The Twilight Singers – On The Corner (Live on Letterman)

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Verstärker @ byte.fm

verstaerker_ratpack.jpgFranz Kafka, Greta Garbo, Winston Churchill und Agatha Christie waren bestimmt allesamt große Persönlichkeiten, haben aber so rein gar nichts zu tun mit der neuen Ausgabe von „Verstärker“.  Die widmet sich lieber der alten Schule mit LL Cool J und Doug E. Fresh & Slick Rick sowie neuen Platten von King Midas Sound, Best Coast, Snoop Dogg und Little Dragon. Außerdem: Ein Land vereint in Betroffenheit und Trauer: Die Wighnomy Brothers machen Schluss. Heute von 15 bis 16 Uhr bei byte.fm.

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Verstärker bei byteFM

verstaerker_ratpack.jpgAls Vorsitzendem der Spaß- und Steuersenkungspartei „Verstärker“ gelang dem 51jährigen Dirk Böhme mit dem hervorragenden Wahlergebnis (15% im Karlsruher Stadtteil Grünwinkel) und der damit verbundenen Aussicht auf eine Regierungsbeteiligung kürzlich sein größter politischer Triumph. „Wir stehen vor den größten Herausforderungen unseres Landes seit mindestens 14 Tagen.“ Ein Ministeramt strebt Böhme nach offiziellen Angaben wohl nicht an, doch sehe er sich „durchaus“ in der Lage, „sowohl Außen- als auch Wirtschaftsminister“ zu werden. Bei der ersten Pressekonferenz kündigte er für die nächste „Verstärker“-Fraktionssitzung folgende Tagesordnungspunkte an: „Seltsame Stimmung mit Hudson Mohawke, Broadcast und Burial, derbe Beats von Raekwon und The XX, schöne Songs von The Crookes, Clearlake, Caetano Veloso und Jochen Distelmeyer sowie ein Gude Laune-Track von Lester Sterling. Das wird uns bei der nächsten Wahl garantiert noch mehr Nichtwähler bringen.“ Das ekelhafte Selbstvertrauen des unsympathischen Emporkömmlings bekam auch sofort ein britischer Musikjournalist (NME) zu spüren, der Böhme bat, den Begriff „klassischer Wu Tang-Stampfer“ auf Englisch anzumoderieren: „Wir sind in Deutschland hier, Freundchen.“

Heute von 15 bis 16 Uhr bei byteFM.

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Verstärker@byte.fm

verstaerker_ratpack.jpgWäre D. Böhme nicht so geplättet gewesen von Q. Tarantinos extrem unterhaltsamem Machwerk „Inglourious Basterds“, hätte er seinem Kollegen U. Bolt von der Laufgemeinschaft „Frischauf Durlach“ ganz bestimmt einige Hundertstel Sekunden auf die 100 Meter abgenommen, und dann hätte statt des umjubelten Sprinters aus Jamaika der wendige Karlsruher ein Tänzchen mit „Berlino“, dem ulkigen Maskottchen der Leichtathletik-WM, veranstalten dürfen. In jedem Fall will Böhme aber nichts zu tun haben mit dem unsympathischen Muckibudenproll und Onkelz-Fan R. Harting (Goldmedaille im Diskuswurf).

Wie auch immer: Die wundervolle zweite Platte der Wild Beasts bleibt für Verstärker ein Thema (auch wenn im Moderatorentran die Songs verwechselt werden), Erobiques Soulinterpretationen waren ja sowieso schon immer ein großes. Den Bar-Kays und Curtis Mayfield kann man funkmäßig eh nichts erzählen, Hudson Mohawke und Zomby sind State of the Electronic Art 2009, The XX irgendwie tolle Newcomer des minimalistische Soulpop, und Cornershop fingern Rock & Roll mit euphorischem Glamrock. „Hossa!“ (R. Gildo)

Heute ab 15 Uhr bei byte.fm!

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Verstärker #376

verstaerker_ratpack.jpg#376 verbeugt sich vor dem – jawohl – genialen Burial und seiner neuen Single mit Four Tet. “Moth” / “Wolf Cub”. Ein Knaller. Dahinter runterfallen allerdings weder Sonic Youth noch die Lemonheads, The Gossip, The Field oder Âme. Mike Skinner macht sowieso nie was falsch, und Bill Callahan, Au Revoir Simone und Daliah Lavi sorgen für Candlelightdinner-Atmo. Horch, Färz! Heute von 14 bis 16 Uhr auf Querfunk!

