Beiträge zum Thema Events

Heute hingehen: Der Pudel-Apparat!

pudellogomitschriftzug

Krise? Was für eine Krise meinen die da oben eigentlich genau? Dem elendigen Club-Tod gerade noch von der Schippe gesprungen, erbittet sich das Hamburger Molotov nachgeschaltete bzw. aktive bzw. präventive Solidarität. Der hüstelnde Spielbudenplatz-Patient wird heute an die Beatmungsgeräte des „Pudel-Apparats“ angeschlossen und dank der erbitterten Kraft der Hafen-Prominenz mit nachhaltiger Lebenskraft durchgepumpt. Als Fanal gegen die erklärten und berechtigten Feinde aus „Finanzschickeria, Fiskus und Politarrogantismus“ schaut die selbst ernannte „Knallfrosch-Elite“ auf dem Kiez vorbei und zelebriert eine Galanacht, ein Großstadtzerwürfnis, ein Event der Sinnlichkeit.

Zugegen auf der Molotov-Bühne werden die lieb gewonnen Stars des Pudel-Universums sein: Connaisseur, Showmensch und kosmischer Heilsbringer Rocko Schamoni, der Joe Frazier des gepflegten Dandytums. Schorsch Kamerun, der Unbeugsame, bekannt aus der Erfolgsserie „Die Goldenen Zitronen“ und vom Feuilleton verehrt in seiner Paraderolle als „Der Inszenierer“. Hans Platzgumer, die interdisziplinäre Authorität aus dem schönen Innsbruck. Knarf „Move your ass“ Rellöm, das soulige Perpetuum Mobile. DJ Patex, die Blume der Gewissheit. Viktor Marek, Mensch gewordener Bass. Und als Sahne in der Sahne: Charlotte Knothe & DJ Rüftata 110.

Mit diesem Sammelsurium der guten und schlechten Laune wird ein für alle Mal ein Stop-Zeichen gegen den Tod gesetzt. Den Tod der Langeweile und den Tod der Clubs. Nachtmenschen aller Stadtteile vereinigt euch, wenn der „Pudel Apparat“ ans Netz geht und für einen Abend eine Gewitterspur von Kiez bis Hafen zieht. Denn Solidarität ist die Zärtlichkeit der Feiernden. Spießer bekommen sogar eine Anfangszeit: 21 Uhr.

Der Pudel-Apparat, Molotov/Hamburg, 21 Uhr.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Events Kommentar-Icon Keine Kommentare

Ertrunken im Phrasenmeer: Der Auftrag

dsh_auftrag-at07492

Zum Geburtstag gibt’s Maskerade. Sylvain Creuzevault inszeniert Heiner Müllers „Der Auftrag“ als leblose Revolution.

Der 80. Geburtstag des bedeutendsten deutschen Dramatikers des 20. Jahrhunderts hat den Ehrgeiz des Kulturbetriebes geweckt. Wie deuten, wie inszenieren? Der junge französische Regisseur Sylvain Crezevault, Jahrgang 1982, hat im Malersaal des Hamburger Schauspielhauses „Der Auftrag – Erinnerung an eine Revolution“ auf die Bühne gebracht und sich dabei dem revolutionären Impetus Heiner Müllers sehenden Auges entzogen. Fast sklavisch an die ursprünglichen Regieanweisungen Müllers gebunden, lässt er das Ensemble im engen Korsett des 1980 von Müller selbst uraufgeführten Stückes agieren. Im Zuge der Französischen Revolution soll der Arzt Debuisson, begleitet von dem bretonischen Bauern Galloudec und dem der Sklaverei entronnenen Schwarzen Sasportas, einen Aufstand der unterdrückten jamaikanischen Schwarzen gegen die englischen Kolonialherren vorbereiten. Napoleons Machtübernahme bedeutet für Debuisson das Ende seines Auftrages, während Galloudec und Sasportas am revolutionären Ziel festhalten. Im kargen Bühnenbild vermag einzig Tim Grobe dem Stück Leben einzuhauchen. Ansonsten drischt das Phrasenmeer Müllers unterkühlt und leidenschaftslos, wie es den revolutionären Bewegungen anno 2009 zu eigen ist, auf das Publikum ein. Bevor am Ende die vorhersehbarsten Taschenspielertricks aus dem Ärmel geschüttelt werden: Alles gerät aus den Fugen, nichts ist mehr an seinem Platz, alle haben ihr maskiertes Gesicht verloren… Dröge und zahnlos vermag es Creuzevault leider nicht, dem dankbaren Sujet Aktualität einzuhauchen.

