[Album] Daft Punk – Random Access Memories
15. Juni 2013
Schon scheiße, Daft Punk zu sein. Die Erwartungshaltung der Fans, das Gewohnte noch pointierter zu bekommen, kontrastiert mit dem Band-Anspruch, sich zu erneuern. Daft Punk sind 2013, nach ihrem »Tron«-Soundtrack-Flop, allerdings nicht gewillt, auf ewig der Gute-Laune-Klebstoff zwischen Disco und Techno zu bleiben. So weit, so positiv. Das Tragische: die Umsetzung. »Random Access Memories« ist ein heterogenes Featuring-Album, auf dem die Band selbst erschreckend abwesend wirkt. Logisch, dass manche Kritiker so etwas als vielzüngiges Meisterwerk stilisieren. Aber diese Strategie wird der eigenen Bedeutung womöglich gerechter als dem französischen Duo. Das hier ist ein ornamentreiches Zitathörbuch über die Einflüsse von Daft Punk. Ein verweisreiches Fest für Nerds, die sich sogar Frank Zander schönreden könnten. Der Rest, der Pop liebt, erlebt ein rätselhaftes Mucker-Funk-Rock-Album, das man von anderen Bands niemals würde hören wollen. Goodbye Springbreak, Autoscooter und Geburtstagsparty. Ihr werdet von dieser Platte nicht mehr mitkriegen, als ihr schon habt: die erste Single »Get Lucky«.
“Random Access Memories” ist bereits bei Columbia/Sony erschienen.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
Alben, Musik, Musikvideo
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