Beiträge zum Stichwort: 2.0

Lichtgestalt der CDU

Nachdem wir in Hessen ja die erste Lichtgestalt im Web-Wahlkampf bestaunen durften (wir berichteten), plagiiert man nun in Thüringen noch munterer drauf los.

althaus

obamaLiebe CDU, egal was euch die Marketingfuzzis erzählen: Der Erfolg von Obamas “Web2.0″-Wahlkampf lässt sich nicht allein mit seriösen Blautönen, roten Buttons, vielen Verläufen und der Georgia-Schrifttype für die Healdines wiederholen. Und nein, auch ein YouTube-Video mit dem Titel “Dieter Althaus als ‘Fernsehkoch’” tut es nicht.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Rohrkrepierer Kommentar-Icon 2 Kommentare

Musik Zwo Null

music 2.0Wieder eine Fußnote mehr im zähen Epos der strauchelnden Musikindustrie und rigiden Copyrightverfechter: Microsoft schalten den Lizensierungsserver ihres MSN-Music-Stores ab. Im Store hat man durch DRM (Digitales Rechtemanagement) geschützte MP3s verkauft. Wenn man ein solches MP3 auf seinem Rechner abspielen will, fragt der Windows Media-Player einmalig bei einem zentralen Server nach, ob man das denn auch darf. Diesen Lizensierungsserver schaltet Microsoft aber Ende August ab. Ab dann steht man als Kunde nach einem Betriebssystemwechsel, Festplattencrash oder Rechneraustausch dumm da. Empfohlen wird seitens Microsoft nun das Brennen als Audio-CD und anschliessendes Rippen.

Was bei Betroffenen Ärger, bei Anderen nur Häme oder ein müdes hab-ich-schon-immer-gesagt-Schulterzucken hervorruft, markiert doch ein Scheitern der Strategie, digitale Kopien unterbinden zu wollen. Derzeit liebäugeln die großen Player mit einer DRM-gesicherten Musik-Flatrate als einer Art Bezahl-Radio (listen only). Nicht nur die MSN-Schliessung deutet aber darauf hin: Andere Konzepte sind gefragt.

Wie diese aussehen könnten, darüber lässt sich der Wahl-Schweizer Gerd Leonhard in seinem Buch “Music 2.0″ aus. Die als pay-what-you-want unter Creative Commons-Lizenz veröffentlichte Essay-Sammlung bringt einige seiner Thesen zu verschiedenen Aspekten des Themas zusammen. Wem 220-Seiten-PDFs nicht liegen, bekommt die zentralen Aussagen auch komprimiert in einem Video in seinem Blog serviert.

Wenn er das Thema auch interessant und querlesenswert aufbereitet, halte ich manches doch für verkürzt und plakativ, anderes verwechselt Spekulation und Vision: So ist die Macht der Konsumenten keine qualitativ andere, die “Abstimmung per Kaufentscheid” gab es schon immer. Betrachtet man Aufmerksamkeit als Ware, so kann man festhalten, dass zwar unzählige Angebote wie auch munitionen.de einfache Einstiegspunkte in vormals nur schwierig zugängliche Nischen liefern. Aber die Massen der Netzuser konzentrieren sich auf virtuelle Entsprechungen bereits im “Meatspace” etablierter Angebote. Crossmedia wirkt besser als “web only”.

Ein weiterer Kurzschluss: Die Distributionskosten von Musik sind höher als 0 – dies verdeutlicht die neuerdings verstärkt geführte Diskussion von Netzwerkbetreibern, die Netzneutralität für trafficintensive Dienste aufzuheben.

Zuletzt erscheinen mir die von ihm angeführten neuen Revenues nicht sehr überzeugend, bzw. stehen im Widerspruch zu den proklamierten sinkenden Marketingkosten. Will man diese Revenues realisieren, ist nach wie vor Marketing gefragt. Aktuell erscheinen Künstler, insbesondere in Nischen, nicht die Profiteure zu sein dieses Umschwungs zu sein. Hohe Konjunktur hat unter Musikern 2.0 wohl hauptsächlich die alte 1.0-Frage: “Und wovon lebst du?”.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Literatur, Musik Kommentar-Icon 3 Kommentare

Reich durch´s Internet

reich20.gif“Google? Was bieten die denn schon an? Links zu Internetseiten. Das kann ich auch!” So ähnlich muss ein Brite gedacht und flugs sein eigenes kleines Geschäftsmodell umgesetzt haben.

Jeder fängt mal klein an im Immaterialgütergeschäft und deshalb verkauft er hier bei Ebay den Link zu einer Webseite (Screenshot zur Archivierung). Also: Gegen Bezahlung von etwa 4,50 € erhält man vom Verkäufer einen Link.

Beim Objekt der Begierde handelt es sich nicht einmal um eine sagenumwobene Darknet-Angelegenheit, sondern um den ersten Treffer der Google-Suche nach den naheliegendsten Stichwörtern, in diesem Fall nach “drum&bass sets” über die britische Google-Seite. Ich verrat´s ganz umsonst: Der Link führt zu dnb-sets.de, einer Datenbank für Drum&Bass-DJ-Mixe, die auf den üblichen Szeneforen so gepostet werden. Der Verkäufer hat mir der Seite natürlich nichts zu tun. Aber was die Seite beinhaltet ist gar nicht so wichtig, wie die anderen Angebote des Verkäufers zeigen. Und obwohl man sogar die Webadresse im Screenshot lesen kann, mit dem das Ebay-Angebot ausgestattet ist (oben rechts steht “welcome to dnb-sets.de”), haben tatsächlich schon drei Menschen den Link gekauft.

Ich hab jetzt das Problem, dass ich mein Lager voller Links zu einem Internetauktionshaus nicht loswerde. Vielleicht sollte ich die über eine Postwurfsendung anpreisen oder mich wie in der guten alten Zeit damit auf den Flohmarkt stellen.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Sonstiges Kommentar-Icon 3 Kommentare