Foto: A.T. Schaefer

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Events, Literatur Kommentar-Icon Keine Kommentare

The Streets @ Den Atelier/Luxemburg

3012120939_c5435bd039Man sieht mich immer noch geschüttelt und gerührt von diesem fantastischen Konzert vergangenen Freitag. NUR Hits, ein ekstatisches Publikum und alles wundervoll. Fotografisch eingefangen vom Kollegen Herrn Halstein. Zu sehen hier.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Events, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

Volker Pispers – Munition statt Wohngeld

Denkt man an politisches Kabarett in Zeiten von allgegenwärtigem Comedyklamauk drängt sich ein Vergleich zu Fast Food und Haute Cuisine auf. Diese Einschätzung muss man gleich relativieren, betrachtet man den stets Monate im voraus ausverkauften Tourplan von Volker Pispers. Der scharfzüngigste deutsche Politkabarettist ist überraschend populär und nur Dank Ebay konnte ich am 3.05. den im Kölner Theater am Tanzbrunnen gut zweieinhalb Stunden live erleben.

Der mit Preisen überhäufte Düsseldorfer (“Bei uns gibt es Viertel, da leben mehr Cardiologen als Menschen mit Herz.”) ist regelmäßig bei den Öffentlich-Rechtlichen zu sehen, erst kürzlich erhielt er seine eigenen 90 Minuten auf 3sat. Über seine Homepage kann man Bücher, CDs und DVDs ordern, Appetithäppchen findet man bei YouTube.

Der Kampf der Systeme ist entschieden und der Kapitalismus hat weltweit den Sieg davon getragen.

Schade, dass kein Mensch gewonnen hat. Aber Sieg bleibt Sieg. Und den feiern wir jetzt.

Das heißt, wir würden den Sieg gerne feiern, wenn wir wüssten, wo der Sieg hin ist.

Bisher steht ja nur fest, dass der Kapitalismus ihn davon getragen hat.

Wahrscheinlich hat er ihn in Sicherheit gebracht. Nach Luxemburg oder auf ein Schweizer Nummernkonto.

Volker Pispers “Volkerkunde”, 1994

Von jemandem, der so die Welt erklärt, darf man kein billiges Verlachen einzelner Politfiguren oder altersmildes Parteibuchkabarett wie das des späten Dieter Hildebrandt erwarten: Bissig, ätzend und scharfzüngig überzieht Pispers die herrschenden Verhältnissen mit Fundamentalkritik und unterzieht sein Publikum einer Akupunktur mit spitzen Pointen.

Er möchte Meinungen bilden, statt nur Stimmung zu machen, seine Texte sind hintergründig und mitunter lehrreich: Er erklärt das Gesundheitssystem, die Lohnnebenkosten (in Anspielung auf die Kanzlerin garniert: “Ob Netto oder Brutto, das nehmen wir nicht so genau. Sagen wir einfach bretto. Oder nutto ist auch schön!”) oder den Abbau des Rentensystems hin zu einer kapitalgedeckten Altersvorsorge: “Da haben Sie Verwaltungspauschalen von 15-20%. Und noch 2% Inflation obendrauf. Was das bis zur Rente an Kaufkraftverlust bedeutet, können ja die meisten Deutschen gar nicht mehr ausrechnen. Was meinen Sie was in diesem Land los wäre, wenn mehr Menschen begreifen würde, was hier los ist?”.

