Beiträge zum Thema Musik

The National - Terrible Love

Endlich der erste Vorbote des am 11. Mai erscheinenden The National-Albums “High Violet”: Der Opener “Terrible Love”, performed in der Jimmy Fallon-Show.

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Lali Puna - Our Inventions

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Im Zuge der pestigen Jahrzehnt-Charts zum Abschluss der ersten Dekade dieses Jahrtausends blieb ein Album dummerweise oft ungenannt: „Scary World Theory“, das 2001er Werk von Lali Puna. Nicht nur Thom Yorke war bekennender Fan dieser schmerzhaften Leichtigkeit, dieser sphärischen Schönheit und entrückter Electropoprock-Wucht. The Notwist mit engelsgleicher Frauenstimme sozusagen. Kein Wunder, schließlich war und ist Markus Acher ein Viertel von Lali Puna, die jetzt, vier Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung, die Wunden wieder schließen. Die Tracks sind knarzende Miniaturen, edel durchgängig in ihrer Pop-Coolness. Alles wie gehabt und geliebt. Bei „Move On“ erwacht die songgewordene Video-Ästhetik des lakonischen Außenseiters sogar zur Hymne und Valerie Trebeljahrs Stimme webt Spinnfäden, pflanzt Rosengärten, reißt Mauern ein. Mindestens bis zum Release des neuen The Notwist-Albums die Platte, die uns durch die kalten Nächte, die verregneten Sonntage und über die einsamen Autobahnen bringt.

“Our Inventions” erscheint am 9. April bei Morr Music.

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Ewan Pearson - We Are Proud Of Our Choices

ewan-pearsonNeben den üblichen DJ- und Remixerjobs war Ewan Pearson zuletzt wieder vermehrt als Produzent aktiv. Er betreute das Debüt der jungen Band Delphic und das neue Album von Everything-But-The-Girl-Sängerin Tracey Thorn. Für Kompakt hat der in Berlin lebende Brite nun einen DJ-Mix zusammengestellt, der sich von seinem eher discoiden 2007er-Fabric-Beitrag deutlich unterscheidet. Die schwebenden Flächen lassen das Ganze ziemlich verträumt daherkommen, aber nicht weniger euphorisch. Zwischendurch hört man tatsächlich die Vögel, und damit meine ich nicht das Projekt von Mense Reents, sondern wirklich einen echten Piepmatz. Auch im Techno geht es zurzeit sehr natürlich her. Pearson hält die luftige Stimmung über eine Stunde lang aufrecht, die Tracks sind so unglaublich genau aufeinander abgestimmt, dass man fast geneigt ist, ihm das Ganze als Künstleralbum abzukaufen. Erst am Ende gibt es einen kleinen Bruch. Gleich zwei waschechte Popsongs lassen den Mix ausklingen, ein Pearson-Edit der schwedischen Band Little Dragon und als letztes Stück »Blue Steel« von Bot’Ox, eine Art Slow-Motion-Discopop mit geradezu himmlischem Nico-Gesang.

“We Are Proud Of Our Choices” ist bereits bei Kompakt/Rough Trade erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Seabear - We Built A Fire

41orkcott0l_sl500_aa240_Niemals eine Band gründen. Auf einmal hat man die Bude voll mit Leuten, die auch irgendein Instrument spielen können und mitmachen möchten. Eigentlich wollte Sindri Már Sigfússon alleine Musik machen, aber ehe er sich versah, war Seabear ein Sieben-Personen-Unterfangen (als Sin Fang Bous schlüpft er allerdings dann doch gelegentlich aus der Umarmung seiner Bandkollegen). Unser Schaden ist es nicht: „We Built A Fire” ist eine fidele Folksymphonie, die dem Elfenhaften, das man Isländern so gerne unterstellt, eine gutgelaunte Absage erteilt. Seabear sind mehr Sufjan Stevens als Sigur Rós. Irgendwo müssen ja auch die eher quirligen Inselbewohner ihre Proberäume bezogen haben, wir dachten uns so etwas schon.

“We Built A Fire” ist bereits bei Morr Music erschienen.

