[Album+Video] Kettcar – Zwischen den Runden
28. Februar 2012
…But Alive, die frühere Punkrock-Inkarnation von Kettcar, spotteten vor langer Zeit in „Ein sozialkritisches Schlagzeugsolo später” über den Diskurspop der Hamburger Schule – eine gallige Tirade, die Sänger Marcus Wiebusch heute vielleicht nicht mehr so leicht rausrutschte. Dennoch: Auch wenn Kettcar einige der besseren deutschen Texte der letzten zehn Jahre geschrieben haben, sind die Worte doch immer eher straßenschlau als intellektuell. Kettcar tragen eine Art Arbeiterklassestolz vor sich her, dazu passt, dass „Zwischen den Runden” wie seine Vorgänger ohne neunmalklugen Überbau und Klangkonzept auskommt. Die Band hat lediglich zwölf neue Songs aufgenommen: Gitarrenpop mit Klavier und Geigen, wenn das Lied danach verlangt. Beim ersten Hören weckt das erst einmal leise Enttäuschung. Andere Bands, die sich vier Jahre Zeit für eine neue Platte lassen, kommen mit neuen Einflüssen, einem Richtungswechsel, kurz: einem Statement zurück. Allerdings kann man sich ganz gut vorstellen, wie Wiebusch beim Begriff „Statement” verächtlich schnauft. „Zwischen den Runden” ist dank Stücken wie „Der apokalyptische Reiter und das besorgte Pferd” oder dem Trauerlied „Zurück aus Ohlsdorf” ehrlich, klug und schön. Reicht schon.
“Zwischen den Runden” ist bereits bei GHVC/Indigo erschienen.
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