Die aktuelle Schönwetterlage deutet er zum Gebrechen um, wenn er mit verzogener Miene fragt: “Haben Sie auch so Aufschwung?”. Einige seiner besten Momente hat er, wenn er Sprache seziert und den Zynismus von Begriffen wie der “gefühlten Inflation” entlarvt: “Das heisst ganz einfach: Wenn Sie als mündiger Bürger die Inflation vermeiden wollen, müssen sie nur die richtigen Produkte kaufen. Flachbildfernseher sind z.B. billiger geworden. Was müssen Sie auch immer Butter kaufen? Schmieren Sie sich doch mal nen Drucker aufs Brot!”.

Er scheut sich nicht, Radikales zu artikulieren und schlägt z.B. zu den “Wohnungsbaugesellschaften und Erbengemeinschaften, die sich unsere Innenstädte untereinander aufteilen” vor, Munitionen statt Wohngeld zu verteilen, um die Verhandlungsbasis mit den Vermietern zu stärken.

Bei Pispers gut aufgehoben ist, wer über die Sozialdemokraten enttäuscht ist, weil sie lieber Politik gegen ihre Wähler machen, ist, statt die linken Mehrheiten in Bundes- oder Landesparlamenten zu nutzen, um ihr propagiertes politisches Programm umzusetzen. Keine der Parteien nimmt er aus: “Ich halte das Führungspersonal der SPD zu blöd um ein Loch in den Schnee zu pissen. Und bevor Sie nach den Grünen fragen: Die finden ja noch nicht mal mehr den Schnee.” Die Grünen hält er für nicht mehr als “FDPler mit Verstand und Gewissen”.

Wen nach der letzten Wahl, nach der ja nur die große Koalition vom Vermittlungsausschuss ins Kabinett gewandert ist, eine Besserung erwartet hat, fragt er: “Wie sind Sie eigentlich drauf? Was machen Sie, wenn Ihnen einer ne Pistole auf die Brust setzt und fragt: Beck oder Merkel? Da können Sie doch eigentlich nur noch sagen ‘Drück ab’, oder?”

Zur Regierungspolitik arbeitet er sich u.a. am Primat des Wachstums bzw. Arbeitsplätze-Arguments in allen Fragen ab, so z.B. zum Klimawandel. Ein Zitat von Glos “Wollen Sie, dass wir ein Volk von Kleinwagenfahrern werden?” überzieht er in: “Der Erfinder der Endlösung ist doch kein Kleinwagenfahrer”, was ein reflexartiges Raunen im Publikum auslöst, bis sich die Erkenntnis breit macht, dass er damit durchaus treffend auf die solchen Äußerungen unterliegende Grandeur anspielt, der Deutsche habe das Recht, mit Limousinen über den Planeten zu brettern, bis der letzte Tropfen Öl verbraucht sei.

Nachdem er einigen Maßnahmen zur Verkehrspolitik erläutert hat, schiebt er nach: “Ja, jetzt klatschen Sie. Aber wenn man sowas dann macht, seh ich sie schon im Supermarkt stehen und maulen: ‘Was sind denn die Erdbeeren an Weihnachten wieder so teuer?’”.

Er weiß genau, dass die Reihen vor ihm nicht mit makellosen Bessermenschen gefüllt sind. “Heben Sie Ihre Eintrittskarten gut auf: Nachdem der Kapitalismus zusammengebrochen ist … Sie lachen, wenn ich diesen Satz sage, aber Christian Klar kriegt für sowas Haftverschärfung … dann können Sie Ihre Kabarettkarten hervorkramen und damit belegen: ‘Ich war Widerstandskämpfer. Ich habe laut gelacht, wenn meine Regierung verspottet wurde.’” Oder um es mit Matthias Beltz zu sagen: “Geh ins Kabarett, du Lump, damit du nicht versinkst in Selbstbeweihräucherung und ziellosen Anklagen gegen die anderen, die immer schuld sind.”

