Du durchsuchst derzeit das munitionen Archiv von November, 2016.

[Show] DOPPELSECHS LIVE – Die Weihnachts-Gala

D6

Herausgeber Zeisler und Chefredakteur von Bültzingslöwen laden wieder zum vorweihnachtlichen Fußballtalk, der den Finger in die Wunde legt. Zum Beispiel die der illustren Gäste, die wie gewohnt eine Brücke vom HSV (geht’s gerade nicht so gut) über den FC St. Pauli (geht’s gerade nicht so gut) zur fußballaffinen Gesellschaft (geht’s gerade nicht so gut) schlagen. Wer Namen möchte, bekommt sie auch: Unter anderem werden Lotto King Karl (“Das Herz von St. Pauli”) und Mirko Slomka auf den semigemütlichen Sesseln auf der Knust-Bühne Platz nehmen.

Wann: Do, 15.12., 19.30 Uhr
Wo: Knust
Wieviel: 13,60 Euro

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[Album] Letherette – Last Night On The Planet

Letherette Cover

Sie wollen sich einfach nicht entscheiden: Letherette sind sowohl im House- als auch im HipHop-Sektor mit allen Wassern gewaschen. Sommeralbum mit Ganzjahrescatchyness der beiden Jungs aus Wolverhampton.

Die gute Laune wird nicht weniger bei Richard Roberts und Andrew Harber, den beiden Köpfen hinter Letherette. Seit 2009 mischen sie mit feiner Klinge am Laptop HipHop und House, 2012 unterschrieben sie beim Label Ninja Tune, das ja schon seit seiner Gründung im Jahr 1990 die große Axt an Genrebegrenzungen legt. Die beiden Musiker aus dem englischen Wolverhampton – übrigens auch der Heimat von Goldie und Bibio – verschränken dabei die süffige French-House-Ästhetik mit scheppernden Samples, zu denen Gastrapper Rejjie Snow und Pyramid Vitra ihren rauen Beitrag leisten. »Frugaloo« ist eingängiger Peak-Time-House, »Shanel« 80s-induzierter Electro-R’n’B aus dem Lehrbuch und »Momma« wäre auch für Underground-Rapfans problemlos anschlussfähig. Roberts und Harber könnten spielend leicht in jedem dieser Genres für sich genommen reüssieren. Möchten die Freunde seit Schultagen aber nicht. Das bunte Durcheinandergewürfel macht ja irgendwie auch viel mehr Spaß und hilft gegen den Herbst- und Winterblues besser als jede Sonnenlichtlampe.

»Last Night On The Planet« ist bereits bei Ninja Tune erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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[Buch] Alex Gräbeldinger – Verloren im Weltall, verwahrlost auf Erden

Cover Graebeldinger

Alex Gräbeldinger geht es oft nicht gut, manchmal so schlecht, dass gar nichts mehr hilft und er verrückt wird. Früher paranoid-schizophren, heute depressiv und zwischenzeitlich alles auf einmal. Warum das so ist, erfährt man in seinen Geschichten meistens nebenbei, wenn die Ehefrau in einem Nebensatz auf einmal verschwindet oder die Drogen am Ende eines Absatzes alle sind. “Verloren im Weltall, verwahrlost auf Erden”, heißt seine neue, mittlerweile dritte, Kurzgeschichtensammlung.

Wie immer ist Alex Gräbeldinger auch hier bis zur Schmerzgrenze der Selbstentblößung jedweder Peinlichkeit ehrlich, wenn es darum geht, zu beschreiben, wie er immer wieder daran scheitert, sein kleines Leben ordnungsgemäß zu führen, um stattdessen sein persönliches Chaos gegen jede Vernunft und Einsicht mit Alkohol und Drogen zu füttern.

Die Orte wechseln, Thailand, London, Hamburg, Dorf, aber das Grundthema bleibt: Es ist schwierig, sich in einer Welt zurecht zu finden, in der alles funktionieren muss, wenn man selbst nicht funktionieren will oder kann. Und dann und wann endet dieses Nichtfunktionieren in der Bastelgruppen-Hölle einer psychiatrischen Einrichtung.

Glücklicherweise kann Alex Gräbeldinger sehr kurzweilig und unterhaltsam darüber schreiben, über sein Scheitern und vor allen Dingen das Weitermachen, egal was passiert. Die lakonischen Beschreibungen des Banalen und Alltäglichen in einem unpathetischen Tonfall erinnern des Öfteren an Charles Bukowski, auch die stilsichere Reduktion auf das Wesentliche und der Hang, Liebe zu suchen und ficken zu schreiben und es mit Gummipuppen zu tun. Passenderweise wohnte Alex Gräbeldinger auch lange Jahre in Andernach, der Geburtsstadt des amerikanischen Undergroundpoeten.

Wer ihn kennt, weiß, dass er sehr sympathisch, trinkfest und mit dem Lächeln einer Grinsekatze ausgestattet ist, und wer nach ihm googelt, erfährt, dass er in einer Punkrockcombo trommelt, dass Oliver Korritke ein Hörbuch mit seinen Stories eingelesen hat und dass er für das OX Fanzine schreibt – in dem auch alle Stories des Buches schon in den letzten Jahren veröffentlicht wurden.

Wer nachlesen will, wie man sein Leben stillos vergeudet und trotzdem gut dabei aussieht, dem sei “Verloren im Weltall, verwahrlost auf Erden” wärmstens empfohlen. Punkrockliteratur, undoof unterhaltsam und mitten ins Herz.

Verlag: Tante Guerilla, 216 S., 9,90 Euro

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[Konzert] Autechre – Kampnagel (20.11.)

Autechre [c] Warp Records

Neben Aphex Twin sind sie das Alltime-Aushängeschild von Warp Records: Autechre. Rob Brown und Sean Booth haben sich vom HipHop beeinflussen lassen, um über das Abstrakte in der Elektronik mittlerweile bei sonischem Output angelangt zu sein. Mehr Kurven als Kanten, um es kurz zu machen. Im Rahmen des “Greatest Hits”-Festivals sind sie auf Kampnagel zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder in Hamburg live zu erleben. Support für die beiden Musiker aus Manchester kommt von Russel Haswell und Skam-Labelchef Andy Maddocks.

Wann: So, 20.11., 20 Uhr
Wo: Kampnagel
Wieviel: ab 22 Euro

Foto: Warp Records

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[Konzert] Preoccupations – Molotow (15.11.)

Preoccupations [c] Alessio Boni

Den historisch ambivalenten Bandnamen Viet Cong haben sie abgelegt; Jetzt heißen die vier Post-Waver Preoccupations. Auf dem Klingelschild steht etwas Neues, auf der Bühne nicht. Auf auf dem in diesem Herbst erschienenen neuen Album bricht die Band aus den Ketten des Erstlings aus.

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Vergleiche mit Gang Of Four, Joy Division oder Interpol sind zwar gut und schön, doch der gewaltigen Wucht des Zweitwerkes werden sie nicht mehr gerecht. Preoccupations sind mit tonnenschweren Stücken wie “Anxiety” jetzt ihre eigene Benchmark. Bedrückend kalt ist das meist, von einer bemerkenswerten Dringlichkeit getragen. Und live ein Monolith, an dem man nicht vorbei kann.

Wann: Di, 15.11., 20 Uhr
Wo: Molotow
Wieviel: ab 15 Euro

Foto: Alessio Boni

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