernes Dolly-Buch, Teenagerin hat Probleme mit Eltern/Schule/Liebe/sexueller Orientierung, manchmal fragt man sich, warum Mika andauernd mit sich selber redet. Doch dann erscheinen auf einmal Kobolde, die mit Blutsteinen Mikas Leben filmen, der Weihnachtsmann taucht auf und entführt Mika und den Nachbarsjungen und sie werden zu Zwangsarbeit unter Knecht Ruprecht verdonnert. Was ist das? Fantasy? Science-Fiction? Vielleicht. Doch eigentlich ist die Geschichte dann auch wieder viel zu real. Man fiebert mit Mika mit, ihren Ängsten und Einsamkeit wünscht man seinem ärgste Feind nicht, man ärgert sich auch über dumme Entscheidungen des Mädchens, nur, um kurz darauf zu realisieren, dass man sich vielleicht ärgert, weil man selbst sich so entschieden haben könnte. Dann wieder bewundert man ihren Mut und ihre Durchsetzungskraft.
Jasper Nicolaisen unternimmt den Versuch, unglaublich viele Themen abzudecken. Coming of age, sexuelle Orientierung, Kapitalismus, den Elternkonflikt, Freundschaft, verknüpft in eine leuchtende fantastische Welt irgendwo am Polarkreis, unter einem brennenden Lava-Fall. Meist gelingt es ihm. Doch manchmal wäre vielleicht ein Themenladen besser geschlossen geblieben, damit die Konzentration der Leser sich besser hätte bündeln können.
Er erschafft eine grandiose, sehr dichte Wwelt. Ihm gelingt es, die kalte und graue Fabrikwelt des Weihnachtsmannes und seines schrecklichen Gesellen genauso intensiv darzustellen, wie auch den magischen Dschungel, in dem sich der Showdown abspielt und Mika sowas wie Liebe findet. Nach meinen Anfangsholperschwierigkeiten freue ich mich darauf, wenn das Buch vielleicht eines Tages auf Papier erscheint und noch mehr Leser findet.

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[Album] Hercules & Love Affair -The Feast Of The Broken Heart

hercules-and-love-affairEs gibt viele Gründe, an gebrochenem Herzen zu leiden, aber man kann ja immer noch tanzen. Das ist die gute Nachricht. So weit, so profan. Die Musik von Andy Butler und seiner flamboyanten, sich aus permanent wechselnden Mitgliedern zusammensetzenden Supergroup feiert den Rausch der Nacht, den Exzess, den Eskapismus. »Die Dinge mögen schrecklich sein draußen in der Welt, aber hier herrschen andere Regeln«, brachte die ehemalige Hercules-&-Love-Affair-Sängerin Kim Ann Foxmann das Credo der Band vor drei Jahren im Intro-Interview auf den Punkt. Die Hawaiianerin hat sich, ebenso wie Aérea Negrot oder Shaun Wright, längst emanzipiert. Für das dritte Album hat der exzentrische Produzent eine komplett neue Schar aus Voguern, Falsettierern und Nachtlebenpapageien zum Gastmahl der Liebe, pardon, der gebrochenen Herzen gebeten, darunter den amerikanischen Songwriter John Grant. Auf »The Feast Of The Broken Heart« finden sich die gewohnten Referenzen an frühe Dancefloor-Pioniere wie Patrick Cowley, Kevin Saunderson oder auch DJ Pierre (die zwei, drei Acid-House-infizierten Stücke gehören tatsächlich zu den Highlights des Albums), nur den ganz großen Überhit sucht man vergeblich. John Grant steht ihm zwar ganz gut, aber eine echte Muse hätte mehr bewirkt. Möge Butlers Herz also schnell wieder genesen.

“The Feast Of The Broken Heart” erscheint am 20. Mai bei Moshi Moshi/Pias/Rough Trade.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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[Konzert] Hundreds – Mojo Club (7.5.)

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Als die Geschwister Milner vor wenigen Wochen die Songs ihres neuen Albums “Aftermath” im Hamburger Imperial Theater vorstellten, herrschte nach dem Konzert Aufgeregtheit beim Publikum. So schön, so intensiv, so berührend und international gültig sind die Stücke, dass es einem nur so unter die Haut geht. Profitiert haben die beiden vier Jahre nach dem Debütalbum sicherlich von dem fast ununterbrochenen Touren, das sie weltweit gestählt und ihren Sound grenzenloser gemacht hat. Electropop without borders und bei “Circus” und “Ten Headed Beast” fast schmerzlich kühl und transparent, bevor die Euphorie wieder alles in den sanften Schwitzkasten nimmt. Auch und vor allem live: So etwas wie ein Traum, einer von denen, aus denen man nie wieder erwachen möchte.

Wann: Mi, 7.5., 20 Uhr
Wo: Mojo Club
Wieviel: ab 21,60 Euro

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[Konzert] Chet Faker – Uebel & Gefährlich (4.5.)

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Dass Chet Fakers Debütalbum „Built On Glass“ erst jetzt erschienen ist, kommt einem vor wie ein schlechter Witz. Zu schön, zu intensiv, zu präsent waren die Tracks und Remixe des Australiers (unter anderem für MS MR und The Temper Trap), die er uns in den vergangenen Jahren geschenkt hat. „Modern Soul Disco“ wird sein Stil in Ermangelung eines adäquaten Begriffs genannt, der das beschreibt, wie clever und wissend die Stücke von Nicholas Murphy zusammengeschraubt wurden. Gemeinsam mit einem Übersteiger aus dem gleichen Sound-Stall, Flume, hat er bereits für Furore gesorgt, für zahlreiche Newcomer Awards wurde sein Name in den Ring geworfen, doch jetzt geht’s mit Faker erst richtig los. Man sollte beim Start dabei sein. Auch und vor allem live.

Wann: So, 4.5., 21 Uhr
Wo: Uebel & Gefährlich
Wieviel: ab 21,20 Euro

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