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Verstärker #372

verstaerker_ratpack.jpgVerstärker #372 fragt sich, wer das bessere Hochglanzindierockalbum-mit-cooler-Sängerin-Album gemacht hat: die Yeah Yeah Yeahs oder Metric? Währenddessen präsentieren Phoenix und die Super Furry Animals ihren perfekten Hochglanzindiepop (letztere sogar auf Bayerisch). Gas, Theo Parrish, DOOM, Rework und Kode9 sorgen für elektronischen Ausgleich. Wohin dann noch Leadbelly und die Ubulu International Band of Nigeria passen? Fragt doch Franz Xaver-Wilhelm zu Guttenberg, der weiß ja alles. Heute von 14 bis 16 Uhr auf Querfunk!

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Peter Scholl-Latour…

…dass Sie eitler Fatzke, kamerageile Labertasche und überhaupt: allumfassender Betonkopf in Personalunion sind, ist ja nun längst kein Geheimnis mehr und auch geschenkt, denn einen gewissen Unterhaltungswert verleihen Sie traditionell jeder Talkshow, was man Ihnen durchaus hoch anrechnen kann.
Wenn Sie aber, wie im aktuellen Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, zunächst von “der Bürde des weißen Mannes” sprechen (und damit  natürlich den Zuwachs der zugewanderten Bevölkerung in Europa meinen), und schließlich ihre nächste Reise nach Brasilien mit den Worten ankündigen “Diese Mischgesellschaft ist die Zukunft: Wir werden eine totale Vermischung der Rassen erleben”, dann, o Scholl-Latour, muss man sich schon fragen, warum selbst Ihr Studium in Frankreich, Hunderte von Weltreisen und Kontakte zu nahezu allen Kulturen des Erdballs Ihnen nicht wenigstens ein bisschen das Nazivokabular ausgetrieben bzw. ob man Ihnen im Indochinakrieg vielleicht nicht doch die ein oder andere Opiumpfeife zu viel verabreicht hat.

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TV On The Radio – Dear Science

tvSprechen wir´s doch mal offen aus: 2008 ist ein unglaublich guter Musikjahrgang. Vielleicht der beste seit 1991. Sehr gute bis herausragende Platten von Jamie Lidell, Portishead, The Notwist, MGMT, GZA, Bon Iver, Mogwai oder The Streets usw. usf. pflastern den Weg des geschmackvollen Populärkulturanhängers wie weiland Leichen den von Klaus Kinskis Il grande silencio. Und traditionell entscheidet sich oft in den Monaten September und Oktober, wer denn nun in den so unnötigen wie beliebten Jahresendpolls vorne liegen wird.

Dieser Herbst ist gerade mal ein paar mickrige Tage alt, und schon schimmert ein sicherer Favorit stolz in der schwächer werdenden Sonne. Er heißt „Dear Science“ und ist (das Lo-Fi Debüt „OK Calculator“ nicht mitgerechnet) das dritte Album der New Yorker Coolness-Päpste TV On The Radio.

Grundsätzlich kann man eine Band, die sich aggressiv jeder Schubladisierungstendenz widersetzt, und deren Sänger darüber hinaus Tunde Adebimpe heißt, ja schon mal nicht komplett Scheiße finden. Ihr Ruf als legendäre Liveband (ich selbst habe sie auf fast schon peinliche Weise bisher immer verpasst) eilt ihnen sowieso voraus. Und außerdem waren TVOTR schon auf ihren früheren Veröffentlichungen immer für (mindestens) einen Wahnsinnssong gut (Staring At The Sun, I Was A Lover, Wolf Like Me). Dass bereits ihre letzte, „Return To Cookie Mountain“ (2006), ein Welterfolg und sowohl für David Bowie als auch die meisten Popschreiberlinge und ihre Mütter eine Offenbarung war, darf an dieser Stelle zwar nicht verschwiegen werden, mir selbst war der hibbelige Breitwandideenoverkill aber auf Albumlänge noch schlicht zu anstrengend. Also irgendwie eher etwas zum Angeben als zum wirklich Lieben.