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Events, Querschläger Kommentar-Icon 1 Kommentar

DJ Shadow & Cut Chemist – The Hard Sell @ Atelier, Luxembourg

shadow cut chemist Foto von Ralf HeidGesamtes Fotoalbum bei flickr

Nachdem wir die xte Gasse im Luxemburger Bahnhofsviertel erfolglos nach einem freien Fleckchen Asphalt abgesucht hatten war uns klar: Es würde sehr voll werden im Atelier. Den nachhaltigsten Eindruck des Abends hinterließen dann auch die spitzen Absätze einer der gefühlten 350 Personen, die im Laufe der 3 Stunden meine zarten Füßchen malträtierten. Eine Sardinenbüchse war ein Loft dagegen.

Dank ausgedehnter Parkplatzsuche konnten wir den Warm Up des Koala Kid leider nur 15 Minuten bewundern. In dieser Zeit hörte man nichts Unbekanntes von ihm, sah aber mal mit eigenen Augen, wie sich Plattenspieler wirklich als Instrument einsetzen lassen, als auch, dass Musik und Humor ohne Peinlichkeiten vereinbar sind. Schlusspunkt seiner Performance bildete seine Moon River-Reinterpretation (YouTube), die er vorgeblich entworfen hat, um seiner Mutter zu erklären, was zum Teufel er da eigentlich anstelle.

Dankbarerweise lichtete sich die Menge in der Pause (Rauchen! Bier!) und erlaubte den Verbliebenen ein Durchatmen vor dem Auftritt von DJ Shadow & Cut Chemist. Nicht selten bauen musikalische Konzepte auf einer eingegrenzten Auswahl der Mittel auf. In ihrer Show “The Hard Sell” nutzen die beiden “nur” 8 Plattenspieler mit Mixern, sowie Effektgerät und Loop-Pedal. Als weitere Einschränkung kommen nur 7″-Singles auf die Teller. Bevor ich mich in Details verliere, hier der Clip, der anfangs auf Videowand eingespielt, das Konzept erklärte:

YouTube Preview Image

Die Visuals, die wie der Clip durchgängig mit viel foreign footage gebastelt waren, erwiesen sich als großartig auf die Sounds abgestimmt und definitive Bereicherung der Show. Auch die Gehörgänge wurden in angenehmen Stimulationen gebadet und glücklicherweise nicht mit Scratch-Orgien (vulgo: nervtötendem Turntablism-Gewichse) überbeansprucht – die beiden setzen ihre awardgekrönten Techniken stets als musikalisch bereichernde Elemente ein.

Stilistisch spannten sie einen sehr weiten Bogen – neben dem obligatorischen HipHop, Funk & Soul und zahlreicher Einsprengsel aus dem Kuriositätenkabinett überraschte mich ein an den Schluss gestellter elektronisch dominerter Block, der mit einer 80er Jahre-Elektroversion des Pac Man-Gamesoundtracks einleitete und diverse elektrifizierte Genres abgraste. Sogar Various Productions durften kurz aus der Dubstep-Ecke grüßen.

Als sich die beiden zur Zugabe tragbare Plattenspieler umhingen, um Riffs und Krach zu Metallica´s “One” zu scratchen, markierte das allerdeutlichst den Zeitpunkt zum Rückzug von einem schönen Abend, der leider durch Überfüllung der Location vermiest wurde. Ein Grund, sich mal in Ruhe die DVD zu Gemüte zu führen.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Events, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

DJ Shadow & Cut Chemist: The Hard Sell live

photo_theoutsi_72rgb.jpg“The Hard Sell” heißt das Monster-Programm, mit dem die Herren DJ Shadow und Cut Chemist eine neue Beats- und Breaks-Messlatte legen. Satte 17.000 Zuschauer ließen sich in der „Hollywood Bowl“ das Set mit sage und schreibe acht Turntables und allerlei Tricksereien mehr um die Ohren hauen. „The Hard Sell“ ist die dritte gemeinsame große Produktion der beiden Kalifornier nach den Brainfreeze- und Product Placements-Sets in den Jahren 1999 und 2001. Neben eigenem Material schmieren Shadow und Cut Chemist Sounds aller Styles und Epochen in ein amüsantes Gemisch aus provokanten Mash-Ups, Rap Mixes und allem dazwischen. Apropos eigenes Material: Von dem überraschend schwachen letzten Album „The Outsider“ einmal abgesehen, hat DJ Shadow eineinhalb Dekaden lang die Grenzen zwischen HipHop und Breaks aufgerissen wie kein Zweiter. Remember „Endtroducing“, dieses fantastische Album mit Referenz-Auswirkungen bis in die hintersten Winkel der Clubs weltweit? Es gibt also keinen Geeigneteren, dieses größenwahnsinnige Projekt, bei dem übrigens als Sidekick auch „Your Mom’s Favourite DJ“, Kid Koala, am Start ist, zu realisieren. Oder wie er selber sagt: “We want to play something to make everyone smile… and then send them running for the exits!” Bitte alles vergessen, was mit mp3-Deejaying oder ähnlichem zu tun hat; “The Hard Sell” ist kopfsprengendes und genreüberwindendes Turntablism at it’s best. Funk, HipHop und Rock in einer der größten und ambitionierten Shows der letzten Jahre.