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Killerpilze - Lautonom

51g6elkyhjl_sl500_aa240_„Totgesagt“ seien sie gewesen, doch jetzt streben sie „wie Pinky nach der Weltherrschaft“ und freuen sich darauf, endlich wieder „Mädchengeschrei“ zu hören. Mit dem Eröffnungstrack „Drei“ fassen die Killerpilze ihr Universum in dürren Worten bereits erschöpfend zusammen. Warum auch nicht? Wer wie eine gymnasiale Ärzte-Coverband (natürlich nur die harten Songs) klingt, darf auch juvenile Lebensansichten ins Mikro schreien. Was hat man mit 20 nicht selber für unreflektierten Quatsch von sich gegeben und rumpeln sich die Toten Hosen mit Mitte 45 nicht immer noch durch die Themen, die einem so kurz nach dem Abitur auf der Seele brennen? Eben. Die Nachmittags-Slots beim Campus-Open-Air müssen ja schließlich auch gefüllt werden. Und da passt der Power-Pop à la Blink 182 mit Weltverbesserungshymnen, Träumen von Tagen zu zweit am Meer (Cocktail trinkend natürlich) und „nachdenklichen Balladen“ doch ausnehmend gut. Damit wir uns richtig verstehen: Für jeden mit Interesse an musikalischen oder textlichen Brüchen jenseits von eindimensionalem Post-Post-Post-Punk-Gerümpel ist das natürlich die Hölle.

“Lautonom” erscheint am 19. März bei Killerpilze Records/Südpol Records/Alive.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Fink - This Is The Thing

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Das letztjährige Album von Fink “Sort Of Revolution” haben wie bei Munitionen ja gerne in den Himmel gelobt (Artikel), im Mai diesen Jahres erscheint Finks “KCRW Session EP”. Daraus bereits jetzt der beseelte Song “This Is The Thing”.

Fink - This Is The Thing by Ninja Tune

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Rummelsnuff - Sender Karlshorst

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Von heldenhafter Sowjetromantik über UFA-Seemannssehnsucht bis zu Pumper-Hymnen berserkert sich Rummelsnuff wieder durch die schwere See, die außer ihm in diesem Land niemand zu bezwingen weiß. Max Schmeling, Der Heizer, Gilbert Bécaud und irrerweise auch Barry Manilow (dessen „Mandy“ er so brutal-sehnsuchtsvoll schmettert, dass einem ganz anders wird) finden Platz in diesem Tonträger wie aus Stein gemeißelt. „ Wer sich leisten kann, das hier ernsthaft zu verpassen, der muss schon ein ziemlicher Spieler sein“, schrieb Linus Volkmann zu Rummelsnuffs Album „Halt durch!“ und daran hat sich beim pathosgeschwängerten Zweitwerk des Muskelbergs nichts geändert. EBM-Hymnen, die auch im feinstoffigen Netzhemd zu betanzen sind machen im Zusammenspiel mit der geradezu grotesk clownesken Überstilsierung der Proteinzufuhr jeden Versuch obsolet, daraus einen rechten Strick zu drehen. Was für Rammstein Riefenstahl ist, wird bei Rummelsnuff zu besagtem Manilow. Und ist auch ohne den leidlichen Kuriositätenfaktor eine überaus spannende Platte.

“Sender Karlshorst” erscheint voraussichtlich im April.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Dashboard Confessional - After The Ending

dashboardDas Ende des in Schönheit sterbenden Emo-Cores rief in Intro #156 die Dashboard-Confessional-Titelstory aus (mit dem Claim »You Killed Emo«). Danach machte speziell jene Band auch keine gute Figur mehr. Unschlüssige Alben, die schnell vergessen waren. Auf »After The Ending« klingen Ender und die Jungs nun wieder besser, wieder mehr nach »Red Letter Day« – selbst wenn das von den Get Up Kids stammt. Egal, Hauptsache, man macht wieder einen auf liebenswert und liefert ab. Nette Emo-Platte aus dem Sarg. Aber, fuck, das Duett mit Eva Briegel von Juli ist nicht vergessen. Lutscht weiter am Rock von einem Durchbruch im Formatradio, der hier so nie mehr kommen wird.

“After The Ending” erscheint am 2. April bei Geffen/Universal.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Tindersticks - Black Smoke

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Turin Brakes - Outbursts

414ftmrkwxl_sl500_aa240_Es war wohl auch ein ausgestreckter Mittelfinger an das Konzept des „neuen heißen Dings”, dass im vergangenen Jahrzehnt eine so in sich gekehrte Musik wie die von den Turin Brakes ein paar Minuten lang das neue heiße Ding war. „New Acoustic Movement”, anyone? Nachdem sich der aufgewirbelte Staub gelegt hatte, saßen da immer noch Gale Paridjanian und Olly Knights mit ihren Gitarren auf den Knien als sei nichts gewesen. „Outbursts”, ihr fünftes Album, zeigt die beiden Schulfreunde von einer etwas knarzigeren Seite als zuletzt gewohnt, sogar noch reduzierter als zu Zeiten des Debüts „The Optimist LP”. Der akustische Folkpop der Band trägt heuer Jeans und T-Shirt – nachdem auf den Vorgängern „JackInABox” und „Dark On Fire” schon einmal die Lederjacke anprobiert wurde. Steht ihnen besser.

“Outburtst” ist bereits bei Cooking Vinyl/Indigo erschienen.

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