Den kreativen Überfluss gibt es auch auf „Dear Science“ noch, auch hier entfalten sich die verschiedenen Ebenen manchmal erst beim wiedreholten Hören, aber diesmal ist das Ganze durchgehend sanft verpackt in melancholische Sexiness und unwiderstehlichen Groove. Wir haben es hier mit einer echten Soulplatte zu tun. Glänzender poliert und feingliedriger als auf „Desperate Youth, Blood Thirsty Babes“ (2004) und „Return To Cookie Mountain“, vereint David Siteks Produktion elegant New Wave-Flächen, Garagenrock, Doo Wop, glücklich machende Soul-Harmonien und Hunderte weiterer Einflüsse zu einem ganz eigenen Sound, der ab und zu an die großen Zeiten ambitionierter (und bekloppter) Weltmusikpopper wie den Talking Heads oder Coati Mundi erinnert, aber dennoch moderner kaum klingen könnte.

Die Eröffnung mit Halfway Home ist nachgerade eine Wucht, vereinigt sie doch lässig alle bisherigen Stärken von TVOTR (irgendwie Sonic Youth, irgendwie elektronisch, irgendwie Soul, irgendwie Gospel) in fünfeinhalb Minuten. Dancing Choose ist irre, aber geil, und Golden Age (die Single) macht dann sowieso alles richtig, denn hier klingen TVOTR wie Prince zu „Lovesexy“-Zeiten (aber im Unterschied zu etwa Plantlife nicht wie teils in Ehrfurcht erstarrte Epigonen). Und mit Family Tree, Love Dog, DLZ und Lover´s Day wird das Niveau bequem bis zum Ende gehalten.

„Dear Science“ ist für TV On The Radio der entscheidende Schritt von „Ganz gute Platten, muss man aber live gesehen haben“ zu „Großer Pop für (mindestens) die Ewigkeit“ und setzt einem Jahr, in dem die Hits nur so vom Fließband purzeln, auf berauschende Weise die Krone auf.

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Martina Topley-Bird – The Blue God

Ok, die Fakten schnell hinter uns gebracht: Ja, sie war die aufregend-beunruhigende Stimme auf Trickys schwülem Meisterwerk „Maxinquaye“ von 1995 und drei weiteren Tricky-Alben; ja, sie war mit Tricky liiert und ist es längst nicht mehr. Nein, als Solokünstlerin ist sie bisher nicht so richtig in Erscheinung getreten, meistens nur als Gast auf den Platten anderer (Primus, Gorillaz, David Holmes, Diplo, Gutter Twins).

Dass Martina Topley Bird in einer Welt voller stinkreicher Vollidioten das absolute Anrecht hätte, auch mal mehr als die üblichen eingeweihten Schlaumeier zu erreichen, beweist „The Blue God“, das zweite Soloalbum von Martina Topley Bird. Hier scheint sie diesmal einen großen Pop-Angriff zu versuchen. Die Songs sind knackig, melodiös und das, was man inmitten der allseits verbreiteten Rundfunktristesse als „radiotauglich“ bezeichnen kann, doch sie verbergen nie ihre unterschwellige Bösartigkeit, gelegentlich auch das sich ausbreitende Gift (siehe – haha – „Poison“). Sie zeigen, dass der momentan sehr gefragte Produzent Danger Mouse (eine Hälfte sowohl von Danger Doom als auch von Gnarls Barkley) ein momentan überall zu Recht gefragter Produzent ist. Da fehlt nichts, jeder Song ist üppig ausgestattet, und trotzdem ist alles auf den Punkt gebracht. „Phoenix“ und „Valentine“ etwa sind kleine, schöne Meisterwerke. Und vor allem, Leute: diese Stimme! Mal klingt sie wie in Honig getaucht, dann wieder verkratzt wie frisch aus der Eckkneipe (BREAKING NEWS: dort darf man ja jetzt wieder schmöken!), beides oft in ein und demselben Song. Das kann man dann z.B. „säuseln“ nennen, kitzelt mich aber an einer entscheidenden Stelle, an der mich auch etwa die Stimmen von Marvin Gaye, Anthony Hamilton oder diesem traurigen Typen von den Montgolfier Brothers kitzeln.
So richtig geklappt hat es mit dem Starruhm wieder nicht (einmal lachen bitte: „Poison“ erreichte Nr. 9 in den „Indie“-Charts). Schade, aber auch egal.Wem die Songs nicht so viel Spaß machen sollten wie mir, der kann sich vielleicht wenigstens an Äußerlichkeiten ergötzen: Ein schöneres Plattencover habe ich lange nicht mehr gesehen.

“The Blue God” ist am 18. Juli über Pias/Rough Trade erschienen.

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Bestimmt total “lecker”!

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