Um den Mund etwas zu wässern und sich seiner großen Momente – auch und gerade live – zu erinnern, hier ein kleiner Ausschnitt aus dem DJ Shadow-Auftritt in der Brixton Academy/London.

YouTube Preview Image

Tourtermine:

13.03. London – Round House

14.03. Dublin – The Ambassador

16.03. Hamburg – Übel & Gefährlich

17.03. Kopenhagen – Vega

19.03. Luxemburg – Den Atelier

20.03. Brüssel – Ancienne Belgique

21.03. Amsterdam – Paradiso

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Events, Musik, Musikvideo Kommentar-Icon 1 Kommentar

Morrissey – Laiterie/Strasbourg – 18.01.2008

moz1.JPGUnd jetzt alle: Das Leben ist ein Schweinestall.

Morrissey – ich meine: DER Morrissey? – in der Laiterie? Dem verhältnismäßig kleinen Konzertsaal, in dem in erster Linie Krethi und Plethi aus der Indiewelt auftreten? Kaum zu glauben war das anfangs und schnell um Karten sich zu bemühen daher unbedingt vonnöten. Schon nach wenigen Tagen verkündete die Club-Homepage dann auch erwartungsgemäß „complet“.

Das zu 95% Ü 30-Publikum zottelt entspannt und gemächlich vor die Bühne, duldet den als Moz-Support ziemlich untypischen (weil wie eine Mischung aus Yeah Yeah Yeahs und Sleater-Kinney klingenden) Auftritt dreier Indierockerinnen aus San Antonio/Texas namens Girl In A Coma (ach so, deswegen) mit wohlwollender Altersweisheit und empfängt nach der schon aus dem Vorjahr bekannten Filmcollage (mit Brigitte Bardot, James Dean, New York Dolls etc.) pünktlich um 21:30 Uhr den großen Mozalini, der eine James Dean-Krawatte (!) auf dem kompakten Bäuchle abgelegt hat, mitsamt seiner als Oberkellnergang gestylten Band vor einem riesigen Portrait des jungen Richard Burton zu dem euphorisierenden Reverb von How Soon Is Now?

Trotz der intimen Clubatmosphäre (so nah dran war ich an ihm auch noch nie) kommt jedoch in den ersten 35 Minuten nicht die große Begeisterung auf, weil Morrissey wie so oft darauf besteht, einen seiner beliebig austauschbaren Rumpler (I Want To See The Boy Happy, Billy Budd, All You Need Is Me) nach dem anderen spielen zu lassen. Was Morrissey immer wieder reitet, auf makellose Klassiker wie Suedehead, I´m Not Sorry oder Everyday Is Like Sunday zugunsten dieser öden Durchschnittssongs zu verzichten, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben (aber sein Charisma gründet sich bekanntlich unter anderem darauf, dass man Morrissey oft eben einfach nicht versteht). Von den neuen Songs überzeugen mich nur Something Is Squeezing My Skull und Mama Lay Softly On The Riverbed so einigermaßen – die Erwartungen an das neue Album können entsprechend heruntergeschraubt werden. Auch gut. Den Beitrag weiterlesen »

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Events, Musik Kommentar-Icon 1 Kommentar