[Album] Der Ringer – Soft Kill

Der Ringer Cover

Irgendwo zwischen kosmischer Bedeutsamkeit und transparenten Fingerübungen haben Der Ringer sich selbst vergessen. Das ist schade, denn die Idee ist gut, nur die Band noch nicht bereit.

»Millionen süßer Zungen wollen mich verführen, doch ich gehöre nur mir allein« hieß es neulich erst beim gemeinsamen Song mit den Wahlverwandten Isolation Berlin. »Wer gab mir den Befehl, mich ständig um mich zu drehen? Ich will die Route selber wählen« lautet nun das Mantra auf dem Opener von »Soft Kill«, dem Rock-Anti-Rockalbum der Hamburger Band Der Ringer. Dem großen Thema selbstbestimmter Künstler vs. Die Welt gibt es schließlich immer etwas Neues hinzuzufügen, denn wenn auch der Mensch gleich bleibt, das Drumherum verschiebt sich. Bei »Soft Kill« zum Beispiel ins Digitale. Einem Umstand, dem die schwebenden Stücke Rechnung tragen, die Minuten der Stilverschmelzungen, des prog-rockigen Gestus, des wavigen Basses. Starke Momente sind das. Die im Kontrast stehen zur DNA-, Chromosom- und Laserschwert-Lyrik, den Verabredungen »im nächsten Level« und des überflüssigen Verfremdens des Gesangs. Das ist dann einfach zu viel der NDW-Deutlichkeit, des an der Moderne leidenden Rebellen in eigener Sache. So steht die Karikatur ratlos neben der guten Idee.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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